Hier folgen die neueren Limericks (ab 23.10.2005, 14:00 Uhr):

Zeitvertreib               (18.11.2005)

 

’ne Kleene am Strand von de Peene,

die baumelte froh mit de Beene;

            en bissken te ville

            und aus mit det Spille!

Dat Fallen, dat ging von alleene...

 

Geheimnisse

 

Dort unten am Strand von San Remo,

da landete einst Captain Nemo.

            Was Verne ganz verschweigt,

            es sei hier gezeigt:

Er leitete dort eine Demo!

 

Die näheren Einzelheiten unterliegen allerdings weiter der Geheimhaltung. (17.11.2005)

 

Pressefreiheit?

 

Die „Rheinische Post“ war gemein.

Ihr Titelbild lud förmlich ein

            zu falschem Bezug.

            Das grenzt an Betrug.

Ich finde, das dürfte nicht sein.

 

Gleich unter der Frage: „Pension

gekürzt für Politiker?“ schon,

            da war dieses Bild:

            Hans Eichel gehüllt

in Tränen, dem „Ärmsten“ zum Hohn!

 

Erst die klein gedruckte Bildlegende machte deutlich, dass Eichels Tränen seine Reaktion auf die Dankesrede von Matthias Platzeck an ihn waren. (RP vom 17.11.2005)

 

Superwerbung              (17.11.2005)

 

Da ist in der Werbung für „Bit“

’ne Szene, die nenn ich ’nen Hit.

            Die Kellnerin da

            ist wirklich ein Star!

Nur „Bit“ – dafür schwärme ich nit!

 

Ergänzung, als Antwort auf Nunnys Kommentar-Limerick (bei keinVerlag):

 

Das Bit, nein, das trink ich auch nicht,

selbst wenn mir das hübsche Gesicht

            glatt mehr noch gefällt

            als viel auf der Welt.

Und Winken? – Sie sieht mich doch nicht!

 

Traurige Entwicklung              (17.11.2005)

 

Ein Lehrer aus Lieske bei Bautzen¹,

der pflegte nur ständig zu schnauzen.

            Dann wurde er heiser,

            allmählich auch leiser,

um plötzlich zu Boden zu plauzen².

 

¹ PLZ 02694

² umgangssprachlich; „laut krachend fallen“

 

Opa entschuldigt sich bei Nina   (16.11.2005)

 

Da hab’ ich dich wieder verpasst,

weil unter der Müdigkeit Last

            ich habe verschlafen,

            als du zu den „Schafen“,

nein, „Mäusen“¹(!) dich aufgemacht hast.

 

¹ Nina gehört zur „Mäusegruppe.“ Das mit den „Schafen“ war wieder mal ein typischer „Opa-Versprecher.“

 

Auf den Hund gekommen        (15.11.2005)

 

Wenn Rüden das Beinchen so heben,

dann merkt man: Die Kerlchen, die leben.

            Was alles „markiert“,

            total ungeniert!

Man(n) könnte vor Neid fast erbeben.

 

Geballte Information oder Was du Schwarz auf Weiß besitzt... (15.11.2005)

 

Heut’ stand zwar mein Haus nicht in Flammen,

zwei Seiten nur klebten zusammen,

            und zwar meiner Zeitung.

            Ich „stand auf der Leitung.“

Wer war bloß dafür zu verdammen?

 

Nachdem ich’s behutsam getrennt,

da sah ich: Man hatt’ wohl verschwend’t

            beim Drucken die Schwärze.

            — Welch seltsame Scherze! —

Da hatte ein Klümpchen gepennt!

 

Ein Klümpchen von grade dem Zeug,

vor dem jeder Leser sich beug’,

            vom Schwarzen auf Weiß,

            das fast jedem Scheiß

verspricht, dass von Wahrheit er zeug’.

 

Durchblick durch Fassadenspaltung          (15.11.2005)

 

Wenn erst die Fassade gespalten,

dann kann man den Durchblick erhalten:

            Ade sagt dem Fass,

            wer absagt dem Nass,

das meistens im Fass ist enthalten.

 

Toleranz?           (11.11.2005)

 

Wenn’s Füchslein treibt ’ne tolle Ranz,

dann geht’s ihm nur um seinen Schwanz,

            doch nicht um seine Lunte,

            die lange, rötlich-bunte,

noch weniger um Toleranz.

 

Denn alle seine Erzrivalen,

die jagt’s trotz aller ihrer Qualen

            behend aus dem Revier,

            damit sie mit Manier

sich ihre Füchsin selber malen.

 

Doch da sie meistens in der Kunst

des Malens – „schlecht“ wär’ noch gestrunzt –

            ohn’ irgendein Talent

            — wie man sie nun mal kennt —,

bleibt ihr Bemühen ganz umsunst.

 

Das Kurzgedicht ist kein Limerick!

 

Die Birke                             (11.11.2005)

 

Im Garten, da wuchs eine Birke,

die schönste im ganzen Bezirke.

            Doch sie machte viel Dreck.

            Darum ist sie jetzt weg.

Zum Glück stand sie noch nicht im Diercke¹.

 

 

¹ Schulatlas

11.11.

Limerick zum Thema Alkohol


Heut’ ist es mal wieder so weit,

beginnt doch für viele die Zeit,
wo meistens sie blau.
Alaaf und helau!
Ist selber schuld, wer noch nicht „breit.“


 

Falten                                        (11.11.2005)

 

Wer stört sich an Falten im Alter,

betrachtet die Alten wie Falter.

            Das sollte man nicht.

            Ihr Faltengesicht

mag reizen die „Raffungsgestalter.“

 

Doch, wenn man die Falten entfernt,

dann wird auch das Wesen entkernt.

            Ein Falter mit Falten

            lässt kaum sich erhalten.

Der Mensch wird durch Falten „besternt“¹.

 

Wie Sterne die dunkele Nacht

erhellt eine faltige Pracht

            ein Menschengesicht

            mit innerem Licht

und Weisheit – und immer ganz sacht.

 

¹ Man könnte auch an die „Sterne“ bei Hotels und Restaurants denken. 

           

Übersetzungstraining                  (11.11.2005)

 

Die folgenden Limericks sind nur eine schlichte Alltagsübung im Übersetzen. Sie erheben keinerlei weiter gehende Ansprüche.

 

1. Das Original (im ripuarischen Jüchener Dialekt):

 

Däm Ur sing Wengele

 

Nie moit hä die Denger mie messe!

Wä dök en de Boks hat jeschesse,

            dä wees wal wie flott

            alles domöt es vott.

Ävver jeder mot sälver et wesse.

 

2. Übersetzung ins Hochdeutsche:

 

Urgroßvaters Pampers

 

Nie möcht’ er den Luxus mehr missen!

Wer oft in die Hose geschissen,

            der weiß wohl, wie fein

            alles damit bleibt rein.

Doch jeder muss selber es wissen.

 

3. Übersetzung ins Englische:

 

Great-Grandfather’s Diapers

 

Without them? – Oh no, not a bit!

The feeling of pants full of shit

            successfully spared

            is thankfully cared.

Decision depends on one’s wit.

 

Zum Düsseldorfer Karnevalsmotto 2006  (11.11.2005)

 

Em Düsseldorp well mer „nit quake“,

mar li’ever jätt Rischtijes „make.“

            No, dann lott mar jonn,

            möt dämm, wat te don!

Mänesch Denge is lang al am Krake.

 

Wusst ich’s doch!

 

Das Singen ist gut für Karrieren,

Gesundheit, bisweilen gar Ehren!

            Meist wird es gelingen,

            durch häufiges Singen

was gut ist im Leben zu mehren.

  

Zu einer Meldung mit dem Titel „Singen fördert Karriere und Gesundheit“ in der „Rheinischen Post“ von heute (11.11.2005, Seite B4), die auf eine Studie der Universität Frankfurt/M. hinweist, in der regelmäßigem Singen positive Auswirkungen auf Ausdrucksfähigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit zugeschrieben werden. Außerdem rege das Singen die Produktion von Antikörpern an, die u. a. die Atemwege vor Infektionen schützen. Ferner versetze es den Körper in eine „ausbalancierte Spannung.“ Frauen und Männer, die singen, seien auch bessere Teamleiter.

 

Vergleiche auch meinen Beitrag „Alzheimer und Chorgesang“.]

 

Reklamepoesie                                (10.11.2005)

 

„Trockenen Fußes durch Regen und Schnee“,

lautet bei www.landsend.de

            metrisch perfekt

            – wie grad ich entdeckt –

die „Squall-Schuh“-Reklame für fast jeden Zeh.

 

Da die Zeilen 1, 2 und 5 jeweils 4 Betonungen haben, handelt es sich hier nicht um einen Limerick!

 

Questions en suspens         

 

Premier Dominique de Villepin

a parlé, mais qui sait, si en vain.

            L’État de gloire

            plain d’espoir illusoire?

L’Europe au début de la fin?

___________________________________________________

Zu den Ereignissen in Frankreich im Oktober/November 2005.

Deutsche Prosaübersetzung:

 

Schwebende Fragen

Ministerpräsident Dominique de Villepin

hat gesprochen, aber wer weiß schon, ob vergebens.

           Der Staat des Ruhmes

           voll trügerischer Hoffnung?

Europa am Anfang vom Ende?"

 

Monolog einer Weihnachtsgans    (07.11.2005)

 

Ich bin eine Gans für den Braten.

Was „Braten“ ist, kann ich nur raten.

            Recht warm soll es sein.

            Wie strahlender Schein

der Sonne auf sprießenden Saaten?

 

Doch seit mittlerweile zwei Wochen,

da hab’ ich nichts Grünes gerochen.

            Warum sperrt man ein

            mich arm Gänslein klein?

Ich habe doch gar nichts verbrochen!

 

Vor Grippe da will man uns schützen.

Tut jetzt auch der Mensch statt mit Mützen

            sich schützen mit Knast?

            Knast ist mir verhasst.

Ich frag’ mich: Was soll das bloß nützen?

 

Ich habe gehört, dass beim Schmecken

man nichts von dem Knast kann entdecken.

            Mein Kopf ist recht klein,

            drum will nicht hinein,

was sie meinen, die Menschen, die Jecken!

 

La grande nation?                        (06.11.2005)

 

Was da jetzt geschieht in Paris,

das ist zweifellos ziemlich fies.

            Chirac, der bleibt stumm.

            Das wirkt sträflich dumm.

Das Chaos ist durch und durch mies.

 

Nicht nur in Paris tobt der Brand.

Auch anderswo streikt der Verstand.

            Da wüten Chaoten

            wie höllische Boten.

Totalanarchie wächst im Land.

 

Zu lange hat dort wohl der Staat

zutiefst ignoriert, wie malad

            die Lage der Jungen,

            wie tief sie gezwungen.

Und nun hat „La France“ den Salat!

 

 

Einzige Frage: Wird’s bei uns auch so weit kommen?

 

Chirac                      (06.11.2005)

 

Fabriquer, fabriquer sur demande

n’est pas difficile pour une grande

            nation des artistes.

            Mais Jaques, fataliste,

ni fait quelque chose, ni prétend.

_________________________________________________________  

Deutsche Prosaübersetzung:

„Herstellen, nach Bedarf Herstellen ist für eine große Nation von Künstlern nicht schwer.

Aber Jaques, der Fatalist, macht weder etwas, noch tut er auch nur so.“

 

Illusionärer Finanzierungsvorschlag

 

Kurt Beck bittet Reiche zur Kasse.

In Kern ist das sicher schon Klasse.

            Nur bringen wird’s nix.

            Die kennen doch Tricks.

Drum sind sie ja nicht wie die Masse.

 

Der Staat greift stets dem in die Tasche,

der einfach nichts kennt von der Masche,

            den Staat dran zu hindern,

            sein Geld zu vermindern.

Ich selber bin auch so ’ne Flasche.

__________________________________________________________________________ 

Zur Titelstory der „Frankfurter Rundschau“ vom 05.11.2005, „SPD-Vize will Reiche zur Kasse bitten“ (Interview mit Kurt Beck, dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und SPD-Vizevorsitzenden).

 

Barschdämmerung

 

Wir Barsche wer’n immer bekannter.

Da wurd’ ein entfernter Verwandter

            von mir grad entdeckt,

            vor Fidschi versteckt.

Ein Korallenbarsch war’s, ein galanter¹.

 

¹ wie alle Barsche, selbstverständlich ——

Zu einer ap-Meldung in der „Rheinischen Post“ (05.11.2005, Seite C8).

 

Hoffnungsstrahl                                            

 

Experten aus Deutschland und Schweden

Verkünden die Botschaft für jeden:

            Die Legasthenie,

            genetisch ist sie!

Könn’ „Kranke“ bald schreiben wie reden?

 

Zu einer ap-Meldung in der „Rheinischen Post“ (05.11.2005, Seite A7) über die Erkenntnis, die Legasthenie sei auf das so genannte DCDC2-Gen zurückzuführen. Vielleicht werden bald Pillen gegen die „Krankheit“ entwickelt?

 

Trendy                            (04.11.2005)

 

In Düsseldorf lebt Lehrling Sandy,

erledigt fast alles per Handy,

            geht gar nicht mehr aus,

            bleibt nur noch zu Haus.

Fürwahr, wirklich musterhaft „trendy“!

 

Das einzige, was ihn noch quält:

Per Handy zu scheißen, das fehlt!

            Um Zähne zu putzen,

            kann auch er’s nicht nutzen.

Er hofft drauf. Und Hoffnung beseelt!

 

Das lästige Defizit „Klo“

macht öfters ihn nicht richtig froh.

            Die Crux bei der Chose:

            Es geht in die Hose!

Zwar blöd, aber leider mal so...

 

Rätselhaft                     (04.11.2005)

 

Gar oft hält ein Erzignorant

die Lösung bereits in der Hand,

            doch merkt nichts davon.

            Und scheint auch die Sonn’,

er sieht nicht, was längst er erkannt.

 

(Ich hoffe nur, dass ich mich damit nicht als jemand oute, der selbst einer ist!)

 

Ninas Zärtlichkeit                  (03.11.2005)

 

Egal, wo wir heut’ uns begegnet,

es hat viele Worte „geregnet.“

            To make me bottle¹,

            sogar mit „du Trottel,“

„du blöder...“, hat sie mich „gesegnet.“

 

Doch sah ich dabei ihre Augen,

und mochten die Worte nicht taugen,

            ihr Blick war so zart,

            da war gar nichts hart,

nur Augen zum Zärtlichkeit Saugen.

 

¹ der englische Slangausdruck bedeutet: „um mich die Nerven verlieren zu lassen“

 

Komödienstadl              

 

Seit Wochen, da hatte Berlin

sich ernsthaft gefragt, ob man ihn,

            den Buhmann aus Bayern

            mit all seinem Eiern

auch wolle zentral, mittendrin.

 

Doch dann hat Andrea, der Engel¹,

— für andere eher ein Bengel —

            Figuren gekegelt

            und alles geregelt.

Da purzelte mancher vom Stängel.

 

Und Edmunds Verblüffung war groß.

Da ging doch wohl was in die Hos’!

            Er staunte und guckte,

            sich schleunigst verdruckte...

So war ihn Berlin wieder los.

 

Doch leider, da ist auch zu Haus’

die Sache beileibe nicht aus.

            Manch Plänchen zerflattert!

            Und, ziemlich verdattert,

wünscht mancher auch da ihn noch ’naus.

 

Was jetzt nur noch fehlt der Notiz,

das ist wohl der Clou an dem Witz:

            Da meint ganz zufrieden,

            er selbst hab entschieden,

der Edmund — mit Hirn wie ein Fitz!

___________________________________________________________________________ 

¹ Ich habe die Metapher für Andrea Nahles der Glosse von Kurt Kiesewetter entnommen, die unter dem Titel „Engel Andrea“ heute (03.11.2005) auf Seite 32 der „Frankfurter Rundschau“ zu lesen ist.

 

Fortschritt                              

 

Der Opa, der weiß jetzt Bescheid,

wie’s Wetter so wird, jederzeit.

            Denn fertig ist schon

            die Installation:

Die Wetterstation steht bereit!

 

Auf die Installation einer „Funkwetterstation“ von Aldi (zu € 22,99) am 3. Nov. 2005. ;-)

 

Rückschau               (03.11.2005)

 

Wenn kurz mal nach hinten ich schau,

grad heut’ auf den Tag ist’s genau

            ein halbes Jahr her

            — als ob’ gestern wär’ —

so lang’ bin ich schon bei kV!

 

Grippaler Affekt

 

In Rudolstadt lebt eine Frau,

’ne Rentnerin, hieß es genau.

            Zu der kam herein,

            ’ne Meise, ganz klein.

Da wurde der Frau ziemlich flau...

 

„Herbei, Polizei!“ sie gleich rief.

Wenn Vögel im Zimmer so tief,

            dann droht mit der Grippe

            Freund Hein mit der Hippe.

Welch Glück, dass sie da noch nicht schlief!

 

Die Ordnungsmacht kam auch ins Haus,

ließ sofort die Meise hinaus.

            Die Frau war gerettet.

            Ich hätte gewettet,

nur Spötter, die lachten sie aus.

 

Zu einer DPA-Meldung auf der Titelseite der „Frankfurter Rundschau“ von heute (02.11.2005)

 

Echternacher Springprozession    (02.11.2005)

 

Das Theater in München ist groß.

Dank Stoiber ist richtig was los.

            Drei vor, zwei zurück;

            ein „köstliches“ Stück.

Minister wird Michael Gros? 

 

Tagesfazit

 

Das war mal ein 1. November,

als wär’ es noch immer September.

            Nach gold’nem Oktober

            kein Unwetterprober.

Wie wird denn da wohl der Dezember?

 

Polittragödie?                                           (01.11.2005)

 

Das Trauerspiel heißt SPD.

Fixiert wohl – wie ich das so seh’ –

                  durch die Wahl von Frau Nahles

                  in der Tiefe des Tales,

schrei’n jetzt die Genossen: „O weh!“         

 

Nachruf auf einen Parteivorsitzenden (31.10.2005)                    

 

Das war schon ein Schock für den Franz.

Nun schmeißt er die Brocken gleich ganz.

            Andrea gewählt,

            das ist, was ihn quält.

Aus Frust zieht er ein nun den Schwanz.

 

Auf die Ankündigung von Franz Müntefering, beim nächsten Parteitag Mitte November nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen, nachdem sein Wunschkandidat Wasserhövel heute (31.10.2005) haushoch gegen Andrea Nahles verloren hat.  

  

Limerickwürdigung                            (31.10.2005)

 

Ein kleines Gedicht sagt oft viel,

obwohl es nur selten Profil

            und Ruhm gar verleiht.

            Doch, wenn es befreit,

erreicht es ein lohnendes Ziel  

 

Fußballsitten                                        (31.10.2005)

 

Wenn wieder ein Club eine Schlappe

Erleidet, so geht’s auf die Kappe

            des Trainers zumeist.

            Dass manchmal bescheißt

ein Schiri, ist auch nicht von Pappe!

 

Alterserscheinung                              (31.10.2005)

 

Ein älterer Rentner aus Hessen,

der wollte spätabends noch essen.

            Doch da’s ja schon spät,

            ging gleich er zu Bett.

Das Essen, das hatt’ er vergessen.

 

Reklamegedanken                              (29.10.2005)

 

Ach, hätt’ er nur bei der „Allianz

versichert“ den eigenen Schwanz!

            Doch nach der OP:

            Zu spät die Idee...

Wenn Pleite, na, dann eben ganz.

 

Er würd’ ja gern „machen sein Ding,“

wenn das doch so einfach nur ging’!

            Trotz aller Reklame

            — genannt sei kein Name —,

die Chancen sind leider gering.

 

In jedem geplanten Projekt

„ein Stück von dir selber“ ja steckt.

            Doch welches, bleibt offen...

            Trotz Bangen und Hoffen,

hab ich noch rein gar nichts entdeckt.

 

Früher Kampf der Geschlechter        (29.10.2005)

 

Das traurige Unglück von Solingen

gehört wohl für IHN zu den Drohdingen.

            Mit grad erst zwei Jahren

            hat sie IHN überfahren.

Zählt SIE deshalb jetzt zu den Rohlingen?

 

Zu einer Meldung der „Rheinischen Post“ von heute (29.10.2005, Seite A3):

 

Zweijährige überfährt Einjährigen mit Kleinbus

 

SOLINGEN (sug) Ein zweijähriges Mädchen hat einen einjährigen Jungen in Solingen-Burg mit einem Kleinbus angefahren und schwer verletzt. Der Unfall geschah, als die Mutter sich neben dem Bus von einer Bekannten verabschiedete [Aha!]. Die Zweijährige kletterte auf den Fahrersitz und spielte mit dem Zündschlüssel. Dabei machte der Bus einen Ruck nach vorne und riss den Einjährigen um, der neben der geöffneten Schiebetür stand. Der Wagen rollte über die Beine des Kleinkindes. Es musste mit einem Oberschenkelbruch ins Krankenhaus.  

 

Rentenalter                                              (29.10.2005)

 

Das Alter für Renten wird steigen,

dahin scheint sich alles zu neigen.

            Ob zwei Jahre reichen,

            ob nur erstes Zeichen,

das wird sich beizeiten schon zeigen.

 

Ein Osterlimerick: Immerhin neun „Eier“!

 

Die Würde des Menschen...               (29.10.2005)

 

Wer unverschämt nennt die Frau Merkel

ein „kleines niveauloses Ferkel“,

            der soll sich was schämen,

            den Hut schleunigst nehmen.

Zum Witz nicht mal reicht so ein „Werkel.“

 

stern-Stunde der Karikatur                 (28.10.2005)

 

„Hat Stoiber noch alles im Griff?“

So lautet ein stern-Satz mit Pfiff.

            Noch pfiffiger gar

            karikierte das Paar,

die Greser & Lenz, mi’m Stift!¹

 

¹ Zu einer Karikatur von Greser & Lenz im stern, Nr. 44/2005, Seite 27

 

Atomare Morgenstrahlen

 

Da wollen doch Verdi sowie BCE,

Konzerne wie Vattenfall, EnBW,

            auch Eon, ich weiß

            — verrückt klingt der Scheiß —

zurück wieder wie RWE.

 

In ihrer Schlagzeilenmeldung auf der Titelseite berichtet die „Frankfurter Rundschau“ heute (26.10.2005) in einem Artikel von Vera Ganserow mit der Überschrift „Atomstreit neu entbrannt“ von einer Allianz zwischen Gewerkschaften und Stromkonzernen, die die neuen Regierungsparteien mit der Forderung bedrängt, das Auslaufabkommen über Atomkraftwerke rückgängig zu machen.

 

Babysimulatoren                                    (26.10.2005)

 

Für ganz junge Mädchen in Trier

heißt’s nunmehr nicht nur am Klavier

            das Können versuchen,

            da Babys zu buchen,

zwar künstlich, doch nicht aus Papier.

 

Die „Säuglinge“ sind keine „Dolls“,

sie sind auch bestimmt nicht aus Holz.

            Die „Simulatoren“

            enthalten Motoren.

„Fast“ echt ist das Zeug. Ach, was soll’s!

 

Zu einer aktuellen dpa-Meldung, das [b]Diakonische Werk[/b] biete „Babysimulatoren“ an, die wie drei Monate alte Säuglinge behandelt werden müssen, sollen sie nicht ständig schreien und in die Windeln machen. Junge Mädchen ab 11 könnten die „Babys“ für zwei bis drei Tage mit nach Hause nehmen, um durch Üben für den „Ernstfall“ gerüstet zu sein. Nun denn!

 

Alarm

 

Da hören wir heut’ aus Neuwied:

Schon Graugänse tot! So ein Schiet!

            Doch, ob es die Grippe,

            steht noch auf der Kippe...

Gefährdung für unser Gebiet?

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Zu einer Meldung der Tagesschau (ARD) von heute (25.10.2005).

 

Unbelehrbar?

 

Schon wieder mit Lügen aktiv?

Was ist mit dem persischen Brief?

            Der Brief sei nicht echt;

            der Vorwurf zu Recht?

Amerikas Ansehn hängt schief!

 

Nach einer Meldung des ddp (24.10.2005) soll die amerikanische Regierung einen fingierten Brief des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ajatollah Khameini, in Umlauf gebracht haben, um einen möglichen Angriff auf das Land zu rechtfertigen. Das berichtet das Magazin „Park Avenue“. In dem gefälschten Brief – der bereits an viele Journalisten verteilt sei – bemühe sich die Führung in Teheran angeblich um Zusammenarbeit mit al Qaida im Kampf gegen die USA.

 

Sprachtraum

 

Nun scheint ja Chinesisch im Trend

zu liegen. Doch wer es gut kennt,

            das Schulwesen da,

            genau: USA,

der glaubt jetzt fürwahr, dass er pennt.

 

Nach einer Meldung des epd von gestern (24.10.2005), liegt Chinesisch in den USA im Trend. Schon 50.000 Schüler lernen Mandarin. Der Unterricht soll weiter ausgebaut und intensiviert werden. Zwei Senatoren, der Demokrat Liebermann und der Republikaner Alexander, planen ein Gesetz, das weitere 1,3 Milliarden Dollar dafür bereitstellen soll. — Nun denn. Vielleicht klappt das ja besser als der „normale“ Fremdsprachenunterricht. Es gibt ja genug Amerikaner chinesischer Herkunft. Übrigens will Peking die Hälfte der Kosten übernehmen.

 

Silvios bester Witz

 

Ein Witz ist, was da Berlusconi

verlautbaren ließ, ohne ’ronie,

            ach nein, Ironie!

            Er klagt: RAI¹

mach’ Witze auf ihn, Berlusconi!

Fortsetzung am 28.10.2005:

 

Nun hab’ ich es besser verstanden,

warum sein „Humor“ kam abhanden.

            Denn auch Adriano,

            ja, der, Celentano,

der macht ihn jetzt kräftig zu Schanden.

 

Mit „Rockpolitik“ treibt der Alte²

Ironische Scherze, geballte,

            durchkreuzt dem Premier

            die Pläne, hehe,

dass auch es das Publikum schnallte.

 

¹ staatliches italienisches Fernsehen, im Gegensatz zu seinen eigenen Fernsehanstalten.

Nach einer Notiz der „Rheinischen Post“ vom 25.10.2005.

² Der Uralt-Rocker Adriano Celentano ist 67 Jahre alt. Seine neue Unterhaltungssendung „Rockpolitik“ ist eher politisches Kabarett und klärt die Öffentlichkeit über Berlusconis Pläne auf, durch die von ihm geplante Aufhebung jeder Einschränkung für TV-Werbespots noch mehr Geld und Einfluss zu gewinnen.

 

Vögelwarnung                    (24.10.2005)

 

Ganz England beklagt Papagei,

um H5N1 geht’s dabei.

            Bei Vögeln mit Toten

            ist Vorsicht geboten,

wie süchtig danach man auch sei.

 

Evakuierung                       (23.10.2005)

 

Als Junge schon evakuiert,

hat Zackenbarsch lange kapiert:

            Vorm Schicksal zu fliehen

            verschlingt Energien;

Entkommen ist nicht garantiert.

 

Direkt zu den Erfahrungen, auf die diese Einsicht zurückzuführen ist, führt  Mein Kriegsende 1945 auf der Seite Kriegserlebnisse.

 

Kirche und Internet            (23.10.2005)

 

 

Die Kirche im Kloster Neuwerk¹

— verglichen mit Domen ein Zwerg —

            die lässt nunmehr online

            auch ganz ohne Sonn’schein

erkennen total ihre Stärk’.

 

  St.Caecilia

¹ Die Kirche im Kloster der Salvatorianerinnen in Mönchengladbach-Neuwerk, die neuerdings im Internet einen hervorragenden Einblick in ihre historischen, religiösen, kulturgeschichtlichen und kunstgeschichtlichen Aspekte bietet, zu finden unter: www.klosterkirche-neuwerk.de. Ein Besuch lohnt sich.

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