Hier folgen Limericks ab 19. November 2005:

 

Volkes Nach-WM-Wunsch  (07.07.2006)

 Jürgen Klinsmann (Foto: 11helden.de)

Er ist nun mal ein Grinsi,
Der heiß geliebte Klinsi.
Er bleibe uns erhalten,
Sonst könnt’ der Spaß erkalten!
Die Stimmung würde mies;
Und das wär’ fies.
__________________________________________________________________________________
Das ist natürlich kein Limerick. Das Kurzgedicht hat sich nur auf die falsche Seite verirrt.

 

Überlegung zu einer Grenzüberschreitung  (07.07.2006)

 
von vienna.metblogs.com

Wie fühlt sich ein Perfektionist,
dem trotz aller Vorsicht und List
            beim Gang zum WC
            ein Tröpfchen – o Weh! –
daneben gegangen mal ist?

Hofft dann er vielleicht insgeheim,
was nahe legt folgender Reim?
            Es wäre doch toll,
            die Hose mal voll!

(Ein anrüchig Thema zum Schreim*!)
________________________________________________________________

* umgangsprachlich für „Schreiben“, da sonst kein richtiger Reim. Die Klammer soll die Funktion des Satzes als „Eigenkommentar“ andeuten.

 

Wissensexplosion?

 

 (FOTO: RP)


Rosinen? – Getrocknete Trauben.

Die Hälfte kann kaum das noch glauben.

            Ich sprech’ von den Jungen,

            die niemand gezwungen,

zu stecken in „Fantasy-Schrauben.“

 

„Distanz zur realen Natur“,

das ist, was sie wahren, ganz stur.

            TV und PC,

            doch keine Idee.

Wohin treibt die Menschheit da nur?

 

Anstatt eine Welt zu entdecken,

bleibt tief sie im Nichtwissen stecken.

            Fast gar nichts erkannt,

            doch stets arrogant.

Das finde ich schon zum Erschrecken.

 

Diese Zeilen beziehen sich auf folgende Zeitungsmeldung:

 

Stubenhocker

Jugendliche haben kaum Ahnung von der Natur

(„Rheinische Post", 13. Mai 2006, Titelseite)

Düsseldorf (rpo). Unsere Kinder werden immer mehr zu Stubenhockern - von der Natur haben sie kaum noch Ahnung: Einer Studie zufolge glauben acht von zehn Kindern sogar, sie dürften Käfer oder Frösche nicht in die Hand nehmen. Jeder Vierte hat noch nie ein Reh in der Natur beobachtet.

Nur zwei von drei Schülern zwischen zwölf und 15 Jahren haben jemals einen Schmetterling auf der Hand gehabt. Das Interesse von Jugendlichen an der Natur befinde sich "im Sturzflug", schlussfolgern daraus der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Eine von ihnen durchgeführte repräsentative Befragung von 2200 Schülern ergab, dass die Jugend in Stadt und Land gleichermaßen "auf Distanz zur realen Natur" geht.

Digitale Fantasiewelten stünden dagegen bei den Jugendlichen hoch im Kurs, heißt es im "Jugendreport Natur 06" des Marburger Natursoziologen Rainer Brämer. So verbringen die Schüler der Klassen sechs bis neun täglich bis zu vier Stunden vor dem Bildschirm; mehr als zwei Drittel besitzen bereits einen eigenen Fernseher oder Computer.

Zugleich stellt die von DJV und SDW unterstützte Studie eine "bambihafte Verniedlichung der Natur" bei den Jugendlichen fest: Acht von zehn Schülern sehen es demnach als verboten an, Käfer, Frösche oder Würmer spontan in die Hand zu nehmen. Jeder zweite der überwiegend aus Nordrhein-Westfalen stammenden Befragten ging zudem davon aus, dass im Wald grundsätzlich keine Blumen oder Beeren gepflückt werden dürfen.

"Fehlende Erlebnisse im Freien führen zu einem diffusen, teils verklärten Naturbild", betonte DJV-Präsident Jochen Borchert. "Die Jugendlichen erklären den Wald zum verletzlichen und schutzbedürftigen Natur-Symbol schlechthin und verurteilen seine Nutzung." Dabei werde verkannt, "dass unser Wald das Ergebis behutsamer Bewirtschaftung über Generationen hinweg ist".

Gleichzeitig fröne die junge Generation jedoch in bislang nicht gekannten Ausmaß dem Konsum - ohne zu durchschauen, welche drastischen Eingriffe in die Natur nötig seien, um Massenwaren wie Computer und Handys herzustellen oder mit dem Billigflieger in einen Kurzurlaub zu starten.

Dies belege, dass die seit Jahren propagierte Erziehung zur Nachhaltigkeit bei den Jugendlichen "weitgehend wirklungslos geblieben ist", beklagte die nordrhein-westfälische SDW-Vorsitzende Marie-Luise Fasse. Borchert forderte, der pädagische Auftrag müsse "noch stärker Naturerlebnis als Naturverklärung sein": "Die Jugend muss die heimische Natur wieder verstärkt mit allen Sinnen entdecken, denn nur was wir kennen, können wir richtig schützen."

 

Wat Rään so jevi’erlesch mäk  (05.06.2006)

Limerick in der südniederfränkischen Mundart von Mönchengladbach

 
Schutz? (Foto: kasch.ch)

E zemmlesch klee Männke vam Stähn*,
dat leep jaa net jä’er duur d’r Rään.
            Wä vroochde, woröm,
            däm saite mar: „Dröm:
Wä schrompele kös, es dojään!“

 

* kleiner Stadtteil im SO von Mönchengladbach

Für alle Leser, denen das Mundartoriginal unverständlich ist, hier eine – sehr freie – Übertragung ins Hochdeutsche:

Was Regen so gefährlich macht

In Stähn war ein Männlein, ein Wicht,
das traute bei Regen sich nicht,
            nach draußen zu gehen. 
            Das muss man verstehn:
Aus Einlauffurcht kam der Verzicht!

 

Zur Erinnerung an unvergessliche Stunden

Akrostichon-Limericks

Die Sitte ist süffig wie Bier
                            
Am Mittwoch sind alle wir hier.
                            
Nur köstlichster Fisch,
                            
Kein Fleisch auf dem Tisch.
                            
Es ist einfach klasse bei Dir!

Lang lebt schon die Tradition.
                            
Ich weiß nicht, wie lange nun schon.
                            
Es schmeckt uns Dein Essen,
                            
Bis voll wir gefressen.
                            
Er war nie verdient, solcher Lohn!

Ach, bald sind wir nicht mehr aktiv.
                            
Nur dieser Gedanke schmerzt tief:
                            
Nie mehr diesen Fisch.
                            
Erinn’rung Dein Tisch!
                            
Lieg ich mit der Furcht etwa schief?
                            
Ich bin ja schon recht primitiv.
                            
Ein letztes Mal Essen
                            
Sei niemals vergessen!
                            
Es dankt Dir das Zug-Kollektiv.

Mit dem herzlichsten Dank aller Schützen
des Schützenzuges „Gneisenauan Dich,
liebe Anneliese,
für all die Jahre, in denen wir Deine Gastfreundschaft genießen durften.

Jüchen, am 31. Mai 2006 


Deutsches Knitterbild  (23.05.2006)

von lag-antifa.de

Schon wieder ein Schwarzer verprügelt.
Die Täter, im Hass ungezügelt.
         Und oft, beinah immer,
         da ist es noch schlimmer.
Mehr Falten ins Image gebügelt!

Den Bürger verdrießt diese Kür,
und doch hält er selbst auf die Tür
         zur rohen Gewalt,
         wenn hilflos er lallt:

„Wer schwarz, kann doch gar nicht dafür,

dass schwarz ist die Farbe der Haut.“
Er spürt nicht den Sinn in dem Laut:
         Dass Schwarz sei ein Makel.
        
– Das ist das Debakel.
O, Bürger, du Schwachkopf, mir graut!

 

Im Grunde hat dieselbe Grundhaltungder breiten Masse den Holokaust ermöglicht:

Die bedauernde Feststellung, die „armenJuden“ könnten doch eigentlich gar nichts dafür,dass sie Juden seien.

Damit wurde die „Minderwertigkeit“ dieser Menschen unausgesprochen akzeptiert.

Logisches Denken scheint in Deutschlandimmer noch ein Schattendasein zu fristen.

 

 

 

Wissensexplosion?

 (FOTO: RP)

Rosinen? ? Getrocknete Trauben.

Die Hälfte kann kaum das noch glauben.
            Ich sprech? von den Jungen,
            die niemand gezwungen,
zu stecken in ?Fantasie-Schrauben.?

?Distanz zur realen Natur?,
das ist, was sie wahren, ganz stur.
            TV und PC,
            doch keine Idee.
Wohin treibt die Menschheit da nur?

Anstatt eine Welt zu entdecken,
bleibt tief sie im Nichtwissen stecken.
            Fast gar nichts erkannt,
            doch stets arrogant.
Das finde ich schon zum Erschrecken.

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Diese Zeilen beziehen sich auf folgende Zeitungsmeldung:

 

Stubenhocker

Jugendliche haben kaum Ahnung von der Natur

(?Rheinische Post, 13. Mai 2006, Titelseite)

 

 

Düsseldorf (rpo). Unsere Kinder werden immer mehr zu Stubenhockern - von der Natur haben sie kaum noch Ahnung: Einer Studie zufolge glauben acht von zehn Kindern sogar, sie dürften Käfer oder Frösche nicht in die Hand nehmen. Jeder Vierte hat noch nie ein Reh in der Natur beobachtet.

Nur zwei von drei Schülern zwischen zwölf und 15 Jahren haben jemals einen Schmetterling auf der Hand gehabt. Das Interesse von Jugendlichen an der Natur befinde sich "im Sturzflug", schlussfolgern daraus der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Eine von ihnen durchgeführte repräsentative Befragung von 2200 Schülern ergab, dass die Jugend in Stadt und Land gleichermaßen "auf Distanz zur realen Natur" geht.

Digitale Fantasiewelten stünden dagegen bei den Jugendlichen hoch im Kurs, heißt es im "Jugendreport Natur 06" des Marburger Natursoziologen Rainer Brämer. So verbringen die Schüler der Klassen sechs bis neun täglich bis zu vier Stunden vor dem Bildschirm; mehr als zwei Drittel besitzen bereits einen eigenen Fernseher oder Computer.

Zugleich stellt die von DJV und SDW unterstützte Studie eine "bambihafte Verniedlichung der Natur" bei den Jugendlichen fest: Acht von zehn Schülern sehen es demnach als verboten an, Käfer, Frösche oder Würmer spontan in die Hand zu nehmen. Jeder zweite der überwiegend aus Nordrhein-Westfalen stammenden Befragten ging zudem davon aus, dass im Wald grundsätzlich keine Blumen oder Beeren gepflückt werden dürfen.

"Fehlende Erlebnisse im Freien führen zu einem diffusen, teils verklärten Naturbild", betonte DJV-Präsident Jochen Borchert. "Die Jugendlichen erklären den Wald zum verletzlichen und schutzbedürftigen Natur-Symbol schlechthin und verurteilen seine Nutzung." Dabei werde verkannt, "dass unser Wald das Ergebis behutsamer Bewirtschaftung über Generationen hinweg ist".

Gleichzeitig fröne die junge Generation jedoch in bislang nicht gekannten Ausmaß dem Konsum - ohne zu durchschauen, welche drastischen Eingriffe in die Natur nötig seien, um Massenwaren wie Computer und Handys herzustellen oder mit dem Billigflieger in einen Kurzurlaub zu starten.

Dies belege, dass die seit Jahren propagierte Erziehung zur Nachhaltigkeit bei den Jugendlichen "weitgehend wirklungslos geblieben ist", beklagte die nordrhein-westfälische SDW-Vorsitzende Marie-Luise Fasse. Borchert forderte, der pädagische Auftrag müsse "noch stärker Naturerlebnis als Naturverklärung sein": "Die Jugend muss die heimische Natur wieder verstärkt mit allen Sinnen entdecken, denn nur was wir kennen, können wir richtig schützen."

 

Geburtstagsrat an Schroebibri  (12.05.2006)

Akrostichon-Limerick

O, Schroebri, Du hast heut 'ne Feier.

Auf dass Du nicht kotzt wie ein Reiher,
Nimm sparsam die Drinks;
Je wen'ger Du trinkst,
Am End' umso schöner die Feier.

Lass heute Dich richtig verwöhnen,
Im Kreis Deiner Gäste ertönen
Ein eig'nes Gedicht.
Bei Deinem Gesicht,
Erhöht sich der Grad alles Schönen.

 

Als kleine Aufmerksamkeit zu Deinem Ehrentag mit den besten Wünschen fürs neue Lebensjahr, liebe Anja, von Friedhelm

 

Zum Streit über Empfehlungen im Forum  (25.04.2006)
(zu einem Streit bei keinVerlag.de)


 Das berühmte Brett scheint manchmal sogar informativ (Foto: detten.ch)

Nun, Bergmanns Kritik war zwar schroff.
Sie löste auch aus manchen Zoff.
         Doch sei Euch empfohlen - 
         Ich sag's unverhohlen -
Zu ernst nicht zu nehmen den Stoff.

Denn wahre Probleme sind schlimmer.
Und Buttons DAFÜR fehlen immer.
         Wer jung und gesund,
         der liegt sich nicht wund.
Von Schmerzen hat der keinen Schimmer.

Ich halt's mehr mit Jans Analyse,
der klug untersuchte die "Wiese".
         Da spielen die "Kleinen"
         mit Brettern und Steinen.
Und mancher versteht sich als Riese.

Jetzt könnt' man noch stundenlang schreiben
und unter die Weis-Nasen reiben.
         Am besten: macht Schluss
         mit all diesem Stuss.
Sonst könntet ihr mich noch vertreiben!

 

Wuwu7676 (Nr. 2)  (25.04.06)

Akrostichon-Limerick

 Das Geburtstagskind

Oft les ich hier ihre Zeilen,

Will immerzu drin verweilen,
Um zu verstehen
Wortsinngeschehen.
Und auch zu fühlen – bisweilen.

 

Als kleine Aufmerksamkeitzu Deinem heutigenGeburtstag,liebe Wuwu,mit den besten Wünschen für Dein neues Lebensjahr,

von

Friedhelm
_______________________________________________________________________

Um den Ton auf das Akrostichon zu verschieben, verzichtet der Limerick auf jeden Auftakt.

 

„Empfehlung“ an die Diskussionsteilnehmer 
  (Forumbeitrag bei keinVerlag, 24.04.2006)

Nun, Bergmanns Kritik war zwar schroff.
Sie löste auch aus manchen Zoff.
         Doch sei Euch empfohlen – 
         Ich sag’s unverhohlen –
Zu ernst nicht zu nehmen den Stoff.

Denn wahre Probleme sind schlimmer.
Und Buttons DAFÜR fehlen immer.
         Wer jung und gesund,
         der liegt sich nicht wund.
Von Schmerzen hat der keinen Schimmer.

Wandel  (22.04.2006)
 

 Noch im bleichen Zustand… (Foto: lexi-tv.de)


Die Menschen in Mitteleuropa,
die waren einst bleich fast wie Kopra.
         Doch könnte auf Dauer
         sogar mancher Bauer
durch Gen-Import bräunen wie Klopa…¹.

______________________________________________________

¹ Bah! So etwas schreibe ich natürlich nicht aus. Dann wäre hier ja auch der Reim futsch.


 

Betonungsfrage  (22.04.2006)

Nicht glatt ist gewöhnlich ’ne Risskant’,
ja manchmal ein unschöner Missstand.
         Doch ist was riskant
         wie Bauen auf Sand,
vermeid’ man’s zu leben auf Island.

Konsequenz  (20.04.2006)

 Das Mittel (Foto: stroh.com.uk)

Wer hart ist im Nehmen, trinkt Stroh-Rum
und hofft, er würd’ endlich auch froh drum.
         Es ist schon verruckt:
         Hat lang er geschluckt,
dann ist er am Ende nur strohdumm.

 

Cyberfrustlösung  (220.04.2206)

Es war schon seit mehreren Wochen
mein MS-Explorer gekrochen.
         Er tat seine Pflicht
         geflissentlich nicht.
Der Heizer, der müsste mal stochen.

Da wurden Minuten zu Stunden,
bis Browser die Seite gefunden.
         Sie baute sich auf
         im Zeitlupenlauf.
Das wollte mir gar nicht mehr munden.

Ich grübelte lange vergebens. –
War das „das Problem meines Lebens“?
         Wohl eigentlich nicht.
         Doch war der Verzicht
aufs Net nicht das Ziel meines Strebens.

Erst heut hab ich endlich entdeckt,
wo diesmal der Fehler gesteckt.
         Da fand ich heraus,
         was bremst’ alles aus.
Der Unhold war endlich gecheckt!

Ein „Schutzprogramm schützte“ zu hitzig.
Das war in der Tat nicht mehr witzig.
         Seitdem ich’s verbannt,
         geht flott von der Hand
das Browsen. Und länger nicht schwitz ich!

Die Sternmagnolie  (19.04.2006)

 

 Magnolia Stellata

 

Viel schöner als goldene Folie

ist sicher die Sternenmagnolie.

        Sie blüht im April,

        so Wetter es will.

Nur Nachfrost erweckt Melancholie¹…

 

¹ Aus metrischen Gründen müsste man das Wort falsch betonen [Melanchólie]. Die Melancholie ist Folge der Verfärbung der Blütenblätter (Reinweiß > Braun). Den Symbolgehalt der Farbe Braun kann sich jeder selber vorstellen. Deshalb verzichte ich lieber auf das unfeine Wort.

 

Kommentare?   (17.04.2006)

Jetzt les ich recht oft Kommentare,
die sind keineswegs mehr das Wahre,
        im Sinn völlig dunkel
        wie Irrengemunkel.
Fast glaub ich, ich komm in die Jahre…

Ich lege Wert auf die Feststellung, dass sich dieser Limerick nicht gegen geistig Behinderte richtet, sondern nur gegen solche Typen, die keinVerlag zur Spielwiese für ihre Spamsucht machen wollen.

Sivio, lo sconfitto ridicolo¹ (14.04.2206)


Das ist doch schon nicht mehr zu fassen:
er kann das Bestreiten nicht lassen! 
        Dass Prodi gewonnen,
 
        sein Amt ihm entronnen,
wie sehr muss er selber sich hassen!

¹ deutsch:…, der lächerliche Verlierer

 

Keine bloße Ausrede  (08.04.2006)

  Veilchen im Rasen (Foto: goodgardenbooks.co.uk)

Von Veilchen durchwirkt ist mein Rasen.
Ab wird drum das Mähen geblasen.
 
        Ich schau es mir an  
        und freu mich daran.
Sie mehren das Glück, solche Phasen.

Mein Ninakind schwärmt für den Krokus,
den gelben, den hat sie im Fokus.
 
        Dass niemand ihn tritt,
        drauf achtet sie mit.

Fürs Nichtmähen kriegt Opa zwo Kuss¹.

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¹ Leider nur „dichterische Freiheit“. Nina denkt gar nicht daran. Soll Opa doch sehen, wo er die her bekommt.

ex cathedra  (08.04.2006)

  Der Prediger (Zeichnung: F. Schmitz)

Ein Pfarrer, noch nicht so verstädtert,
der hat von der Kanzel gewettert:  
        Im Weib sei Gefahr!
        Er meinte sogar:

Ja, was? … hat sich plötzlich verblättert.

Nun ja, das kommt vor auf dem Lande,
dass jemand im Kirchengewande  
        sich schon mal erweist  
        als Mensch, dessen Geist
leicht irrt. Ist denn das eine Schande?

Zu irren ist manchmal ’ne Tugend

und sicher nicht bloß für die Jugend.
        Wenn nur der, der irrt,
        nicht dann, ganz verwirrt,

sich anstrengt, die Risse verfugend…

Reumütige Umkehr  (07.04.2006)

'ne mollige Dame aus Hessen
hat mehr, als ihr gut tat gegessen.
 Nur schlimm für die Kleider,
 denn leider, ja, leider
hat hinterher keins mehr gesessen.

Sie platzten total aus den Nähten,
da halfen auch keine Diäten.
 So aß sie bei Tisch,
 gab's wieder mal Fisch,
am Schluss weiter nichts als die Gräten

und dann und wann grad mal ein Knäcke.
Doch, als sie gefastet 'ne Strecke,
 da war sie entsetzt,
 denn was sah sie jetzt?  ?
Die Haut hing herunter wie Säcke!

Da hat sie den Drang aufgegeben,
Gazellenfigur zu erstreben.
 Sie fügte sich drein
 und schob wieder rein.
Schon tat wieder gut ihr das Leben.


Fürsorge 
(02.04.2006)

Ein Gastwirt aus Xanten am Rhein,
der war schon ein ziemliches Schwein.
        Bestellt’ jemand Wein,
        kam Wasser hinein.
Das fand er noch nicht mal gemein.

Es sei doch im Sinne der Gäste,
für die sei es schließlich das beste:
        Mit wenig Promille,
 
        da ließe sich stille
behalten ’ne saubere Weste.

 

Strandmode  (02.04.2006)

Ein Friese von Hooge, der Hallig,
fand viele Bikinis zu knallig. 
        Drum lehrt’ er sein Kind
        zu glauben geschwind:
„Im Einteiler, schwarz, da gefall ich.“

 

Entlastung  (02.04.2006)

Da war eine Dame in Düren,
die hatte diverse Allüren. 
        Denn, kochte sie Brei,
        dann war sie nicht frei:
Sie musste ihn linksherum rühren.

Viel schlimmer noch war es im Bett;
die Dame, die war nämlich fett.
        Sie wollte stets oben
 
        sich richtig austoben.
Das fand ihr Gemahl gar nicht nett.

Als länger es nicht zu ertragen,
da platzte ihm endlich der Kragen.
        Um’s ganz zu vermeiden,
        da ließ er sich scheiden,
zog weit fort von Düren nach Hagen.

Nr. 1.000  (26.03.2006)

Nun hab ich die Tausend erreicht.
Na, wenn schon, im Grunde war’s leicht. 
            
Da flossen die Zeilen, 
            
da gab’s kein Verweilen,
obwohl mich Beklemmung beschleicht…
_____________________________________

Zur Veröffentlichung des 1000. Beitrages bei keinVerlag.de

 

Zuckertest(22.03.2006)

 

  Eine der beiden Tüten

 

Zwei Tüten hat Opa erstanden,
die sind noch im Körbchen vorhanden. 
         Was ist wohl darin? 
         ̶  Gespannt ist sein Sinn,
ob Nina schon alles verstanden.

 

Zuerst hat der liebliche Besen
gemeint, es sei Mehl drin gewesen. 
         Doch Aufdruck gesehn, 
         schon ist es geschehn:
„Ach Zucker! Ich kann es ja lesen!“

 

Einsicht  (22.03.2006)

 

  Der „Einsichtige“

 

Das Tempo, mit dem er geschrieben,

war sicherlich stark übertrieben.

            Und manches der „Werke“

            entbehrte der Stärke,

wär’ besser im Kopf noch geblieben…

 

Darum ist er jetzt ganz gelassen

und sendet nicht mehr solche Massen.

            Da viel nicht gleich gut,

            will lieber behut-

sam Barsch seine Texte verfassen.

 

Argot II (13.03.2006)

 

Akrostichon-Limerick

 

Aus manchem der Texte erwächst

Recht oft ein Gedanke und kleckst

Ganz ungefragt hin,

Ob Raum noch im Sinn,

Totales *staun* wie verhext.

 

Die Magersüchtige (11.03.2006)

 

Sah nur man mal flüchtig die Knie,

dann wusste man: Anorexie!

            An Beinen und Armen

            ein Bild zum Erbarmen.

Ganz dürr die Erscheinung, und wie!

 

Sie aß ihre „Suppe“ zwar auf¹,

doch Fettaugen waren nicht drauf.

            Nur Wasser mit Salz,

            das lief durch den Hals.

Die Nachteile nahm sie in Kauf.

 

Dabei war das Mädchen nicht dumm.

Die Gene, die brachten sie um.

            Das meinen Experten:

            Die Gene verzerrten

ihr Selbstbild. Nur unklar, warum.

 

¹ anders als der Suppenkaspar im „Struwwelpeter

Der Beitrag bezieht sich auf einen Artikel im stern von heute.

 

Nebenhöhlenbewohner(08.03.2006)

 

Über Nacht kam der Schnupfen zurück;

vielleicht war verblieben ein Stück

            vom boshaften Keim,

            der dann insgeheim

sich rasch hat vermehrt. Doch zum Glück,

 

als ob ich’s geahnt, hatt’ ich Massen

von Tempos mir mitbringen lassen,

            zum Schnäuzen genug.

            Da war ich mal klug!

Bleibt nur das Entsorgen der nassen…

 

Tornados im Kampf gegen die Vogelgrippe¹  (21.02.2006)

 

Der Volksmund kam früher ins Sprießen,

wenn jemand es wagte zum „Schießen

            auf Kleines wie Spatzen“,

            Kanonen, Haubatzen²

zu nutzen. Und jetzt kann man schließen:

 

Tornados im Einsatz, das muss

H5N1 bringen zum Schluss.

            Wohin sollen Viren

            sich nun retirieren,

wenn so sie stehn unter Beschuss.

 

Mit derart gewaltgen Gewichten

Lässt schon sich manch Vöglein vernichten.

Was einstmals so teuer,

ein Grab für die Steuer!

Wie könnte man darauf verzichten?

 

¹ Schlagzeile auf der Titelseite der „Rheinischen Post“ vom 21.02.2006.

² Ich weiß selber, dass die Dinger „Haubitzen“ heißen; aber das hätte sich nicht gereimt.

 

Ninas Mama ist krank  (21.02.2005)

 

Heut macht sich der Opa viel Sorgen:

Ein schwieriger Tag wird das morgen.

            Schwer krank ist Mama

            Und Oma nicht da.

Da muss er zwei „Frauen“ versorgen.

 

Mit Nina, das ist ja noch leicht;

er hofft, dass die Kraft dazu reicht.

            Die Krankheit hingegen,

            die macht ihn verlegen.

Er wünscht sich, dass bald sie entweicht.

 

Vergebliche Seelsorge  (04.02.2006)

 

Ein eifriger Pfarrer in Genf,

der wollte nur immer besänf-

            tigen die, die aus Zorn

            nur noch dachten verworr’n.

Doch leider verzapft’ er nur Senf.

 

Opa legt sich vor seinem Haus auf die Fresse¹

 

Das Haus, schon so lange vertraut,

weil selber geplant und erbaut.

            Wie’s konnte geschehn,

            ist nicht zu verstehn.

Was hat den Verstand ihm geklaut?

 

Zum Glück hat kein Nachbar geschaut;

der Anzug ist leider versaut.

            Slowmotionlike war es –

            sein „Unglück des Jahres“?

Lädiert ist wohl nicht nur die Haut...

 

Er rappelt sich hoch, irritiert.

Das ist ihm noch niemals passiert.

            Vermeidbar? – Wohl kaum.

            Ganz vage der Traum,

er hätt’ sich auf Vorrat rasiert.

 

Sein Schätzelein kennt ihn zu gut.

Er spürt, wie vom Knie aus das Blut

            den Weg schon gefunden

            nach unten. Die Schrunden,

die brennen, doch mehr noch die Glut

 

der Einsicht, dass nur so ein Dummer,

wie er es ist, kann solchen Kummer

            sich selber tun an.

            Nicht alt nur der Mann,

nein, einer, des Geist oft im Schlummer.

 

¹ Das Wort ist bewusst gewählt, um die abgrundtiefe Selbstverachtung auszudrücken, die das Ereignis (am 19.01.2006) bei Opa ausgelöst hat. 

 

 

Gewalten

 

Gewalt, so erfuhr Catilina¹,

ist sinnlos. Ganz anders bei Nina:

            Schmeißt die Opa raus,

            dann ist’s für ihn aus.

Ihre Ururgroßmutter hieß „Trina“².

 

¹ Lucius Sergius Catilina, 108-62 v. Chr., wollte 63 mit Gewalt Konsul werden. Von Cicero angeklagt, musste er fliehen und fiel auf der Flucht.

² Kurzform von Katharina, Opa muss dabei an „die Große“ denken.

 

Halonenmysterium      (16.01.2006)

 

’nen Brand mit Halōnen Ersticken,

kann lange schon nicht mehr recht glücken,

            da FCKW

            tabu in DE,

Ozonschicht zu schützen vor Lücken.

 

Ganz anders dagegen die Finnen.

Doch keineswegs sind die von Sinnen.

            Am Sonntag die Wahl

            ließ wieder einmal

Frau Hálonen Mehrheit gewinnen.

 

Horrorvorstellung, maskulin

 

Der „Zipper“, ja, der an der Hose,

verursacht so manche Psychose.

            Denn wenn der mal klemmt,

            geht Strahl in das Hemd,

kriegt „Mann“ ihn nicht rechtzeitig lose.

 

Vogelgrippewarnung für Türkeiurlauber (11.01.2006)

 

„Kontakte mit Vögeln vermeiden!“,

versucht jetzt ein Faltblatt bescheiden,

            Touristen beizeiten

            zu warnen und leiten.

Nur ja die Türkei nicht verleiden!

 

Der „Fremdenverkehr“ ist betroffen;

doch bleibt das Gemeinte noch offen

            bei „Vögeln“, mir scheint,

            was damit gemeint –

„verkehrstechnisch“ nichts, will ich hoffen!

 

Genshagen    (09.01.2006)

 

Die Nachrichtenlüge heißt „Ente.“

Frau Merkel beschwört das „Ambiente“

            bei ihrer Klausur.

            Zu fragen ist nur:

Wie streicht sie das Ambivalente?

 

Nicht immer ist besser, was doppelt.

Zu oft wird zusammen gestoppelt.

            Bei „Enten“ zu viel

            schon eine. Das Ziel:

Die möglichst nicht doppelt gemoppelt!

 

 

Zur Klausurtagung des Bundeskabinetts

 

 

Schock          (07.01.2006)

 

Ärger traf Opa es nimmer:

Ninas Erkrankung ist schlimmer.

            Lungenentzündung

            ist die Begründung.

Nina ins Krankenhauszimmer?

 

Medikament hat versagt.

Trotzdem kein bisschen geklagt.

            Kam noch mal runter,

            hat auch recht munter

Tänzchen zum Keyboard gewagt.

 

Ärztin gewährt Wochenende:

Wunder mög’ bringen die Wende!

            Hilflos der Alte;

            denkt nur, ich falte

– anders bleibt nichts mir – die Hände... 

 

Ius Musae¹ (05.01.2006)

 

Eigentlich ein Bericht in Limerickform

 

„Ach, Opa, du hast was versäumt“,

das sagt sich der Mann ganz verträumt.

            „In jedem Semester

            auch Jura, mein Bester,

dann wärst du nun besser gezäumt

 

für all die subtilen Gefechte

um Opa- und Enkelinrechte!“

            Denn heut’ wieder, ach,

            erlebt er die Schmach:

Juristisch ist stets er der Schlechte.

 

Wie macht nur die Kleine das bloß?

Im Argumentieren ganz groß;

            da macht sie ihn platt,

            bis endlich er matt

und ihr fällt der Sieg in den Schoß.

 

Was stören sie Großvaterqualen,

will sie seine Möbel „bemalen“?

            „Ach, Opa, sieh ein:

            Ich bin doch noch klein;

zur Not kannst du neue bezahlen.

 

Wer klein ist, der ist doch auch schwach;

Der Stärkere gibt darum nach.

            Das ist doch nicht schwer.

            Ich bitte dich sehr.

Mach Schluss mit dem dämlichen Krach!

 

Und möchtest du unbedingt weinen,

dann darfst du das ja, will ich meinen.

            Ich kann ja inzwischen

            die Tränen dir wischen.

Dann sind wir bald wieder im Reinen.“

 

Bald „zieren“ unzählige Striche

Mit Schwung seine Stühle und Tische.

            Die Reinigungs-Pads,

            die bleiben zuletzt

als Hoffnung, als Ausweg und Nische.

 

Weshalb sie ihn so provoziert,

fragt Opa sich, stark irritiert.

            Vielleicht sind’s die Zeilen,

            die dann ihm enteilen,

wenn sie auf die Art sich geriert.

 

Die mag nämlich Nina sehr gern,

sein „Schätzchen“, sein „lieblicher Stern.“

            „Noch mal!“, heißt es immer,

            wenn er sein „Gewimmer“

ihr vorliest. Das ist wohl der Kern.

 

 

¹ lateinisch (deutsch: „Musenrecht“)

Natürlich ist die wörtliche Rede der Muse metrisch überarbeitet, aber inhaltlich und sprachlich weitgehend so, wie Nina sie

selber formuliert hat.    

        

 

Erinnerung an ein Märchen der Brüder Grimm  (04.01.2006)

 

Heut’ hatten für fast sieben Stunden

sich Nina und Opa gefunden.

            Zuerst war’n sie oben;

            er kann sie nur loben.

Im Nu waren Stunden entschwunden.

 

Sie lasen von Hoffmanns Paulinchen¹;

er las, und es staunte sein Ninchen,

            wie rasch ward zu Asche

            Paulinchen, die „Flasche.“

Danach war’s jedoch Ninas Masche,

 

mit der dieses winzige Ding

die neueren Spiele anging,

            was staunen ihn ließ,

            wie’s „cool“ unterwies.

Sein Staunen war gar nicht gering.

 

„Die Regeln, die sollst du nicht lesen“,

entschied der energische „Besen.“

            „Verboten“ der Schrieb,

            weil Ninakind lieb

der einzige „Lehrer“ gewesen.

 

So spielten sie streng auf die Weise,

die Nina recht klar, aber leise           

            dem Alten erklärt.

            – Kein „Aber“ gewährt! –

Vielleicht hat der Kerl ja ’ne Meise...

 

Wer selber die Regeln bestimmt,

schon klar, welchen Kurs damit nimmt

            sein Glück in dem Spiel.

            – War’s wirklich ihr Ziel? –

Den Opa hat’s gar nicht ergrimmt.

 

Dann kam sie mit einer CD,

wollt’ Moorhühner jagen im Schnee.

            Doch da hieß es Warten,

            denn passwordlos starten

wollt’ leider nicht Mamas PC.

 

Als näher der Mittag gerückt,

da ham sich nach unten verdrückt

            zum Kochen die zwei.

            Klar: Nina dabei,

ganz vorne, begeistert, entzückt.

 

Zusammen den Tisch auch gedeckt,

Besteck und Servietten gecheckt.

            Das Fleisch aufgetragen,

            was sonst für den Magen,

und auch noch Salat abgeschmeckt.

 

Um vierzehn Uhr saßen die zwei

am Tisch und probierten dabei

            mit cleveren Zungen,

            ob alles gelungen.

Bis schließlich sie waren so frei,

 

schon mal mit dem Essen zu starten

und nicht mehr auf Mama zu warten.

            Ganz richtig zu tafeln,

            statt lange zu schwafeln,

steht zu wohl vom Warten Genarrten.

 

Als endlich die Mama erschienen,

erhellten sich glücklich die Mienen.

            Als kam Mamas Frag’,

            wie gewesen der Tag,

traf’s Opa jedoch wie zehn Bienen.

 

Da sprach – wie die Ziege bei Grimm² –

die zärtliche, liebliche Stimm’:

            „Der Morgen war fies,

            ich fühl mich ganz mies!“

Zum Glück fand das Mama nicht schlimm.

 

Da lachten von Herzen die drei

und hatten viel Spaß noch dabei.

            Dass Nina geflunkert

            und Freude gebunkert,

ward spürbar und sichtbar ganz frei.

 

 

¹ s. Heinrich Hoffmann: „Der Struwwelpeter“

² s. Brüder Grimm: „Tischchen, deck dich,...“

 

 

 

 

Dachrätsel     (03.01.2006)

 

Bad Reichenhall steckt voller Fragen.

Da lässt man das Training absagen:

            Vom Dach droh’ Gefahr...

            Ja, leider zu wahr!

Das Publikum durft’s ruhig wagen.

 

Nun ist die Tragödie geschehn.

Wie wird es jetzt weiter wohl gehn?

            Dass Leute im Amt

            so haben geschlampt,

das lässt sich normal nicht verstehn.

 

Morgenüberfall     (03.01.2006)

 

Heut’ Morgen hat Opa erschreckt,

wie man ihn mit Klopfen geweckt.

            Mamas Nerven blank,

            das Schätzelein krank.

Als Notnagel Opa entdeckt.

 

Denn Nina zum KiGa – wie üblich,

das ging nicht – betrüblich, betrüblich.

            Auch Oma fiel aus,

            sie war nicht zu Haus.

„Ein Unglück kommt selten...“ – Wie üblich!

 

War Opa auch noch nicht in Form,

gefreut hat er sich ganz enorm.

            Der Morgen war Klasse,

            denn Nina hat Rasse,

trotz Fieber: Ideen im Storm!

 

 

 

Opa bittet die reimbedingte Abweichung von der üblichen Rechtschreibung im letzten Wort zu entschuldigen.

 

 

Silvestervergleich  (01.01.2006)

 

Im Fernsehen gab’s viel zum Lachen

an Sketchen und ähnlichen Sachen.

            Es war gar nicht schlecht,

            dem Anlass gerecht,

doch mehr konnt’ mein Schätzchen entfachen.

 

Silvesterglück        (01.01.2006)

 

Zwei strahlende Äuglein zur Nacht,

die haben mich glücklich gemacht.

            Als krachten Raketen

            und Rauchschwaden wehten,

da hat meine Nina gelacht.

 

 

Silvestereinsamkeit        (31.12.2005)

 

Wie üblich verläuft mein Silvester.

Ich höre kein großes Orchester.

            In Kirche gesungen,

            die Feier gelungen.

„Na, schön“, sag ich drum mir, „mein Bester.“

DAs Interview (30.12.2005)

 

Es sprach Frau Susanne aus Glonn.

Sie redete viel, doch wovon,

            das wurde nicht klar.

            Oft klang es sogar,

als sei ihr die Denkkraft geronn’.

 

Sie gab sich mit Tschador verhüllt;

die Sprache war reichlich verknüllt.

            Wo Medien lauern,

            ist nur zu bedauern,

wem so wird die Seele enthüllt.

 

Wer selber sie reden gehört,

ist sicher ein wenig verstört.

            Den Bruder, den Robert,

            den hat schon erobert

ein Irrenhaus. Ob ihn das stört?

 

 

 

 

Zum ZDF-Interview von Susanne Osthoff mit Marietta Slomka am Mittwoch (28.12.2005). Frau Osthoffs Bruder Robert ist inzwischen wegen „Selbst- und Allgemeingefährlichkeit“ festgenommen und in eine Nervenklinik eingewiesen worden.

 

 

Helfersydrom

 

In Ingolstadt war eine Frau,

die soff und soff, bis sie blau.

            Das war auf ’ner Feier,

            die übliche Leier...

Doch dann wurde richtig es rau.

 

Denn drei der Kollegen und Gäste

bei diesem betrieblichen Feste

            zu Hilfe ihr eilten,

            doch bald sich keilten,

weil jeder sich sah als der beste.

 

Das Ende der Festkeilerei

kam erst durch die Stadtpolizei:

            Ins Krankenhaus zwei,

            zum Knast Nummer Drei.

Die Frau, hm, vergessen dabei.

 

Zu der folgenden Nachricht auf der Titelseite der „Frankfurter Rundschau“ von Heiligabend 2005:

 

DIE ECKE

Helfersyndrom

Ingolstadt • Die Weihnachtsfeier eines Unternehmens in Ingolstadt hat mit einer Massenschlägerei geendet. Zwei Teilnehmer mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, ein weiterer Gast wurde festgenommen. Anlass war laut Polizeibericht eine Kollegin, die plötzlich sturzbetrunken zusammenbrach. "Um die Frau wollten sich gleichzeitig drei weitere Gäste kümmern, die jedoch ebenfalls stark alkoholisiert waren." Da sie sich nicht einigen konnten, kam es zur Schlägerei unter mehreren Dutzend Gästen. Die 28-Jährige blieb unbeachtet am Boden liegen. ap

 

 

Fernseh-Tsunami         (26.12.2005)

 

„Naturkatastrophen sind Klasse“,

so denken wohl dankbar die Asse

            der Fernsehverwalter

            und Sendungsgestalter.

Nun rollt durch die Sender die Masse

 

bewegender Rückblickprogramme.

Da fehlt es an jeglichem Damme,

            der Einhalt gebiete,

            zur Schutzwehr geriete;

tsunamigleich packt uns die Ramme.

 

Doch anders als dort, bei dem echten,

als Ausweg ist hier einzuflechten:

            Der Knopf für das Aus

            beendet den Graus.

Das bleibt noch an Zuschauerrechten...

Gott in den Zeiten des Raubtierkapitalismus

Die Kirchen, wie man sie kennt,

verkommen noch ganz zum Event.

            Der Sinn, der mal drinnen,

            verrutscht zu den Sinnen,

wenn alles dem Kalbe nachrennt.

 

Nun ist auch der Goldpreis gestiegen.

Das ist doch nun wirklich gediegen.

            Das göttliche Siegel

            gerät in den Tiegel.

Die Börse zum "Werte" Abwiegen?

 

Was hätte wohl Jesus gesagt?

Warum sich kaum jemand das fragt?

            Der sanfte Rebell,

            der hätte ganz schnell

wie damals die Händler verjagt.

 

Zu folgendem Beitrag in der „Frankfurter Rundschau“ (24.12.2005, Seite 2):

 

GASTBEITRAG:

Der Rebell aus Nazareth

In Zeiten des Raubtierkapitalismus richtig zu leben ist schwer. Im Grunde muss jeder lernen, die Sprache Gottes im eigenen Herzen zu hören. Gott ist so viel größer als jede Konfession oder Religion.

VON EUGEN DREWERMANN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wofür lohnt es sich zu leben?

Folgt man der "Philosophie" unserer Gesellschaft, hat Wert allein, was sich in Geldform auf dem "freien" Markt "realisieren" lässt. Nichts hat da einen Wert, wenn es nicht käuflich ist - die Welt als Ware: ein Berg, ein Fluss, ein Stück vom Amazonas - wer Geld genug dafür bezahlt, wird dessen Eigentümer. Ganze Firmen werden inzwischen so gekauft, veräußert, ruiniert, Arbeitskräfte werden "freigesetzt" - die Renditen der Aktionäre steigen parallel zu den Quoten des Stellenabbaus.

Der Sinn in allem? Es gibt keinen. Im globalen Konkurrenzkampf aller gegen alle werden die Gewinner von heute morgen schon selbst Verlierer sein. Weltweit wächst dementsprechend die Gewalt. Die Kaufkraft im Inland sinkt, die Binnennachfrage lahmt, sie muss durch Exportaufträge kompensiert werden, und so brauchen wir ein Militär, das unter humanitären Vorwänden überall den Zugriff auf "unsere" Rohstoffe, Absatzmärkte und Handelsrouten sichert. Jeden Tag geben allein die USA mehr als eine Milliarde Dollar für Rüstung aus; für die 50 Millionen Verhungernden jedes Jahr weltweit haben wir kein Geld. In den Tagen des Raubtierkapitalismus richtig zu leben ist schwer.

Doch es gibt zu all dem eine Alternative - paradoxerweise verbindet sie sich mit den Ursprüngen "unserer" Kultur. Worauf kommt es an, wenn wir über unser Leben Bilanz ziehen? Was werden die Punkte sein, an denen wir mit uns wirklich einverstanden sind? Jeder spürt, dass der Mann aus Nazareth eigentlich Recht hat: Wo irgend wir einem Menschen begegnen, der seelisch oder sozial in Not ist, steht zur Entscheidung, was für Menschen wir sind - ob wir uns öffnen oder uns verschließen, ob wir die Welt weiter betrachten aus der Sicht der "Sieger" oder ob wir Partei ergreifen für die "Verlierer". Wohlgemerkt, was uns von dem Bettler am Straßenrand trennt, ist, wesentlich betrachtet, ein Nichts. Da, wo er ist, könnten auch wir sein, und ein wenig Krankheit, ein kleines Unglück, ein bisschen Pech mag genügen, um alles zu ändern, worauf wir gerade noch stolz sind. In Wahrheit gehört uns gar nichts. Schon dass es uns gibt, ist ein unverdientes und unerhörtes Geschenk, eine Einladung zum Teilen, nicht zum Kämpfen und Konkurrieren. Wer das begreift, lebt anders. Er existiert wirklich.

Wer man selber ist, kann einem niemand von außen sagen. Es gewinnt Gestalt in gewissen Momenten gemeinsamen Lebens - in den Augenblicken der Güte, in dem Gefühl einer Einheit, die trägt, in einem Tun, das die Enge der Angst überwindet.

Eine gefährliche Illusion liegt darin, das Heil von verfassten Institutionen erwarten zu wollen. Keine Kirche gibt sich derzeit so sicher, Gott selber auf Erden zu repräsentieren, wie das römische Papsttum. Doch die Idee schon ist nichtig. Gott braucht keinen unfehlbaren Stellvertreter auf Erden, der als "Vater aller Väter" Menschen zu ideologischer Gefolgschaft zwingen müsste, und Fragen des Existierens lassen sich nicht ins Dozieren dogmatischer Redensarten verwandeln. Der Hauptfehler Roms: Man glaubt, göttliche Wahrheit durch kirchliche Ämter (Kardinäle, Bischöfe, Priester) garantieren zu können, so dass diese Kirche ernsthaft behauptet, der "fortlebende Christus" zu sein. Welch eine Ähnlichkeit aber hätte der absolutistische Renaissance-Staat des Vatikans mit dem Vorbild des radikalen Reformwillens Jesu?

Im Grunde muss jeder lernen, die Sprache Gottes im eigenen Herzen zu hören. Da wird er herauswachsen aus den Bindungen bloßer Gruppenidentität. Gott ist nicht das Eigentum einer bestimmten Kirchenbehörde. Er ist unendlich viel größer als jede Konfession oder Religion.

In den Augen der Orthodoxen seiner Tage war Jesus selber ein Irrlehrer, ein Lügenprophet, ja, ein Verräter der Sache Gottes; er ließ ganz einfach die Grenzen nicht gelten, die man im Namen Gottes zwischen die Menschen zog. Dafür tötete man ihn. Doch um ein Stück Wahrheit zu leben, darf man nicht furchtsam zurückweichen. Mitleid mit leidenden Menschen, mit Tieren ist immer wahr, egal, welche Geschäftsinteressen dagegenstehen. Gehorsam zu lernen gegenüber der Stimme des eignen Gewissens ist allemal wahrer, als wesentliche Teile seiner Person an eine Firma, eine Partei, einen Verein oder eine religiöse Gruppierung zu delegieren. Die entscheidende Frage an unser Leben wird deshalb nicht lauten: Welch einer Gemeinschaft hast Du angehört? Sie kann nur lauten: Wer bist Du als Mensch? Und diese Frage zu beantworten ohne Zögern, im Mut zu sich selbst, im Ringen der Freiheit und im Reifen der Liebe, ist aller Sinn und alles Glück, für das es lohnt zu leben.

 

Dimissio vi¹  
            

 

Wie fest sie doch ist, Ninas Hand!

Ist Opa auch noch so galant,

            wird lästig der Mann,

            ja, was geschieht dann? –

Gleich wird er nach draußen verbannt.

 

Denn hat sie ihn erst mal gepackt,

schon hat sie – es ist ganz vertrackt –

            zur Tür ihn gezerrt

            und diese versperrt.

Zum Trost kriegt er Törtchen „gebackt.“

 

¹ lateinisch (deutsch: „Zwangsentlassung“)

Das ist Opa gestern gleich zweimal kurz nacheinander passiert. Aber als er nach seiner – von Nina „verbotenen“ – Chorprobe nach Hause kam, fand er in seiner Küche ein frisch gebackenes Törtchen. (23.12.2005)

 

Lebenserwartung, statistisch     (16.12.2005)

 

Im „stern“ hab ich heute gelesen,

im Leben, da könnt’ ich mein Wesen

            noch sechzehn Jahr’ treiben,

            weil die mir noch bleiben.

Erst dann würd’ es heißen: „Gewesen!“

 

Nun ist der statistische Durchschnitt

ein selten erreichter Naturschritt.

            Stirbt einer mit Zehn,

            ein andrer muss gehn

mit Neunzig, dann heißt das im Durchschnitt,

 

dass beide mit Fünfzig gestorben.

Das hat mir die Laune verdorben.

            Ich würde gern hundert,

            weil viel mich noch wundert,

ich manchmal auch fühl mich „umworben.“

 

Drum lass ich es einfach geschehen.

Was kommen wird, wird man ja sehen.

            Ich nehm’, was hienieden

            mir Opa beschieden,

und hoff, irgendwie wird’s schon gehen...

 

LKWs                      (15.12.2005)

 

Wenn bisher den Großen versauten

Gewinn und Erträge die Mauten,

          dann hilft ihnen gar nicht

          aus Straßburg die Nachricht:

Jetzt will man auch Kleine bemauten.

_____________________________________________________________________________________ 

Zu folgender Nachricht (ARD):

 

EU-Parlament stimmt Kompromiss zu

Lkw-Maut künftig auch für Kleinlaster zulässig

Die EU-Länder dürfen die Lkw-Maut künftig auch auf Kleinlastwagen ausdehnen. Das Europaparlament stimmte einem Kompromiss mit dem Europäischen Rat zur so genannten Eurovignetten-Richtlinie zu, mit der die Regeln für die Mauterhebung EU-weit harmonisiert werden sollen. Demnach können die Mitgliedsländer die Mauthöhe zwar weiterhin selbst festlegen, aber nach gemeinsamen Kriterien. Zudem dürfen künftig auch auf Ausweichstrecken und in Ballungsgebieten Straßennutzungsgebühren erhoben werden. Außerdem erhalten die Staaten die Möglichkeit, die Höhe der Gebühr nach Schadstoffausstoß oder nach Tages- oder Jahreszeit unterschiedlich festzulegen.

Nach dem Kompromiss kann die Straßennutzungsgebühr von 2012 an für Kleinlastwagen ab 3,5 Tonnen Gewicht eingeführt werden. Dieses sei aber keine Verpflichtung, sagte der SPD-Abgeordnete Ulrich Stockmann. Die Länder können die Mauterfassung für 3,5 Tonner ablehnen, wenn es sonst zu "verstopften Bundesstraßen durch Ausweichverkehr, Umweltbeeinträchtigungen, erhöhten Lärmbelästigungen oder zu mehr Staus" kommen würde, erklärte er. Das gleiche gelte, wenn die Kosten der Mauterhebung mindestens 30 Prozent der zusätzlichen Einnahmen betragen. Diese Ausnahmen habe Deutschland durchgesetzt.

 

Befürchtung (14.12.2005)

 

Das war zu erwarten vom Mann,

der nunmehr regiert Teheran:

Den Holokaust nennt er

ein Märchen. Ja, pennt der? –

Wohl kaum, denn er fängt ja erst an...

 

 

Schon bei seinem Amtsantritt im Juni/Juli 2005 hatte ich meine Bedenken im Blick auf  Mahmud Ahmadinedschad.

Vgl. meine Beiträge „Straßenkehrer der Nation (1)“ und „Straßenkehrer der Nation (2)“ (Limericks)

 

Zu folgender Meldung:

 

Teheran - Der iranische Präsident Machmud Ahmadinedschad hat seine antiisraelischen Verbalattacken verschärft und den Holocaust geleugnet. «Statt das Hauptproblem (die israelischen Angriffe in Palästina) zu thematisieren, widmet sich der Westen dem Märchen vom Massaker an den Juden.»

Das sagte Ahmadinedschad am Mittwoch in einer Rede in der Stadt Zahedan im Südosten Irans, die der Nachrichtensender Khabar direkt übertrug. Der als ultrakonservativ geltende iranische Präsident hatte in der vergangenen Woche das Ausmaß des Holocaust bestritten und die Verlagerung des jüdischen Staates nach Europa, etwa in Teile Deutschlands und Österreichs, vorgeschlagen. (Quelle: Web.de)

 

 

Insekt des Jahres 2006

 

Limerick in südniederfränkischem Rheydter Platt

 

Os Flimmflämmke had-et jeschaff!

Nu bön esch doch maschtisch janz baff.

            „Insekt des Jahres!“

            Möt Schlips un Kraares

dont dröm mer et vi’ere em Kaff.

 

Dat endlesch ens so e klee Deerke

wiet henger sesch löt all die Verke,

            dat es doch ’ne Jronk,

            bee „Kapes möt Honk“

drop aantestu’ete: „Pross Deerke!“

 

Wobee mer sal bloos net verjeäte,

wat so e klee Deerke deet vreäte:

            Die Blattlüüs näks Juar,

            die hand-et wal schwuar.

Die kann mer wal een Ki’er verjeäte...

 

Der Siebenpunktmarienkäfer ist das Insekt des Jahres 2006. Er ist einer von 80 Marienkäferarten, die es in Deutschland gibt.

Der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) wird bis zu einem Jahr alt und kann gelegentlich in Massen auftreten: An einem fünf Kilometer langen Ostseestrand sei einmal ein Schwarm von 25 Millionen Käfern beobachtet worden, berichtet das „Kuratorium Insekt des Jahres''.

Seit 1999 wird ein Insekt des Jahres aus einer Vielzahl von Vorschlägen ausgewählt, die namhafte Insektenkundler einreichen. (ARD, 12.12.2005) [/align]

 

 

Jahrhundertirrtum    (12.12.2005)

 

 

Da gibt es in Straubing den Müller,

das ist schon ein Negativknüller!

            Ist Bischof der Mann

            und glaubt wohl daran,

die Zeit sei antik. Was für’n Brüller!

 

Denn wer dort wagt selber zu denken,

den muss er zur Einsicht gleich lenken,

            indem er ihn feuert.

            Er selber nur steuert.

Am liebsten würd’ „Ketzer“ er henken!

 

Wo so einer herrscht als ein „Hirt“ (?),

ich fürchte, ich fürchte, da wird

            manch „Schäfchen“ verschwinden,

            woanders sich binden.

Der Mann ist doch geistig verwirrt!

____________________________________________________________________________ 

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller besteht in seinem Bistum Straubing auf absolutem Gehorsam. Eine Folge: die Kette von Entlassungen und Auflösungen reißt nicht ab. So mussten „unkonventionelle“ Pfarrer gehen, dem Theologieprofessor August Jilek wurde die Lehrerlaubnis entzogen, der Diözesanrat und die Dekanatsräte wurden aufgelöst, und jetzt wurde auch der Straubinger Schulamtsdirektor Willi Goetz seines Postens enthoben, weil er sich in einem Brief an den Bischof über das „Klima der Verunsicherung“ im Bistum beklagt hatte.

 

Zweifelhafte Strategie            (11.12.2005)

 

Nun ist doch der Sprit schon so teuer,

da macht man in England ein Feuer

            und fackelt ihn ab,

            obwohl er so knapp.

Das ist mir zutiefst nicht geheuer.

 

Zigarettenfrage              (11.12.2005)

 

Das Kraut kommt direkt aus Algerien.

Denk’ einfach, du wärst in den Ferien!

            Das Sprichwort vom Gaul,

            dem soll nicht ins Maul...

Das sag ich mir vor schon in Serien.

 

Der Name¹ ist nämlich verdächtig,

geschmacklich – nun ja – mittelprächtig.

            Ich kann nicht Arabisch,

            in Büchern da hab ich

entdeckt was, das finde schon schlecht ich...

_____________________________________________ 

¹ Der Originalname ist auf der Verpackungsabbildung zu lesen.

Ausgesprochen wird er [ra’mi:m],

die Bedeutung ist als „morsch“, „verfault“ angegeben.

 

Erstes Eigentor der WM 2006

 

Wer diesmal den Ball hat benannt,

der war wohl nicht ganz bei Verstand.

            Denn „Teamgeist“, geblähten,

            mit Füßen zu treten,

symbolisch ist das allerhand!

 

 

Bei der Auslosungsveranstaltung zur Fußball-WM 2006 (ARD, 09.12.2005) wurde auch der offizielle Fußball (Adidas) vorgestellt. Das Modell heißt „Teamgeist.“

Geschafft!              (06.12.2005)

 

Nach endlos erscheinenden Stunden

ist endlich das Buch auch gebunden!

         Von Pannen gewürzt:

         PC abgestürzt

beim Druck! Keinen Fehler gefunden...

 

Der Titel ergab sich recht schnell,

mehr treffend als originell.

         „Das Ninabuch“ heißt es,

         mein Schätzchen, das preist es,

das all meiner Einfälle Quell’.

 

Doch leider: Die Kapazität

vom „Plastikbuchbindegerät“

         ist ziemlich beschränkt

         – ach, sei’s drum, geschenkt! –

und jetzt ist es leider schon spät.

 

So nenn’ ich es eben Band 1,

auch so ist es besser als keins.

         Von allen Geschichten,

         Berichten, Gedichten

die Hälfte ist auch schon was Fein’s.     
   

 

Für Oma als Weihnachtsgeschenk,

da macht es gewisslich – ich denk –

         ein bisschen doch her;

         und wäre es mehr,

was blieb’ dann fürs nächste Geschenk?

 

Dann gibt’s zum Geburtstag Band 2.

Viel Freude ist sicher dabei.

         Und füllt schon der Schatz

         im Herzen den Platz,

ein Platz im Regal ist noch frei.

 

Blinde Vegetarier               (30.11.2005)

 

Gar stolz Vegetarier meist sind,

doch leider gelegentlich blind!

            Im Apfelsaft nämlich

            – es ist schon zu dämlich –

stets tierische Stoffe man find’t.

 

Denn all jene vollfetten Maden,

mit denen die Äpfel „geladen“,

            die schlürfen sie mit.

            Na, dann Appetit!

Ob sie sich damit denn nicht schaden?

_________________________________________________________________________ 

Leider spreche ich aus Erfahrung, denn ich habe schon unzählige Zentner Äpfel zu Saftkeltereien befördert, meist „Fallobst“ voller Maden.

 

Der Weihnachtsbaum

 

 Der Umgekehrte (Foto: Schäfer)

 

Jetzt steht er nicht mehr in der Ecke,

hängt umgekehrt nun von der Decke.

            Angeblich ganz alt

            in dieser Gestalt.

Doch eh’ ich darüber erschrecke,

da lass’ ich ihn lieber im Wald.

 _________________________________________________________________________ 

Jedenfalls hat der Schreck ausgereicht, dass mir darüber die Limerickform „aus dem Leim“ gegangen ist.

Die „Frankfurter Rundschau“ (28.11.2005, Titelseite) berichtet unter der Überschrift „Vom Himmel herunter“ über Kunststoffprototypen, die trotz eines Preises von 510 € schon Ende Oktober ausverkauft waren. Nach einer Legende solle ein englischer Mönch im siebten Jahrhundert mit Hilfe der Dreiecksform der Tanne die Heilige Dreifaltigkeit in Deutschland erklärt haben. Einige Jahrhunderte später habe der Baum zu Weihnachten zunächst umgekehrt von der Decke gehangen.

 

Allen Geburtstagsgratulant(inn)en     (28.11.2005)

 

Das war ja ’ne richtige Flut

an „Stoff“, der zum Leben mir Mut

gemacht. Darum danke ich allen!

Es hat mir gewaltig gefallen.

Ihr ahnt nicht, wie gut so was tut!

 

Das ist kein Limerick, denn die Zeilen 3 und 4 haben je einen Versfuß zu viel.

 

Mensch und Strom              (27.11.2005)

 

Was ohne Elektrizität

noch geht oder was nicht mehr geht,

            erlebt jetzt Westfalen.

            Schon arg sind die Qualen,

wo ganz ohne Strom man nun steht.

 

Der heutige Mensch ist gewohnt,

dass immer davon er verschont.

            Doch trifft es wie jetzt

            den, der so „vernetzt“,

begreift er, was wirklich sich lohnt.

 

Von Glück zeugen da schon die Fälle,

wo eigene Wohnung und Ställe

            durch Notstrom autark.

            Wer den hat, ist stark,

verfügt über Wärme und Helle.

 

Doch wenn man sich das nicht konnt’ leisten,

– ich fürchte, so geht es den meisten –

            ist’s dunkel und kalt.

            Wie fühlt sich der alt,

der zählt zu den „Fortschrittsverwaisten!“

 

 

Zu den Gebieten im Münsterland, wo seit Tagen die Stromversorgung ausgefallen ist.

 

Gratulanten               (25.11.2005)

 

Ich mag Gratulanten im Net.

Zwar sind auch „Normale“ ganz nett.

            Doch die brauchen „mehr“.

            Das nervt manchmal sehr.

Die „net ones“ empfang ich im Bett!

 

 

Ich gebe zu, das ist etwas übertrieben.

 

Siebzig                       (24.11.2005)

 

Wenn jetzt noch ’ne Stunde vergeht,

dabei auch ganz plötzlich nicht steht

            das kranke Organ,

            das stets bracht’ voran,

es gleich in die Siebzig mich weht.

 

Der Grizzly                (23.11.2005)

 

 Grizzly (Foto: Gladstone)

 

Gefahr für den Grizzly, die droht.

Der „Sierra Club“¹ sieht dunkelrot.

            Er zähle nicht mehr,

            der riesige Bär,

zu Arten, bekannt als „bedroht.“

 

Man wird ihn wohl bald wieder schießen.

Die Schützer, die wird es verdrießen.

            Protest wird nichts nützen,

            stets haben die Schützen

ja drüben das Vorrecht zu schießen...

 

 

¹ US-Naturschutzorganisation

Zu einer Meldung auf der Titelseite der „Frankfurter Rundschau“ (23.11.2005, Autor: Dietmar Osterkorn), für die US-Administration seien die Ziele des seit 1975 bestehenden Schutzes für die Grizzly-Bären erreicht, da sich ihre Zahl inzwischen verdreifacht habe. Kritiker (wie etwa der „Natural Resources Defense Council“) fürchten indes, dass ihre Zahl bald wieder abnehmen werde.

 

Kanzlerin II              (23.11.2005)

 

Die Kanzlerin wirkt manchmal kühl.

Doch ob es ihr fehlt an Gefühl,

            ist wirklich nicht wichtig.

            Nur eins ist sie richtig:

als Erstmensch im Amt ohne Stiel.

 

Das letzte Wort ist kein Rechtschreibfehler! Vielleicht wäre der Limerick besser unter P18 (Kein Zugang für Jugendliche bei keinVerlag) gestellt worden.

 

Kanzlerin I              (22.11.2005)

 

 

 

Angela Merkel bei der Vereidigung (Foto: Web.de)

 

Seit heute hat Merkel das Amt,

obwohl aus dem Osten sie stammt,

            obwohl eine Frau.

            Gewiss ist die schlau,

ob weise? – Zumindest „geschrammt“...

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Die Bildlegende bei Web.de entbehrt nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik:

"Die 51-jährige Angela Merkel ist die achte und jüngste Kanzlerin der Bundesrepublik."

 

Hochzeitsfoto

 

 

Das Paar steht bereit für das Foto.

Nicht ganz nach ’nem Sechser im Lotto,

            so sehen sie aus.

            Dem Profi ein Graus!

„Denkt positiv!“, daher sein Motto.

 

Zu der gleichnamigen Karikatur von Stephan Katz, mit der er beim Deutschen Karikaturenpreis 2005 auf den 3. Platz kam. (ZEIT, Nr. 47/2005) 

Spätes Glück

 

 

 

 

Das Bild, das der Gerhard gezeichnet,

ist leider für’n Pass nicht geignet.

            Denn beide, die linsen

            uns an mit ’nem Grinsen,

wie’s „falsch“ in den Regeln bezeichnet.

 

Zur gleichnamigen Karikatur, mit der der herrliche Stern-Karikaturist Gerhard Haderer am Deutschen Karikaturenpreis 2005 teilgenommen hat (ZEIT, Nr. 47/2005)

 

 

Lotossehnsucht                (19.11.2005)

 

Nun müsste ich dringend die Fenster noch putzen.

Ich frag’ mich andauernd, weshalb sie verschmutzen.

Kein Mensch läuft drauf rum,

’s einfach zu dumm.

Wie gut wär’ der Lotoseffekt hier zu nutzen!

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Das Gedicht ist kein Limerick! Die Zeilen 1, 2 und 5 enthalten je einen zusätzlichen Verfuß.

 

Namenspsychologie                                 (19.11.2005)

 

Der Mann von Frau Merkel heißt „Sauer“,

sie nicht. Sie war wesentlich schlauer.

            Vom Ex-Mann der Name,

            der war für die Dame

schon besser als etwas mit Trauer.

 

Durchbruch!

 

Jetzt endlich hat’s jemand begriffen,

dass mehr als gerad’ mal das Schiffen

            ist anders bei Herren.

            Wenn das ohne Zerren

ganz frei bleibt, erübrigt sich Kiffen!

 

 

Zu einer Anzeige in der „Frankfurter Rundschau“ (19.11.2005, Seite A 23), die – als redaktioneller Artikel getarnt – die geschlechtsspezifischen Vorzüge des neuen Bürostuhl der Firma Sitwell herausstreicht:

bessere Durchlüftung und Durchblutung des „Unterschieds.“

 

Geduld                           (19.11.2005)

 

Ein Fünkchen von Hoffnung zu nähren,

das gute Gefühl zu vermehren,

            gar oft magst im Leben

            du heiß danach streben.

Wart’s ab, denn das wird sich schon klären.

 

Po’-Qualifikation

 

Ob es sich um die politische oder eher eine poetische Qualifikation handelt, das bleibt zwar noch offen. Jedenfalls zitiert die „Rheinische Post“ (19.11.2005, Titelseite) den zukünftigen Landwirtschaftsminister Horst Seehofer mit dem Reimpaarvers:

 

„Ich weiß schon, wie man Kuh schreibt

und wie man Schafe treibt.“

 

Nach geringfügiger Überarbeitung ergibt sich daraus der Anfang des folgenden Limericks:

 

„Ich weiß ja schon, wie man sie schreibt,

die Kuh, und wie Schafe man treibt.“

            Das sagte der Spezi

            von Edmund, dem Schwätzi.

Mal seh’n, ob der Horst denn nun bleibt... 

 

 

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