Limericks

Im Jahre 1845 veröffentlichte der irisch-englische Dichter Edward Lear in seiner Heimatstadt Limerick, Hauptstadt der Grafschaft Munster, ein Book of Nonsense Verse, ein Buch mit Scherzgedichten, in dem er eine fünfzeilige Gedichtform vorstellte, die seitdem nach dem Ort Limerick genannt wird. Lear fand mit dieser Form viele Nachahmer, berühmt ist unter anderen der folgende Limerick von William Cosmo Monkhouse aus dem Jahre 1897:

There was a young lady of Niger,
who smiled as she rode on a tiger.
         
They returned from the ride
         
with the lady inside
and the smile on the face of the tiger.

Deutsch (eigene Übertragung, 2001):

Es war mal 'ne Jungfrau am Niger,
die grinste beim Ritt auf 'nem Tiger.
          
Ja, zurück kam man auch,
          doch die Jungfrau im Bauch.
Und grinsen, das tat nun der Tiger.

Limerick (Gedicht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Ein Limerick ist ein kurzes, oft scherzhaftes Gedicht in der Form aabba. Die erste Zeile enthält traditionell die handelnde Person und endet oft mit einer Ortsangabe, so dass der Name des Ortes oder des Landstrichs, auf den der Spottvers gemünzt ist, zugleich den Reim für die zweite und fünfte Zeile vorgibt. Dabei ist es durchaus erlaubt, den Reimen etwas Gewalt anzutun, sofern das der Pointe dient.

Ein Limerick erzählt meist eine Handlung, diese wird in der letzten Zeile zu einer komischen Pointe geführt.

Es gibt "saubere" und "schmutzige" (anzügliche, derbe) Limericks. Egal ob schmutzig oder sauber, ein guter Limerick muss intelligent und witzig sein.

Die a-Zeilen eines typischen Limericks sind dreihebig, die b-Zeilen zweihebig. Dabei wechseln zwei unbetonte und eine betonte Silben einander ab. Nur für eine wirklich gute Pointe darf in Ausnahmefällen dieses Versmaß gebrochen werden.

Die ersten Limericks tauchten um 1820 in England auf. Bereits früher gab es die Reimform. Den Namen gab (wahrscheinlich) die irische Stadt Limerick oder er ist abgeleitet von dem irischen Soldatenlied "Will you come up to Limerick" (18. Jh.). In Deutschland kamen die Limericks in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts durch die "Blödelbarden" Schobert und Black erneut in Mode, waren aber schon viel früher bekannt.

Bekannte Autoren von Limericks sind u. a. Edward Lear, Ogden Nash und Isaac Asimov.

Edward Lear verwendete meist eine Form, bei der das Reimwort der ersten oder zweiten Zeile in der letzten Zeile wiederholt wurde, vor allem im "Book of Nonsense" (deutsch: "Edward Lears kompletter Nonsens Limericks, Lieder, Balladen und Geschichten. Ins Deutsche geschmuggelt." von Hans Magnus Enzensberger). Später wurde diese Form nur noch selten genutzt. Viele seiner Limericks sind schön illustriert.

Die Möglichkeit, Limericks zu schreiben, ist in verschiedenen Sprachen auf Grund der unterschiedlichen Sprachstrukturen unterschiedlich gut.

Beispiele

  • Ein Limerick aus Ole Haldrups Buch der Limericks (Nereus Verlag, Marburg): (korrekter!)
Jener Pkw-Fahrer aus Nizza,
Der im Tank seines Wagens nach Sprit sah,
    Flog kurz drauf mit 'nem Krach
    Durchs Garagenvordach
Einem staunenden Gast in die Pizza.
  • Noch ein Beispiel für die absurde Überhöhung vieler Limericks (von Pito):
Es war eine Dame in Monheim,
die schrumpfte im Alter gar so ein,
    daß, ging sie hinaus, 
    sie ritt eine Maus,
dirigierte sie mit einem Flohbein.
  • Ein sehr schöner englischer Limerick ist dieser:
A limerick packs laughs anatomical
Into space that is quite economical.
    But the good ones I’ve seen
    So seldom are clean,
And the clean ones so seldom are comical.
  • Derselbe Limerick in einer Übertragung ins Deutsche:
So ein Limerick bringt – anatomisch –
uns zum lachen, ganz knapp, ökonomisch.
    Doch die guten – Verszauber –
    sind zumeist nicht sehr sauber
und die sauberen meist nicht sehr komisch.
  • Ein schöner Limerick zeigt anschaulich die besondere Skurrilität dieser Gedichtform:
Einem Limerickautor aus Brakel
unterläuft eines Tages ein Makel:
    Jedes Wort eine Zier!
    Doch der Zeilen nur vier.
  • Und auch im Gegenteil läßt der Limerick sich übertreiben:
Es war mal ein Jüngling in Japan,
dessen Limericks kamen noch nie an.
    Fragt man ihn warum,
    sagt er: 's ist darum,
weil ich immer versuche in die letzte Zeile so viele Wörter zu pressen wie ich kann.
  • Ein (jetzt) korrekter Limerick, in der klassischen Versform Anapäst:
Ein Hacker hat boshaft gelacht,
und Chaos per Virus entfacht.
    Der Wurm ist gemein.
    Und hat obendrein,
den Rechner zum Absturz gebracht.
  • Ein Limerick, der mathematisch und (jetzt auch) metrisch korrekt ist:
See the integral zee square dee zee
from the one to the third root of three
    multiplied by cosine
    of just three pi by nine
equals log of the third root of e.
 
\int_{1}^{\sqrt[3]{3}}z^2\ dz \cdot \cos \frac{3 \pi}{9}=\log \sqrt[3]{e}

Ich habe die Gedichtform inzwischen sehr häufig benutzt, und zwar nicht nur im Hochdeutschen, sondern auch in den Regiolekten von Rheydt (südniederfränkisch) und Jüchen (ripuarisch). Zur Wiedergabe der Mundarttexte benutze ich die RHEINISCHE DOKUMENTA, eine Schreibweise, die seit Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eine lautgerechte Darstellung von Mundarttexten erlaubt und beim Lesen problemlos ist.
Es empfiehlt sich, vor dem Lesen der Mundarttexte einen Blick in die Einführung in die Rheinische Dokumenta zu werfen.
Sie findet sich auf der Seite Heimatgeschichten (dort in De Lüschbangk). Eine pdf-Datei mit Limericks in Rheydter Platt lässt sich hier öffnen: Limericks-RY. Dasselbe gilt für die Jüchener Limericks Limericks-Jü. In einer von meinem Bruder neu entwickelten Frakturschrift lassen sie sich hier öffnen: LimJüFraktur

Hochdeutsche Limericks von mir selber 

Zestenreißerbesitzerstolz                                  (23.10.2005)

 

Edelstahlzestenreißer von WMF (€ 9,50)

Er hat für die Zesten¹ ’nen Reißer,

und all seinen Gästen nun preist er,

            wie einfach die Zesten

            und sicher am besten

sich lassen jetzt testen; das weiß er.

¹ feine Streifen aus der Schale von Zitrusfrüchten, die ihrer Bitterstoffe wegen – vor allem von Hobbyköchen – zu Würzzwecken und zu Dekorationszwecken für Desserts verwendet werden.

 

Eilmeldung                                           (22.10.2005)

Die Grippe ist heftig im Kummen,

sie hat schon an Fahrt aufgenummen.

            Nur ganz auf die Schnelle:

            Es gibt neue Fälle,

sogar schon bei Piepern¹ und Lummen²!

Variante (für Sprachpuristen, die sich an den abartigen Verbformen in Zeile 1, 2 stören):

Die Grippe ist heftig im Kommen,

sie hat schon an Fahrt aufgenommen.

            Nur ganz auf die Schnelle:

            Es gibt neue Fälle,

sogar schon bei Piepern¹ und Dommeln³!

Dabei ist allerdings das letzte Reimwort nicht ganz in Ordnung!

¹ z. B. Spornpieper (Anthus ricardi), Brachpieper (Anthus campestris) und Felsenpieper (Anthus spinoletta littoralis)

² z. B. Große Rohrdommel (Botaurus stellaris), Zwergrohrdommel (Ixobrychus minutus)

³ z. B. Trottellumme (Uria aalge)

 

Virologische Überlegung                                 (22.10.2005)

 

 Truthahn (Foto: Tierpark Görlitz)

Einst lebte ein Truthahn am Don,

der hatte manch prächtigen Sohn.

            Jetzt ziert sein Gerippe

            als Abfall die Kippe.

Hin raffte die Grippe ihn schon.

Einst lebte ein Jüngling am Rhein,

der traf da ein Mägdelein fein.

            Sie wurden ein Paar:

            Nach knapp einem Jahr,

da waren sie nicht mehr allein.

Der Sohn von dem Jüngling am Rhein

ist heute schon längst nicht mehr klein.

            Doch Puter vom Don

            — es ist schon ein Hohn —,

die lässt man zu ihm nicht mehr rein.

Denn Panik hat alle ergriffen,

als wären sie ständig beim Kiffen,

            die, ach, so werten

            Gesundheitsexperten.

Darauf hat seit je er gepfiffen!

Die Puter, im Osten gezogen,

die haben noch nie ihn betrogen.

            Im eigenen Saft

            geschmort, geben s' Kraft,

auch wenn jetzt ihr Image verbogen.

Wenn erst mal so richtig erhitzt

im Backofen, den er besitzt,

            dann mögen die Viren

            getrost nach ihm gieren,

ihr Hinscheiden ist schon geritzt!

 

Klimaveränderung                                     (21.10.2005)                             

Die Angst, die geht um in Cancun:

Was wird diese „Wilma“ wohl tun?

            Und nach Yucatan,

            sind wir dann mal dran?

Das Unheil wird sicher nicht ruhn...

 

Nebenbemerkung zu einem Trend            (20.10.2005)

 

Kultur gipfelt bald wohl im Fußball;

fürwahr der vollendete Stussfall.

            Wo Geld ist so wichtig,

            scheint Fußball schon richtig.

Doch jetzt sag ich nichts mehr (ich muss mal)...

 

Mutter Ursula                                          (20.10.2005)

 Ursula von der Leyen (Foto: SWR 3)

’ne Ärztin, ach ja, von der Leyen¹,

sieht längst ihre Kinder gedeihen.

            Für sieben daheim,

            da möcht’ sie nicht bleim;

sie möcht’ allen andern sich weihen.

¹ Frau Dr. Ursula von der Leyen, die schon seit einiger Zeit mit strahlendem Lächeln ihrer Zukunft als Bundesfamilienministerin entgegen sieht.

Elke H. auf der Messe                           (20.10.2005)

Ich hab’s doch schon immer gedacht,

was Elke in Frankfurt gesagt:

            „Wer liest, der ist besser

            als Mensch, weil er Leser.“

Da mehr liest die Frau: Mann, gut Nacht!

Auch habe sie mehr Fantasie,

die Frau – da sie liest – sagte sie.

            Warum sie einmal

            zu lesen empfahl

einen Film? – Na klar, Fantasie!

Das Gedicht bezieht sich auf ein Interview der „Rheinischen Post“ mit Elke Heidenreich auf der Frankfurter Buchmesse 2005, zu lesen in der Ausgabe vom 20.10.2005, Seite A7.

Fernsehgedanken

Gedanken beim Betrachten der Sendung hartaberfair

Der Jungliberale Jan Dittrich

— weil jung, alles andre als zittrig —

            vertrat seine These

            vom „Löffel.“ So ’n Käse!

Da wurd’ Norbert Blüm schon gewitt’rig.

Der „Ex-RTL“ Helmut Thoma

bestritt, dass er schuld an dem Drama,

            obwohl er bestimmt

            auf „Jugend“ getrimmt

RTL zur Vermeidung vom Koma.

Was Wahres vertrat Sigi Harreis:

Es sei nicht sehr warm am Polarkreis,

            obwohl viele ärmer,

            im Süden sei’s wärmer!

Dafür gebührt’ ihr der Starpreis.

Es ist in der Tat keine Mär:

Die Sendung war hart aber fair.

            Hart waren die Worte,

            doch fair nach der Sorte.

Im Ganzen gefiel sie mir sehr¹.

¹ „einigermaßen“ hätte nach Reim und Metrum leider nicht gepasst.

Das Betrachtungsobjekt war die Sendung hartaberfair vom 19.10.2005, 20:15 – 21:45 Uhr (WDR),

Moderation: Frank Plasberg

Teilnehmer: Jan Dittrich (Jungliberale), Sigi Harreis (Ex-Moderatorin), Norbert Blüm (Ex-Bundesminister), Helmut Thoma (Ex-RTL-Chef), Jürgen Fliege (Moderator, ev. Pfarrer), Monika Funsch (Karriereberatung „top forty“), Bernd M. Michael (ehemaliger Chef der Media Agentur „Grey Global Group“, Erfinder der Zielgruppe „50plus“)

Enttäuschte Pöstchen-Hoffnung, kommentiert   

                                                                                                     

RP¹ titelt, Rüttgers sei sauer

auf Merkel, im Text wird’s genauer:

            Zu wenige Posten!

            Die Frau aus dem Osten,

die halte wohl andre für schlauer...

Zwar hatte er Stimmen verloren

im Lande, kaum dass er erkoren

            zum Landes-Chef hier.

            So manch „hohes Tier“

ist längst nicht für „Höh’res“ geboren.

Das sehe nur endlich er ein:

Die Pöstchen auch hier sind nicht klein.

            Und wenn’s nicht genug,

            *grins*, weg ist der Zug,

meint dazu das „Wahlvieh“ am Rhein.

_____________________________________________________ 

¹ Überschrift auf der Titelseite der „Rheinischen Post“ von heute (19.10.2005):

  „Rüttgers ist sauer auf Merkel" 

 

Virenjubel                           (18.10.2005)

Ein Virus ist eigentlich klein;

doch, was es so treibt, ist nicht fein.

         Auch H5N1

         zum Beispiel ist eins,

das gar nicht zum Jubeln lädt ein.

Trotzdem jubelt jetzt ein Konzern,

denn „Roche“ in der Schweiz sieht ganz gern,

         dass dank „Tamiflu

         sein Kurs steigt im Nu.

Für die ist das Virus ein Stern!

Unnötige Aufregung                 (18.10.2005)

Da knabbert der Rüttgers noch dran,

sein Landesverband stünd’ hintan.

            Gilt Bildung denn nicht?

            Hier strahlt doch das Licht

von Dr. Annette Schavan¹!

______________________________

¹ Frau Dr. Schavan, die designierte Bundesministerin für Bildung und Forschung, stammt schließlich aus Jüchen, Rheinkreis Neuss. Als Jüchener weiß der Zackenbarsch (F. Schmitz) zufällig, dass Ort und Kreis zu NRW gehören.

 

Advent                                        (17.10.2005)

Nun ist ja bald wieder Advent.

So mancher, der hastet und rennt:

            So viel noch zu tun,

            kein bisschen mehr ruhn!

Kaum dass man sich selbst da noch kennt.

Ob das wohl der tiefere Sinn? —

Im Grund ich mir sicher schon bin:

            Das kann es nicht sein,

            die Hetze und Pein!

Das spürt jeder tief in sich drin.

Nur ist’s mittlerweile fast Brauch,

sich doch zu ergeben dem Schlauch

            des rastlosen Jagens,

            fern allen Behagens.

Sei klug, und tu du es nicht auch!

 

Verduurzaamde waar                                 (17.10.2005)

Wel waar is het, ik ben al oud,

Toch voel ik mij soms als een hout,

            voortdurend heel groen

            en fit iets te doen,

omdat ik ben nog niet te koud.

______________________________________________

Der niederländische Limerick in hochdeutscher Prosaübersetzung:

Dauerware

Ich bin zwar schon alt,

doch fühle ich mich manchmal wie ein Holz,

noch immer ganz grün

und dazu fähig, etwas zu tun,

weil ich noch nicht zu kalt bin.

 

Liebe, thermodynamisch                   (17.10.2005)

Sie treibt manchmal seltsame Blüten,

kein Mensch kann das wirklich verhüten.

            Und treibt sie’s zu heiß,

            dann sag’ ich ganz leis:

„Sind selber schuld, die sich verbrühten.“

Das klingt ja vielleicht paradox,

wie „bürgerlich“ Essen aus Woks.

            Ich selbst mag im Winter

            (denkt nur nicht, jetzt spinnt er)

bestimmt nicht Kaffee „on the rocks.“

Was kalt ist, das hat nichts zu suchen

beim Spiel unter Linden und Buchen.

            Denn Kälte lässt frieren

            und geht an die Nieren.

Dem Winter bleibt nur noch das Fluchen¹...

¹ wenn er nicht von einem Sonnenstrahl wie meiner Nina erwärmt wird.  

 

Ninas Liebling                                 (17.10.2005)

Sie liebt wohl ihr „Nijntje“ ganz innig,

nur heißt’s bei ihr „Miffy“. Nun sinn’ ich,

            wen hat sie wohl lieber?

            Ich hoffe, ich fieber,

dass nicht nur das Schlusslichtlein bin ich.

 

Geheimniskonflikt                         (16.10.2005)

Herr Schily war richtig vermotzt

und hat wie ein Kleinkind getrotzt.

            Was Guido da sagte,

            ihm gar nicht behagte.

Und ich hab beinahe gekotzt...

Als Kommentar zur Sendung „Sabine Christiansen“ (ARD) am 16.10.2005, 21:45 – 22:45 Uhr, speziell zu der Phase, als (Noch-)Bundesinnenminister Otto Schily von Guido Westerwelle wegen der „Cicero“-Affäre angegriffen worden war.

 

Doof bleibt doof...                                      (15.10.2005)

Der Opa, der bleibt nun mal doof

in Haus, Küche, Garten und Hof!

            Für Nina ganz klar

            — es ist wohl auch wahr —

als stoischer Erzphilosoph.

 

Küblböcks Ohren                                      (14.10.2005)

Kaum ein kann sich Daniel kriegen,

dass an ihm die Ohren nun liegen.

            Perfekt die OP,

            auch tut’s nicht mehr weh!

Doch wie will in Zukunft er fliegen?

  

Zu einer Pressenotiz über Daniel Küblböcks erfolgreiche Ohrenkorrektur durch Prof. Hilko Weerda in Kiel .

 

Hellseherin?                                  (15.10.2005)

Da treibt’s ’ne gewisse Nicole

Delya im Net ziemlich toll.

        Für kaum sechzig Eier¹

        — so geht ihre Leier —

„enthexen“ man lassen sich soll.

Auch schreibt sie an „Opfer“ beflissen,

warum deren Leben beschissen.

        Doch würd’ ihr Smaragd,

        wenn erst mal gepackt,

das Unglücklichsein lassen missen...

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¹ € 57,00

Die Limericks beziehen sich auf aktuelle Presseberichte über Briefe, die manche Empfänger(innen) vielleicht einschüchtern könnten.

Die folgende Warnung stammt von www.esoterikforum.at

Warnung vor "Hellseherin" Nicole Delya


Hallo an alle,

ich habe heute einen Brief mit der Post bekommen von einer Frau, die sich Nicole Delya nennt und sich als Hellseherin Numerologue ausgibt.

Der Brief enthält 4 beidseitig bedruckte DIN A4-Seiten und einen Rückumschlag, der nach Holland gehen soll. Freigemacht ist er in Niederaula. Frau Delya will ihn aus Bocholt geschrieben haben.

Auf der ersten Seite steht geschrieben: "Liebe ... Freundin, die mir so am Herzen liegt. Ich habe Ihnen die wichtigste Offenbarung Ihres Lebens zu machen. Heute sind Sie noch in Gefahr! Ich muss Ihnen die Wahrheit sagen. ..., Sie sind verhext; es ist nicht Ihr Fehler, aber es erklärt Ihre jetzige Lage." ... "Achtung, es geht um Ihr Leben."

So geht es in einem fort. Sie schreibt von Ihrer verstorbenen Mutter und dem Buch ihrer Großmutter. Sie bietet eine "Enthexung" an. Und die ist natürlich nicht umsonst. Man soll 57 € zahlen - verschiedene Zahlungsmöglichkeiten bietet sie an - dann will sie für einen am 1. November 2005 um 23:59 Uhr die Zeremonie meiner Enthexung ausführen, die mich von der geerbten Verhexung befreien soll, deren Opfer ich sei. Einen speziellen Ratgeber mit geheimen Instruktionen würde sie zusammenstellen, blablabla.

Ich schreibe das hier ins Forum, weil ich mir vorstellen kann, dass manch einer von euch diesen Brief auch bekommen hat. Und ich denke, niemand, der wirklich in großer Not ist, ist davon gefeit, solche "Angebote" anzunehmen und verliert dabei natürlich nur Geld. Ansonsten ist der Brief, wenn man ihn mit einem gesunden Menschenverstand liest, nur zum Lachen.

Lasst die Finger weg davon! Diese Dame - ich vermute eher, dass eine Organisation oder Gruppe oder sonstwas dahinter steckt - will Leichtgläubigen nur schamlos das Geld aus der Tasche rausziehen

Solida

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Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Antoine de Saint-Exupéry

 

Li Che Ti - Li Ni En

 

In China kam pünktlich zul Wahl

helaus und velmehlte die Schal

            del Welk’ übel Melkel

            — und nicht übel Felkel —

ein Welk übel „Lichtlinienqual“.

 

Aus Lücksicht auf Lesel leidel nul in Pseudochinesisch.      (12.10.2005)

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Der Limerick bezieht sich auf die folgende Pressenotiz (Rheinische Post“, 12.10.05, S. A4):

"Angela Merkels Biografie — jetzt auch auf Chinesisch

PEKING (erl) Die erste chinesische Biografie von Angela Merkel, eine Übersetzung des Buches von Gerd Langguth, kommt jetzt auf den Markt. Der Pekinger Verlag Jincheng (Goldstadt) hat das Umschlagbild gegenüber der deutschen DTV-Vorlage leicht geändert. Statt vor einem Gemälde von Konrad Adenauer steht die erste deutsche Bundeskanzlerin vor der Fahne Schwarz-Rot-Gold... Der Preis liegt bei rund drei Euro."

Das Bett                                                      (11.10.2005)

Da halte ich glatt jede Wette,

am schönsten ist’s Nachts wohl im Bette.

            Doch kann man nicht schlafen

            — trotz Zählen von Schafen —

schlägt’s um in ’ne Folterungsstätte.

Spätlese                                                      (11.10.2005)

Nun schläft wohl mein Schätzchen seit Stunden.

Heut’ drehten wir noch ein paar Runden

            und suchten nach Beeren¹.

            Es ließ uns gewähren

der Herbst: Noch ein Dutzend gefunden!

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¹ Walderdbeeren, von Vögeln in unserem Garten ausgesät

 

Frisch aus der Berliner Küche               (10.10.2005)

Noch köchelt es dort auf dem Herde,

dass Angie wohl Kanzlerin werde.

            Ich hoff’, das Gericht

            verursacht uns nicht

am Ende noch manche Beschwerde!

 

Scheißgedicht¹

Die Firma am Orte heißt „Herz.”

Sie heilt – gegen Bares – den Schmerz,

            wenn’s Haustier verschieden,

            und äschert hienieden

es gern ein, von Schnauze bis Sterz.

So macht sie den Liebling zur Asche,

das ist ihre clevere Masche.

            Die Urne, sehr fein,

            in edlem Design,

zahlt’s Frauchen aus eigener Tasche.

Es gibt auch ’ne würdige Feier,

damit die Empfindungen „higher.“

            Und schwebt Tierchens Rauch

            nach oben, ist’s Brauch,

mit Andacht zu tragen den Schleier.

Verglichen mit menschlichen Toten,

sind billiger die mit vier Pfoten.

            So lange das richtig,

            erscheint es schon wichtig,

dass so was auch nie wird verboten.

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¹ Der Titel geht auf die Reime zurück (vgl. Alphas grundlegenden Beitrag bei keinVerlag)

Als Kommentar zu einem seit zwei Jahren aufblühenden Tierbestattungsunternehmen am Ort, das inzwischen über zwei auswärtige Filialen verfügt. Immerhin ist damit eine Reihe von Arbeitsplätzen entstanden, ein nicht zu unterschätzender positiver Aspekt. Die Entwicklung quasi-sakraler Tierbestattungsbräuche ist allerdings zweifelhaft, sieht man sie vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich die Bestattungsriten für verstorbene Menschen gleichzeitig immer stärker zurück entwickeln, hin zur ständig zunehmenden Zahl anonymer Bestattungen. (10.10.2005)

 

Stöhntennis                                           (09.10.2005)

’ne Hoffnung im Tennis aus Löhne

verdarb sich mit ihrem Gestöhne

            den Zuschauerspaß.

            War wirklich zu krass —

zu viel, statt fürs Tennis, für Töne!

 

Acht-Augen-Gespräch                         (08.10.2005)

Ein einziger männlicher Pfau

— beleidigt sei bloß keine Frau —

            hat mehr Augen im Schwanz

            als der seltsame Tanz:

das „Acht-Augen-Gespräch.“ Ja, genau!

Napoléon I.

Im historischen Drama von Austerlitz¹,                    (08.10.2005)

wo sich offenbarte als schlauster Witz,

            was er sich gedacht,

            der Sieger der Schlacht,

kam N 1 so richtig heraus, der Blitz!

¹ In der so genannten „Dreikaiserschlacht“ (02.12.1805) gelang Napoléon I. ein glänzender Sieg über die vereinigten Truppen von Russland und Österreich.

Unfeine Wortwahl                                 (08.10.2005)

Die Deutschen, die spielten in Istanbul

heut’ Abend, ach, leider kein bisschen cool.

            Es wirkte recht wirr

            ihr hilflos Geirr’;

vielleicht hatten manche auch Schiss¹ — ach: „Stuhl“.

¹ Z. bittet wegen des Wortes um Entschuldigung. Eventuell braucht er ein Mittel gegen (geistigen) Durchfall.

Der Limerick bezieht sich auf das Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft am 08.10.2005 gegen die Türkei in Istanbul. Das Spiel endete mit einem hoch verdienten 2 : 1 für die Türkei.

 

Osterhase im Herbst                           (08.10.2005)

Ein Jungosterhase aus Flens-

burg hat doch im Herbst einen Lenz!

           Kann Rübchen sammeln

           und tüchtig rammeln,

so recht nach der Laune des Stenz.

Noch ein Wort zur K-Frage              (07.10.2005)

Das alberne Zanken wird öder,

ob Merkel es wird oder Schröder.

            Die richtige Frage

            zu stellen, man wage:

Wer ist denn da eigentlich blöder?

Ein weiteres Wort zur K-Frage       (08.10.2005)

Die Art, wie die beiden da zanken,

die sprengt ja schon sämtliche Schranken.

            Wenn man sie betrachtet,

            wie geistig umnachtet

sie zappeln in Wahnsinnes Pranken.

 

Chinesisches Geständnis              (07.10.2005)

Ich spleche ganz gelne und eiflig,

find nul alle Splachen lecht teuflisch,

            mit gal zu viel L.

            Fülwahl, ob sehl schnell

Ich lelnen die welde, bezweif’l ich.

 

Trauerspielvermeidung                  (07.10.2005)

Ganz traurig ist diese Geschichte:

Voll Hoffnung schrieb jemand Gedichte.

            Doch bot er sie an,

            gleich schrieb ihm sodann

Verlag auf Verlag nur: „Verzichte.“

Ganz anders jedoch ging’s dem Barsch.

Dem schien solches Spielchen zu harsch.

            Er ahnte beizeiten,

            ließ nie sich verleiten

zu etwas, das nur für den A...

Shoot First                         (07.10.2005)

Das „Shoot-First-Gesetz“ in den Schädeln

In Florida lässt nun einfädeln

            Verteidiger kesse,

            ganz leichte Prozesse,

die bald wohl „in court“ damit wedeln.

 

Als Kommentar zu dem Gesetz, das am 1. Oktober 2005 in Florida in Kraft getreten ist und gegen das sich jetzt vor Ort Widerstand regt.

 

NikotinBier

 

Will ich mir demnächst eine rauchen,

dann werd’ ich’s vielleicht nicht mehr brauchen.

            Ein Bier reicht dann hin,

            um satt Nikotin

hinein in den Körper zu schlauchen.

Noch ist zwar das Bier „NicoShot“

nicht greifbar. Doch bald könnt’ der Trott

            vors Haus, um zu paffen,

            vorbei sein. Die Laffen,

die’s dann noch tun, hätten den Spott.

Was nur noch die Frage: „Wie teuer

wär’ dieses Bier? Würd’ es als neuer

            Ersatzstoff für Raucher

            für seine Verbraucher

auch bringen ’ne ‚Suchtmittelsteuer’?“

Doch eins wär’ vorüber, o Weh:

Der Lungenzug, der wär’ passé!

            Denn würd’ man ihn wagen

            — statt rein in den Magen —

wär’s gleich aus, wie ich das so seh! 

Als Kommentar zu einer Meldung der „Rheinischen Post“ von heute (7.10.05), die ich hier (im Auszug) wiedergebe:

Nikotin im Bier: In drei Dosen steckt eine Schachtel

Düsseldorf (RP) Für viele Raucher ist der Konsum von Bier unabdingbar mit dem Konsum von Zigaretten verbunden. Deshalb könnte „NicoShot“ zu einem Verkaufsschlager werden. Deutsche Wissenschaftler haben im Auftrag der Herstellerfirma Nautilus das erste Bier entwickelt, das Nikotin enthält. Grund dafür ist das Rauchverbot in Bars und Kneipen in vielen Ländern. „Mit unserem Bier muss man nicht mehr auf die Straße, um schnell eine zu qualmen“, sagte ein Sprecher. Das Bier wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut und enthält drei Milligramm Nikotin. ...

Frei!                                         (07.10.2005)

Heut’ macht mich ganz leicht, was ich schau’:

Geburtstage null bei kV!

            Dem inneren Schwein-

            hund schmeckt jetzt der Wein,

weil der doch ’ne ganz faule Sau!

 

(natürlich der Schweinhund, nicht der Wein)

 

Entschuldigungsgedicht

 

Peinlich wird langsam die Zeit,

Ach, die verstrichen bis heut’.

Um’s frei zu sagen,

Lass ich mein Klagen.

Arbeit war Schuld, was mich reut. 

(mit einem stark verspäteten Antwortbrief, 06.10.2005)

An Nimbus                                               (06.10.2005)

Heut’ möcht’ ich ganz gern deinen Tag, —

Er ist was Besondres — ganz zag

Ihn dazu verwenden,

Kleinwinzig zu senden

Ein Glückwünschlein. Weit es dich trag’!

Mit den herzlichsten Glück- und Segenswünschen zum „runden“ Geburtstag, Friedhelm Schmitz

 

Radfahren und Potenz

Da meint man, welch herrlicher Lenz!

Und futsch ist die schöne Potenz...

            Den Männern droht klar

            vom Fahrrad Gefahr!

Da wär’ schon viel besser ein Benz.

Zu dem Artikel „Aus dem Tritt“ von „bart“ („Süddeutsche Zeitung“ vom 05.10.2005, S. 11), wo davon die Rede ist, dass Radfahren für Männer die Gefahr mit sich bringt, impotent zu werden. Gleich drei Arbeitsgruppen hätten im „Journal of Sexual Medicine“ Untersuchungsergebnisse mit eindeutigen Ergebnissen dazu veröffentlicht. Zitiert wird der Urologe Irwin Goldstein: „Es gibt nur zwei Sorten männlicher Radfahrer – die einen sind impotent, und die andern werden es.“

Zum „Internationalen Tag des Lehrers

Da meldet die Presse doch heute,

weil’s manchen Studenten wohl reute:

            Gering’res Int’resse

            — so sagt es die Presse —

am Lehramt! O Wahnsinnes Beute!

Zu der Meldung — ausgerechnet heute, am „Internationalen Tag des Lehrers“ —,

die Zahl der Studienanfänger für das Lehramt sei im letzten Jahr erstmalig seit 1999 wieder rückläufig gewesen. (05.10.2005)

 

Beitrag Nr. X

Man nehme doch einfach ganz keck

von den Primzahlen drei Stück sich weg:

            die zwölfte und dritte,

            die zweite noch, bitte,

nehm’ mal, und erreicht ist der Zweck!

„Schnapszahl-Limerick“,  gemäßigt mathematisch.

Die Lösung (37 x 5 x 3 = 555) ergibt die Ordnungszahl dieses Beitrags bei kV. (04.10.2005)

 

 

Lizenz zum Töten

In Florida kommt jetzt das Fragen

erst nach dem Schießen zum Tragen.

            Mit „bill four three six“

            geschieht ihnen nix:

Den Killern geht’s nicht an den Kragen.

In der heutigen Ausgabe (04.10.2005) der „Süddeutschen Zeitung“ (S. 11) findet sich dazu ein lesenswerter ausführlicher Kommentar von Andrian Kreye.

Telefonterror                                  (04.10.2005)

Erst dachte ich noch, ist wohl „error“.

Doch nun wird’s allmählich zum Terror:

            Die Telefonklingel,

            der lästige Schlingel,

als tolldreister Käufer-Ranzerrer!

Kommentar zur ständigen Zunahme unerwünschter Reklameanrufe.

 

Empfehlung

Ganz stark ist dem Mueller sein Muell,

des Montags stets neu mit Gefue(h)l.

            Und spaßig zu lesen

            für traurige Wesen,

um heiter zu tanzen in Tuell?

  

Als Leseempfehlung für die Montagskolumne „Muellers Muell" bei keinVerlag.de (03.10.2005)

Schlemmern?                                 (03.10.2005)

Wer schlemmt, der ist sicher ein Schlemmer.

Doch mangelt ein innerer Hemmer

            dem, der draus geschlossen,

            so ganz unverdrossen,

dass schlemmert ein richtiger Schlemmer.

Als Kommentar zu der Überschrift „Schlemmern [sic], schauen und schlendern“ (in der auch noch zweimal gegen das Großschreibungsgebot bei substantivierten Verben verstoßen worden ist) in der „Rheinischen Post“ vom 03.10.2005.

Analog würde daraus zu schließen sein:

„Zackenbarsch hat diesen Limerick geschreibert. Jedenfalls wird er unbekümmert weiter schreibern!" ;-)

 

Nachwahl                                        (02.10.2005)

Kommentar zur „Interpretation“ des Nachwahlergebnisses durch Rot und Schwarz

Die Dresdener haben gewählt.

Was ist es denn nun, was jetzt zählt?

            Erneut zwei „Gewinner“!

            Vielleicht schon mehr Spinner?

Der Schwachsinn scheint deutlich gestählt!

Essen und Sein                              (02.10.2005)

Laut Malik¹ isst nur man das Fremde.

Da schrumpf’ ich zum ganz leeren Hemde...

            Da alles ich esse

            — o Weh, meine Fresse! —

bin nichts ich, ein Nichts mit ’nem Hemde.

¹ Vgl. Maliks Kolumnenbeitrag (bei keinVerlag.de) vom 30.09.2005 „Ich mag keine Weicheier“

 

Verfehlte Politik                                                 (30.09.2005)

Ein älterer Herr ging zum „Örtchen“;

da las er ein Schild mit den Wörtchen:

            „Auch als Mann nie im Stehn!“

            Ha, da ließ er es gehn...

Überschwemmt war im Nu jenes Örtchen.

Zackenbarsch legt Wert auf die Feststellung, dass er mit dem Protagonisten des Limericks (dem „älteren Herrn“) nicht identisch ist. Er selber kann nämlich viel besser zielen! ;-)

 

Arachnida (Spinnentiere)                     (29.09.2005)

Bald treibt es das Leben nach drinnen,

die Vorreiter sind wohl die Spinnen.

            Ich mag sie nicht jagen,

            denn leicht zu ertragen

sind Gäste, kaum da – schon von hinnen.

Zwar spinnen sie eifrig die Netze,

doch ruhig und ohne Gehetze.

            Sie treiben’s bescheiden,

            ich kann sie gut leiden,

auch wenn ich ihr Werk mal zerfetze.

Sie nehmen’s mir keineswegs krumm,

das heißt, da sie immer ganz stumm,

            kann nie ich erfahren,

            ob „böse“ sie waren.

Ach, Spinnen zu fürchten ist dumm!

(Wenn man nicht gerade eine „Fliege“ ist.)

 

Auch so kann Fußball sein

Das Spiel von heut’ Abend bei Schalke

war diesmal kein lahmes Gewalke.

            Und auch Werner Hansch,

            ganz ohne Gemansch,

sprach Klartext, der Ruhrgebietsfalke.

Zum 2 : 2 des FC Schalke 04 im Champions-Liga-Spiel vom 28.09.05 gegen den AC Mailand. Bei etwas mehr Glück hätte Schalke, das über weite Strecken überlegen spielte und sich deutlich mehr Torchancen herausspielte, als Sieger vom Platz gehen können. Kommentator war: Werner Hansch.

Grübelei über Reklame                            (25.09.2005)

Wie heißt’s doch so sinnig bei Hornbach?

„’s gibt immer... ’nen doppelten Korn.“ *lach*

            Nein! – Richtig: „... zu tun.“

            Erinner’mich nun.

(So klingt’s, wenn den Pegasus Sporn stach...)

Da schlägt in ’ner trockenen Mauer

ein lebendes Herz. – Ob das sauer?

            Versteh’n könnt’ ich’s gut:

            Es findet kein Blut.

Gut kann das nicht geh’n auf die Dauer.

Doch Kohle, die scheint es zu bringen,

das geistlose Zeug, das die singen.

            Schließ lieber die Ohren.

            Bei mir ist verloren

der Quatsch, denn ich lass mich nicht zwingen.  

Rückblick, nostalgisch

Da gab es doch mal die Stadt Rheydt,

nun nicht mehr seit längerer Zeit.

            Vom Nachbarn verschlungen,

            zur „Eintracht“ gezwungen.

Tief innen, da tut’s mir noch Leid.

Vor 30 Jahren (1975) kam es im Zuge der Gebietsreform in NRW zur Vereinigung der beiden Großstädte Mönchengladbach und Rheydt und der Gemeinde Wickrath. Seitdem sind Rheydt und Wickrath nur noch Stadtteile. Rheydt war meine Heimatstadt, in der ich aufgewachsen bin. (25.09.2005)

Stoßseufzer II

Heut läuft doch so manches verhext.

Ich hab mit Kartusche gekleckst!

            Danach wie besessen

            am Schreibtisch gesessen.

Was kam? – Dieser klägliche Text!                        (24.09.2005)

 

Trappatonis Schicksal

Da gibt’s diesen Trainer in Stuttgart,

den heute das Spiel recht in Wut bracht.

            Schon wieder verloren!

            Das liegt an den Toren.

Rein gar nichts, was da ihm noch Mut macht.

Nach dem Spiel am 21.09.05, das zu Hause gegen den HSV verloren ging.

 

Ein seltener Lichtblick                                        (20.09.2005)

Das Spiel von Borussia Gladbach,

Beinah legte heut es die Stadt flach.

            Den Sieg gegen Bremen

            ließ sie sich nicht nehmen.

Wen wundert’s, dass ich mich mal satt lach?

 Zum 2:1 von Vfl. Borussia Mönchengladbach gegen Werder Bremen am 20.09.2005.

Schließlich bin ich gebürtiger Mönchengladbacher. Und vor Jahren hat die Borussia einmal ein (zunächst gewonnenes) Spiel gegen Werder am grünen Tisch verloren, weil eines der beiden Tore (damals noch aus Holz) zusammengebrochen war.     

 

Mit der Zeit wandelt sich die Sichtweise       (20.09.2005)

’ne jüngere Dame aus Überlingen

erhoffte als Mann gleich ein „Überdingen“.

            Die Zeit, die verstrich,

            doch merkte sie nich,

dass all ihre Chancen vorüber gingen...

Das Alter verdarb jede Chance.

Vom einstmals vorhandenen Glanze

            blieb nichts mehr zurück.

            Ihr einziges Glück:

Sie sah sich als echte Emanze!

 

Seebestattung                                     (wie die folgenden fünf vom 19.09.2005)

Ein steinalter Seemann aus Kiel,

von Bestattung auf See hielt er viel.

            Seine Frau, die Babette,

            schickte schlau per Toilette

die Asche ganz heimlich ans Ziel...

 

Ausweg?

’ne recht schwere Dame aus Haltern,

die zählte sich selbst zu den Faltern.

            Doch bei ihrer Nummer

            War eher sie Brummer!

Ihr Fett gab sie „Körpergestaltern“...

... und ihr Geld auch!  ;-))

Beitrag Nr. 500

Hab hiermit erreicht die Fünfhundert

und habe mich selber gewundert.

            Die Zeit war zwar knapp,

            doch manchmal geht’s ab... ;-))

Das nächste Ziel sind die Sechshundert.

 

Wie Männer feststellen können, ob sie geistig noch auf der Höhe sind

Recht einfach als Schnelldiagnose

— und schlicht ist sie schon, diese Chose —

            hältst beim Pinkeln galant

            du den Schlips in der Hand

und lässt laufen es still in die Hose.

(Leider ist die Diagnose dann allerdings „positiv“, wie die Mediziner negative Ergebnisse bezeichnen!)

Besorgnis

Der Opa, mit Nina, dem Wicht,

statt Fluppe steckt Halm ins Gesicht.    

            Ist Nina auch klein,

            gleich schreitet sie ein:

„Ins Gras beißen sollst du noch nicht!“

Vorbereitungsmaßnahme

Es kaufte ein Mädchen aus Linnich

ihrem Opa Radieschen, wie sinnig!

            Und fragst du, warum?

            Das war gar nicht dumm.

Sehr schnell drauf gekommen, das bin ich.

Mir schwante, zu was für ’nem Zwecke,

als ich hörte, dass sie an die Decke

            ihm hängte den Kram.

            ’s war schon recht infam:

Ein echtes Gewöhnungsgehecke!

 

 

Knalleffekt                                                                   (19.09.2005)

Eine ganz dicke Dame aus Gießen

ließ die Pölsterchen immer mehr sprießen,

            bis dann, eines Tages,

            ja, ehrlich, so war es,

sie schließlich geplatzt ist beim Niesen.

Symptomtherapie gegen schlechte Laune        (19.09.2005)

Da lebte bei uns auf dem Land,

voll Missmut beim Blick an die Wand,

            ’ne Frau, die nicht schön.

            Um’s nicht mehr zu sehn,

hat sie schließlich die Spiegel verbannt.

Pseudogeburt                                    (19.09.2005)

Ein älteres Männlein aus Meißen,          

das quälte sich ständig beim Sch...

            Sein Stuhl war so hart,

            ja, fast schon ’ne Art

von „männlichem“ Ausnahmekreißen.

 

 

Schuppen?                                        (19.09.2005)

Ein älterer Jüngling aus Hagen

hat weißliches Zeug auf dem Kragen.

            Von Haaren kein Schimmer,

            statt Schuppen viel schlimmer:

Da rieselt schon Kalk, würd’ ich sagen.

Redensarten                                      (19.09.2005)

Von Sprüchen glaubt Schlosser Johannes

nicht recht, dass da irgend was dran is:

            Sie sei’n gar nichts wert,

            oft völlig verkehrt,

wie der von der „Nase des Mannes“...

Bürdenträger mit Bart                     (19.09.2005)

Durch Bart bracht’ ein Meister in Speck¹

sein Doppelkinn musterhaft weg.

            Jetzt will er ihn düngen,

            dann sollt’ doch gelingen

für’n Bauch endlich auch ein Versteck.

¹ (PLZ 17192)

  

Ich habe zwar einen Bart, aber weder Doppelkinn noch „Bauch“, lediglich eine ganz kleine Warze am Kinn.

;-)

Approximation
Vor Baltrum wohnten zwei Muscheln;
die weibliche wollte gern kuscheln.
     Doch sein Fell war zu hart,
     und aus seinem Bart
vernahm sie nur unwirsches Nuscheln.

Assumtion
Eine Muschel im Watt vor Cuxhaven,
die träumte von wollweichen Schafen.
     Eine Möwe, halbsatt,
     nahm sie hoch aus dem Watt,
ließ im Kropfe sie weiter still schlafen.

Migration
Muscheln können bekanntlich nicht laufen.
Ja, was bringt sie denn auf einen Haufen?
     Fragst du Welle und Wind:
     Wohl dass Surfer sie sind,
surfen leblos noch ohne Verschnaufen.

Xenophobie
Ich bin eine Muschel aus Emden
und brauch weder Hosen noch Hemden.
     Ich besitze ein Haus,
     doch ich geh niemals aus.
Weil ich hirnlos bin, fürcht' ich die Fremden.

Heroismus
Eine Muschel, ganz hoch aus dem Norden,
war gefangen und hergebracht worden.
     Und im Topf auf dem Herd
     hat sie brav sich gewehrt,
ließ sich mutig geschlossen ermorden.

Hybris
Eine winzige Muschel aus Friesland
gab stets an, sie stamme aus Island.
     Einmal schluckte sie Sand,
     seither sieht sie gebannt
sich als Auster im Traumparadiesland.

FAUST (= Name eines Studienprogramms für Senioren an der Hochschule Niederrhein)
Ein älterer Herr aus Rheindahlen
litt an unerklärlichen Qualen.
     Ach, wie es ihn graust'!
     Dann erfuhr er von FAUST.
Jetzt kann er in Bildung sich aalen.

Kaffee
Einen alten Studenten aus Waat
ließ im Stich der Kaffeeautomat.
     Da mochte er drücken,
     neue Markstücke zücken...
Was erst half, war ein freundlicher Rat.

Ein Weg zu mehr Bewegung (nicht nur) im Alter
Ein älterer Knabe vom Land,
der durch FAUST an die FHN fand,
     fand kein Plätzchen zum Parken,
     doch fängt an zu erstarken.
So viel ist er inzwischen gerannt.

Weg aus der Isolation
Eine ältere Dame aus Heyden,
die begann am Alleinsein zu leiden.
     Seit sie Vorlesung hört,
     ist sie nicht mehr gestört.
Das Alleinsein lässt sich vermeiden!

Enttäuschung
Ein Prof der Physik aus Bergkamen
war empfänglich für jüngere Damen.
     Doch ´ne rassige, bunte,
     die erwies sich als Tunte.
Da fiel er total aus dem Rahmen.

Astrologie?
Einer älteren Witwe aus Dohr
kam ganz spanisch im Leben viel vor.
     Sie misstraute den Sternen,
     fing an, Sprachen zu lernen.
Und die Welt ward zum offenen Tor.

An die kV-Autoren, die mir eine Riesenfreude gemacht haben  (16.09.2005)

Das Mitfühlen kam wie ein Schwall

Als Wohlfühlgeschenk, rund und prall.

Noch immer benommen,

Kaum dass ich’s bekommen...

Ein Dankeschön dafür ich lall’!

Mein Dank gilt vor allem den Autorinnen und Autoren, die das folgende Gedicht so liebevoll kommentiert haben.

 

Dank an meine Ärztin NINA

Mein Herr Urologe in Rheydt,

der gab mir soeben Bescheid¹:

            Es liegt auf der Hand,

            mein Krebs scheint gebannt.

Jetzt fühl ich mich vorerst befreit.

Doch ohne den Einfluss der Kleinen

sei sicher es klar zu verneinen,

            dass ich so gesund.

            Und treibt sie’s auch bunt,

’nen besseren Arzt kenn ich keinen!

¹ Der Tumormarkerwert der Untersuchung vom letzten Montag lag völlig im Normalbereich, ebenso die übrigen Werte des Großen Blutbilds. (15.09.2005)

 

Nina als Heilerin

Kein Mittel hat besser genützt,

Rein gar nichts mich stärker geschützt.

Erst ihr war’s verliehen,

Bald hoch mich zu ziehen.

Schon toll, welche Kraft sie besitzt!

Dass meine – im Akrostichon genannte – Erkrankung zum Stillstand gekommen ist, führe ich auf die Lebensfreude zurück, die ich meiner Enkelin verdanke. Nina wurde in den Tagen meiner Operation geboren. Obwohl die Krankheit nach der OP wieder ausbrach, ist sie nicht mehr feststellbar, seit die Kleine bei mir im Haus lebt.

 

Papamobil                                    (21.08.2005)

Hatt’ früh die Versammlung verlassen,

ich konnt’ es zwar selber kaum fassen.

            Nach grad mal ’ner Stunde

            verließ ich die Runde.

Nur Schlaf schien noch zu mir zu passen.

Dann sah ich die lange Vigil,

und das war mir gar nicht zu viel.

            Es war wie ein Wunder:

            Ich war wieder munter!

Vielleicht war ich „papamobil“? 

Da ich mich infolge totaler Erschöpfung nicht mehr auf dem Stuhl zu halten wusste, hatte ich mich schon nach einer Stunde von einer Versammlung nach Hause geschleppt. Dort schaltete ich noch kurz den Fernseher ein, um die Nachrichten zu sehen. Aber ich erwischte den Anfang der Vigilübertragung vom Weltjugendtag und musste sie unbedingt bis zum Ende verfolgen. Dabei verlor sich mein Schlafbedürfnis vollkommen.
Und anschließend konnte ich noch problemlos die Limericks schreiben und eingeben.

Ninas Abschied ins verlängerte Wochenende             (19.08.2005)

Ich seh’ noch ihr Händchen im Wagen,

sonst nichts in den kommenden Tagen.

            Es winkte mir zu,

            doch weg war im Nu

die Kleine mit all ihren Fragen.

Ich hatte sie noch drum gebeten,

bevor sie die Scheibe hoch drehten,

            die andern zu grüßen.

            Da kam von der Süßen:

Auch Willi¹!“ Ich nickte betreten.

  

¹ Bei der Aufzählung der Adressaten für meine Grüße hatte ich nur Oma und Opa genannt, aber Willi vergessen, den „Hasen“ (das Kaninchen) der beiden.

 

Ninas Heimkehr                                  (21.08.2005)

Mein Schatz kam heut’ Abend zurück.

Eins dämpfte ganz leicht nur mein Glück:

            Ersteigend die Stufen

            hat sie noch gerufen,

dass Opa sie gar nicht entzück’.

Wohl ziemlich erschöpft von der Fahrt,

fand langweilig sie Opas Bart.

            Er solle nur bleiben

            und lieber was schreiben...

Das war ziemlich klar, aber hart. 

 

Alpha-Limerick                             (15.09.2005)

Autorinnenstar, du, aus Bayern,

Lass heute mal richtig dich feiern!

Persönlichen Dank,

Heut’ ganz ohne Zank!

Auch Zackenbarsch ist nicht zu bleiern...

und wünscht dir von Herzen alles erdenklich Gute zum Geburtstag.

 

Limericks von der „Wortspielwiese“ bei 20six.de

Die folgenden Limericks sind ohne Entwurf gleich in das Eingabeformular bei 20six eingetippt worden. Rubrik: „Endloslimerick“; Regel: Es sollte ein (loser) Zusammenhang mit den zuvor eingetragenen Limericks gewahrt bleiben.

Der folgende war dort mein erster Eintrag und wurde prompt auf die „Wortspielwiese für Individualisten“ verschoben, was dann natürlich gleich meinen zweiten provoziert hat.

Ja, wenn schon als Limerick schreiben,

dann sollt man’s auch richtig betreiben.

            Der Hebungen zwei

            In Vier und in Drei.

Sonst lässt man die Limericks bleiben.

Was Echtes wird hurtig verschoben;

der Schreiber gilt gleich als verschroben.

            Auf einer Art Wiese,

            grad so wie hier diese,

da mag er dann reimen und toben,

Ich habe mich dann trotzdem zurück geschlichen und folgende Beiträge zum „Endloslimerick“ geschrieben, wobei ich mich dem dort herrschenden Niveau ein wenig angepasst habe.

Die Vögelein in Eisenach

Die hielt die Polizei in Schach.

            Jedoch nicht für lang,

            denn dann wurd’ ihr bang.

Zu laut wurde schließlich der Krach.

Oder war’s in Aberdeen?

Ganz egal, jetzt bleibt es stehn.

            Denn um Papageien

            gezielt zu befreien,

muss man’s beherzt wohl angehn.

Die Papageien im Norden,

die wollt man tatsächlich ermorden.

            Und zwar alle drei.

            Doch wie es auch sei,

am Ende bekamen sie Orden.

Mit Orden gar prächtig geschmückt,

da waren die drei ganz entzückt.

            Sie glaubten zu schweben,

            im Himmel zu leben.

Doch das war ganz einfach verrückt.

                                                                                           

Die Vögel in nördlichen Landen,

die aus der Bredouille fanden,

            war’n froh und heiter

            und zogen gleich weiter,

bis endlich am Strande sie standen.

  

Zwei wollten im Meer herum schwimmen,

einer lieber die Berge erklimmen.

            „Ich bin doch kein Barsch,

            ach, leckt mich am Arsch!“

Durch gar nichts war um er zu stimmen.

So geht es wohl öfters mal denen,

die schweigen statt auf sich zu lehnen,

            bis eintritt der Fall:

            Dann gibt es ’nen Knall

und Gekämpfe mit Klauen und Zähnen.

Keine Einträge von anderen seit dem 1. Mai 2005. Ich habe deshalb am 23. 5. geschrieben:

Es ist doch fürwahr nicht zu fassen:

Man hat mir den Vortritt gelassen!

            Kein Mensch trägt mehr ein

            als ich ganz allein.

Das könnte euch Bande so passen!

Doch nun zu den Vögeln zurück!

Die warten ja noch auf ihr Glück.

            Sie warten schon lange

            und sind schon ganz bange...

Der Story, der fehlt noch ein Stück.

In der Zwischenzeit hatte ich vergessen, dass „Papageien“ die Helden waren. Aber „Pinguine“ beginnen ja auch mit P.

Ist’s etwa um dich schon gescheh’n,

du Endlosigkeitsphänomen?

            Das kann doch nicht sein,

            drum schreib ich hier rein.

Die Pingus, die sollen es seh’n!

Prompt kamen die Pingus ins Rheinland,

mehr nördlich, wo’s nicht mehr das Weinland.

            Da war so ein Barsch,

            den fanden sie harsch!

Behauptet doch der, es wär’ sein Land.

Limericks ab 16.05.2005 (veröffentlicht bei keinverlag.de):

Einzelne Limericks beziehen sich auf bestimmte Teilnehmer bei kV.

Morgenepisode

Die Mama hat heute erschreckt

den Opa, als sie ihn geweckt.

            Er hatte verpennt

            trotz Weckerpatent,

ihn hatte ein Traum wohl geneckt.

Und dabei sollt’ heut’ er ab Sieben

— so war man am Abend verblieben —

            auf Ninakind achten.

            Für Mama galt: Starten

zur Arbeit, für Opa: schnell Stieben

hinaus aus dem wohligen Bette,

’ne ganz überstürzte Toilette

            und eilends nach oben

            in Schlafgarderoben

mit Morgenrock rauf zu der Klette.

Die musterte ihn ziemlich kritisch

und meinte dann — fast schon politisch —,

            er säh’ komisch aus.

            Doch dann sprach die Maus:

„Na, bleib nur mal hier, alter Sittich!“

Dann haben sie Bücher gelesen

Von Märchen- und anderen Wesen.

            Nach einiger Zeit,

            da war’s dann so weit,

da sagte der muntere Besen:

„Jetzt müssen zu Rewe wir laufen,

und da neue Buchstaben kaufen.“

            Was Opa verwirrte,

            weil wieder er irrte

im Blick auf den Bilderbuchhaufen.

Doch da griff sie rasch nach ’ner Tüte,

’ner leeren. Ach ja, meine Güte!

            Sie meinte die Plätzchen!  

            Natürlich, mein Schätzchen,

dein Opa ist wirklich ’ne Blüte.

Ein Buchstabe war noch vorhanden;

das war’s, was die beiden nur fanden:

            „Wie Friedhelm ein F“,

            das gab sie dem Chef (?):

„Iss du!“ Darauf hat sie bestanden.

Dann hat sie ihn runtergeschickt.

Auf die Frage hat sie genickt:

            Ob brav sie auch sei,          

            wenn er unten dabei,

sich anzuzieh’n, wie es sich schickt.

„Ja, geh nur, ich bleib so lang oben.

Aber komm bald, dann können wir toben.“

            Er hat es gewagt,

            von Zweifeln geplagt,

danach konnte er sie nur loben.                              (10.08.2005)

Rentenkürzung durch die Hintertür?

Das ist ja wohl doch keine Ente,

was jetzt man schon fordert zur Rente.

            Zwar wird’s noch bestritten,

            doch kennt man die Sitten:

Vor Siebzig gibt’s Abschlagsprozente!

Mit Fünfzig gibt’s kaum noch ’nen Job,

ob Wissen und Können auch top.

            Doch alle Parteien

            noch lauthals beschreien,

mit ihnen gäb’s kein ex und hopp

für all die bejahrteren Wähler,

(weil die noch benötigt zum Zähler

            der eigenen Quoten).

            Ach, wär’s doch verboten,

so grob zu verarschen die Wähler!                       (10.08.2005)

 

Zur Ermordung von Frère Roger      (19.08.2005)

Ach, Frère Roger Schutz in Tai!

Die Art, wie er starb, tut sehr weh.

            Er lebte den Frieden.

            Ist das denn hienieden

als Grundwert schon wieder pas?

 

Heftige Angriffe wegen angeblich unsauberer Metrik des Limericks nötigen mich, die Darstellung durch (eigentlich störende) diakritische Zeichen zu präzisieren.

Vorbemerkung: Das französische Wort „frère“ ist einsilbig. Der ermordete Prior von Taizé hieß „Roger Schutz“ (ausgesprochen „Schütz“).

In der Untertonigkeit gibt es keine Betonung, also ist es auch belanglos, ob man „Roger“ deutsch, englisch oder französisch ausspricht (Ich persönlich spreche den Namen französisch aus).

Um sichtbar zu machen, welche Silben zu betonen sind, habe ich diese jetzt durch Unterstreichung gekennzeichnet. Daraus ergibt sich die einzig richtige und sinnvolle Betonung, die zugleich auch dem Anapäst des Limericks entspricht.

Leid tut mir die ganze Geschichte vor allem wegen des Themas.

 

Abbitte an Frère Roger Schutz

Ach, Frère Roger Schutz in Taizé!

Ja, nicht nur dein Tod tut sehr weh.

                Wo junge „Experten“

                Mit Halbwissen plärrten,

das kostete Kraft, ich gesteh’.                                            (25.08.2005)

 

Auch eine Erfahrung                           (18.08.2005)

’nen älteren Mann am PC

ergreift manchmal spürbares Weh,

            wenn ganz ungezwungen

            ihn schmähen die Jungen,

als wünschten sie sich, dass er geh.  

 

TV-Duell

Jetzt ging es doch relativ schnell.

Es gibt nur ein einz'ges Duell

            von Merkel und Schröder.

            Wer ist denn nun blöder?

Gar einer davon auch reell?

Das Volk mög’ sich ernsthaft befragen,

ob nicht nur Phantome sie jagen.

            Sie treiben zur Schau

            durchs Dorf manche Sau.

Nur uns geht’s danach an den Kragen!         04.08.2005 

 

Na, denn...

Parteiengezänk ist normal,

Recht typisch zumal vor ’ner Wahl.

Ob’s den Wählern gefällt,

Sei in Frage gestellt.

Tatsächlich verstärkt’s ihre Qual.

Ob Stoibers recht dümmliche Worte

Sich rechnen zur hilfreichen Sorte,

Tut wenig zur Sache.

Es war vielleicht Rache,

Nachdem ihm verschlossen die Pforte.

+

Ließ ihn doch die „Schwesterpartei“

Im Kanzlerspiel nicht mehr dabei.

Nicht er Kandidat!

Kalkül, dass er hat

Erhoben sein töricht Geschrei?                                   (12.08.2005)

Limericks?

Wollt’ eigentlich keinen mehr schreiben.

Weshalb lasse dann ich’s nicht bleiben?

            Des Limericks Kürze

            verleiht nun mal Würze.

Man kann sich so schön daran reiben...

Ansichtswandel

Ein Handelsvertreter aus Aachen

fand Karneval gar nicht zum Lachen.

            Doch als er im Suff

            gelandet im Puff,

fand gar nicht so schlimm er die Sachen.

Gemeinheit

Ein Märchenerzähler aus Kappeln

ließ Kinder nur all zu gern zappeln.

            Er schloss mitten drin,

            ganz gleich, wie der Sinn.

Da mochten vor Spannung sie rappeln.

Irrtum

Ein Leser von hier, von kV,

der hielt sich für mehr schon als schlau.

            Er wollt’ mich belehren,

            was Limericks wären.

Doch wusst’ er es selbst nicht genau.

Rechtschreibung

Die Ahnen fürchteten Druden.

Ich habe mehr Scheu vor der kruden

            Erkenntnis vom Schreiben.

            Wie’s manche da treiben...

Ja, wofür gibt’s schließlich den Duden?

Sehnsucht

Ach, könnt’ es mir doch mal gelingen,

zu fliegen auf Pegasus’ Schwingen!

            Doch still und bescheiden

            muss immer ich weiden

als Grille im Gras, leis’ nur singen.

Niederrheinischer Odenwald?

Im Rheinland sind leider die Oden

beim Dichten recht fremde Methoden.

            Zwar geb ich mir Mühe,

            dass trotzdem erblühe

ein „Odenwald“ auf diesem Boden.

(Ich frage mich jedoch:)

Ist da nicht der Ansatz schon eitel —

fast wie auf der Glatze ein Scheitel?

            Wo praktisch nur Wiesen,

            mal Bäume zu leasen

schafft sicher ein waschechtes Pleitel!                 07.08.2005

Russisches Ostpreußen

Ein älterer Mann aus Gumbinnen

fing manchmal schon leicht an zu spinnen.

            Zu hören den Ort

            mit russischem Wort

als „Gussew“ bracht schier ihn von Sinnen.

Geiz ist geil?

’ne Hausfrau aus Münster am Stein

fand Kränzchen mit Kaffee sehr fein.

            Als geizesgepaarte

            am Kaffee sie sparte,

bis endlich sie trank ihn allein.

Sonne und Mond

Einst glaubte das Männchen im Mond,

dass nachts zu erscheinen sich lohnt.

            Doch ohne die Sonne

            Verging ihm die Wonne.

Da hat es sich lieber geschont.

Mode?

Ein jüngerer Mann aus Westfalen

trug schrecklich gern braune Sandalen

            mit Socken, ganz weiß.

            Doch das war wohl Sch...

Die Einsamkeit brachte ihm Qualen.

Sorglosigkeit

Zwei Hasen, die waren beim Grasen

auf sonnebeschienenem Rasen.

            Ein Jäger sie sah,

            und was dann geschah?

Ein Knall, dass sie nie mehr genasen.

Fehleinschätzung

Das Alphatier von einer Herde

seit langem verwilderter Pferde,

            das dacht’ von den Bären,

            dass Kühe sie wären.

Und das war das Ende der Herde.

ein Figurproblem

Mein Schätzchen ist wirklich sehr schlank.

Am Hungern liegt’s nicht, Gott sei Dank!

Gesund sich Ernähren ——

Es kann schon erklären

Recht deutlich, warum sie kein „Schrank“.

Aber was das Akrostichon nennt, ist sie auch nicht!

Ninas Vorlieben

Sie spielt gern mit Autos und Tieren

und läuft auch mal auf allen Vieren.

            Doch vor jeder Sache,

            da liebt sie die Sprache

samt Singen und viel Musizieren. 

Recht gern tut sie andere necken,

besonders: den Opa erschrecken.

            Damit das nicht hasst er,

            bekommt er ein Pflaster

auf einen von all seinen Flecken.

Und macht’s in ’ner Pfütze mal „platsch“,

weil Nina gern stapft durch den Matsch,

            dann tröstet sie heiter

            den „Ausgehbegleiter“:

„Ach Opa, das war doch nur Quatsch!“

 

Geschmackswandel bei Nina

Was ließ sie noch liegen in Rheydt

Und mochte sie kaum seinerzeit?

Real ist’s ganz klar:

Sie war erst ein Jahr!

Tut heute ihr gut, meiner Maid.

Das fragliche Nahrungsmittel wird im Akrostichon genannt. Nina ist inzwischen drei Jahre alt und lebt seit rund zwei Jahren bei mir in Jüchen. (09.08.2005)

PC-Schicksal, wann wohl?

Norbert aus Fulda in Hessen,

Ach, der hat Stunden gesessen,

Chaos im Hirn,

Hintern im Firn,

Taste fürs „Exit“ vergessen!

Das Akrostichon beantwortet die Titelfrage.

Schlossfeuer

Ein Jungwanderbursche aus Rheydt,

Lang trieb es mit andern ihn weit,

Muss heute nun lesen:

Ach, hin, was gewesen!

Und das tut wahrhaftig ihm Leid.

Auf eine Pressemeldung (vom 08. August 2005), das im Akrostichon genannte Schloss sei völlig abgebrannt.

  

Beitrag Nr. 400

Ein Autor, erst kurz bei kV,

dem Mitternachts öfters mal flau,

            der ist ganz verwundert:

            Was? Schon Text vierhundert?

Jetzt nur nicht gespielt gleich den Pfau!

Die Rente ist sicher

Die Zeitung hat heute geschrieben,

von Blüms altem Satz sei geblieben,

            dass sicher nicht reiche

            für mehr als ’ne Leiche

die Rente. Wohl kaum übertrieben.                 Anfang August 2005

 

Ortsflair

Wo wohnen nun wirklich die Schweine?

Denn „Schweinheim“¹ gibt es alleine

            schon dreimal im Lande.

            Und riecht man die Schande

in „Schweinschied“²? — Wahrscheinlich, ich meine...

¹ 53177 Schweinheim, 53881 Schweinheim, 63743 Schweinheim

² 67744 Schweinschied                                                                                             06.08.2005

Ausweg

Ein älterer Knabe in Jüchen,

der werkelt gar oft in der Küchen.

                        Doch durch den PC,

                        so ist’s, ich gesteh’,

entflieht er den scharfen Gerüchen.

Auf Urbinia

Ich finde Urbinia Spitze,

ihr Vers strahlt — formal und mit Witze.

                        Und übt sie Kritik,

                        dann kommt’s manchmal dick...

Mit Bangen ich öfters hier sitze.

Kein Märchen

Es war mal ein Dichter in Irland,

der für Scherz ’ne gelungene Form fand.

                        Doch einige Leute

                        verhunzen sie heute.

Das ist schon ein trauriger Zustand.

In Limerick ward er geboren,

der Vers, den E. Lear sich erkoren.

                        Oft kommt er gut an;

                        Auf jeden Fall dann,

wenn die Form nicht total ging verloren.

Alter Mann und Internet (II)

Es war mal ein Greis aus dem Rheinland,

mehr nördlich, wo’s nicht mehr das Weinland.

                        Der surfte im Web,

                        zu sehn, was es gäb’...

Nach kurzer Zeit dacht’ er, ’s wär’ sein Land.

  

Dem Zugkönig 2005 des „Gneisenau“

Heinrich Mohren

(Limericks)

Zum Schützenfest, bald, hier am Orte,

wie sag’ ich’s, mir fehlen die Worte,

                        ein König muss her.

                        Ja, ist das denn schwer?

Der „Gneisenau“ stellt die Eskorte.

Mein Schützenzug schießt auf die Scheibe...

Ach, bleibt mir nur damit vom Leibe!

                        Ich treffe doch nie

                        Und frag’ mich nur, wie,

warum so erfolglos ich bleibe.

Schon wieder hat Heinrich vom Lande —

den andern gilt’s fast schon als Schande —

                        die Würde allein!

                        Es muss wohl so sein.

Nur Jubeln, das bleibt noch der Bande!

Schüttelreimlimerick

Ein Jäger aus Rüssel(e)sheim,

der suchte auf „Hüssel“ ’nen Reim.

                        Er heckte ’zig Stunden,

                        doch steckt trotz sein’ Hunden

noch immer in Rüssel(e)sheim.

Chefkochstrategie

Heut’ koche ich einfach mal Reis,

weiß nur noch nicht: braun oder weiß?

                        Ob süß oder salzig,

                        ob mager, ob salzig,

gefressen wird eh jeder Scheiß!

Schon hart, was ich da wieder sage.

Doch manchmal belastet die Frage.

                        Wer nie variiert,

                        sich selten blamiert.

Nur langweilig bleibt’s alle Tage.

Gestehe drum ganz unumwunden:

Die Planung, die kostet mich Stunden.

                        Gekocht ist im Nu

                        und schmackhaft dazu,

wenn erst mal das Richt’ge gefunden.

Rhabarberkompott für Schroebibri

Da nimmst du am besten Rhabarber,

Denk ja nicht: am Zucker da spar’mer!

                        Er wird dann zu sauer.

                        Drum ist es schon schlauer,

schön zuckern, bevor dass verdarb er.

Schroebibris Einwand

Für Schroebi ist’s offenbar wichtig,

„Rhabarber“ zu reimen ganz richtig.

                        Das könnt’ es nicht sein!

                        Der Reim sei nicht rein!

—Bei Rezepten ist sowas doch nichtig.

Zur NRW-Landtagswahl

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen

geh’n Sonntag vielleicht zu den Wahlen.

                        Bloß — viele tun’s nicht,

                        sie üben Verzicht.

Doch trotzdem müssen sie zahlen.

Heimatsprache

’nen Jüngling vom Lande aus Hessen

verschlug’s vor dem Kriege nach Essen.

                        Das war um ’o3,

                        und nicht Weltkrieg II.

Seine Sprache hat nie er vergessen.

 

(Der "Jüngling" war Magnus Möller, der Vater meiner Mutter.)

Lagrima

In Österreich schreibt eine „Träne“,

von der ich nur eines erwähne:

                        Ihr Stil macht mich stumm,

                        er haut einfach um...

Drum beiß ich mir jetzt auf die Zähne...

  

Desillusionierung

Zwei Kieselsteine im Rhein,

die glaubten, sie wär’n noch im Main.

                        Von Öl ganz verschmiert,

                        da ham’se kapiert:

Im Main, da war’mer noch rein.

Eierdiät

Zwei Fußballspieler in Bayern,

die lebten fast nur noch von Eiern.

                        Beim einen ging’s gut,

                        es drang nicht in’s Blut.

Der andre war nur noch am Reihern.

Nach der Stimmabgabe

... hat mühsam zur Wahl sich gequält

und hat auch tatsächlich gewählt.

Nun fürchtet der Barsch,

es war für den Arsch...

Hat je seine Stimm’ was gezählt?

 

Ende vom Lied

Zwei Greise aus Inden bei Aachen,

die liefen  — ich find’s nicht zum Lachen —,

                        obwohl es sehr heiß weit,

                        — das war keine Weisheit 

bis einen zwei Stechmücken stachen.

Frühe Reizbarkeit

Mein Enkelkind Ninachen Ellen

Ist wirklich sehr leicht zu vergrellen.

                        Dann meint sie recht barsch:

                        „He, Opa, du Arsch,

hör auf, dich so doof anzustellen!“

  

24. Mai 2005

Heut’ endlich, da hat Lafontaine

erklärt, ja, er werde jetzt geh’n.

            Die Partei ist erleichtert,

            dass sie’s nun erreicht hat.

Ich glaube, das kann man versteh’n.

Mit Drei in die Schule

Da sorgt der Professor Lauterbach

für einen echten Klabauterlach,

            der Eltern empört:

            Mit Drei, unerhört,

soll’s Baby in schulischen Dauerkrach!

 

An ViolaKunterbunt

 Veilchen und größere Blümchen,

 Immer mehr Glück als ein Krümchen,

 Oft noch viel mehr,

 Leicht nur statt schwer,

 All das als stattliches Sümmchen!

(Anmerkung von zackenbarsch: Als Geburtstagswunsch für ViolaKunterbunt)

 

Rückblick und Feststellung

Bei keinVerlag dümpel umher

ich Barsch, mir fällt manches recht schwer.

            Es hagelt Kritik,

            mal kommt’s dünn, manchmal dick.

Und trotzdem genieß ich es sehr.

Allein in vertrauter Umgebung,

da fehlt es an rechter Belebung.

            Die Wände sind stumm.

            Der PC ist doch dumm!

Erst hier kommt der Geist zur Erhebung.

Drum freu ich mich, dass ich gefunden

ein Plätzchen für müßige (?) Stunden.

            Hier fühl ich mich wohl.

            Dass manches auch hohl,

sag trotzdem ich ganz unumwunden.

Auf Steinchenwerfers Kommentar

Der Werfer fand nett die Idee.

Ob ich sie auch selber so seh’?

            Ich fand sie schon Klasse,

            voll Pep und voll Rasse...

Jetzt schnapp’ ich bald über, o Weh!

Urlaubsweh

Was fang ich denn nur mit mir an,

ich hilfloser älterer Mann?

            Meine Nina ist weg .

            Was hat jetzt noch Zweck,

Wo ich nicht einmal sehen sie kann?

Die herrlichste Sprache der Erden,

ihre unerreichten Gebärden!

            Jetzt sind sie verschwunden

            und ich zähle die Stunden,

bis wahrnehmbar wieder sie werden.

 

Sand

Ins Planschbecken kippt sie sich Sand.

Ich zweifle an Ninas Verstand.

            Was soll der da drinnen?

            Ja, bist du von Sinnen?

„Aber, Opa, ich mach mir ’nen Strand!“

 

Großvaters Klagelied

Solange auf sie ich verzichten               

muss, könnt’ ich ja wirklich mal dichten.

            So sieht es zwar aus;

            doch letztlich, o Graus,

wird ihr Fehlen den Antrieb vernichten.

Da hock’ ich nun lustlos im Haus

und spür: der Esprit geht mir aus.

            Ach, wär’ sie nur hier,

            ein Stapel Papier

im Nu wär’ gefüllt mit der Maus!                     

 

 Ich Mündel bin jetzt ohne Wartung,

wie ein Waldgebiet ohne Verpachtung.

            Mein Vormund ist weg,

            und ich lieg’ im Dreck

mit den Anzeichen geist’ger Umnachtung!   

(Als Nina für drei Wochen mit den Eltern nach Spanien gefahren war. 30.05.2005)

 Sportlichsprachliche Fehlleistung

Sah Waldemar Hartmann zur Pause

— ich dacht’, dass der Affe mich lause, —

            Edmund Stoiber als Gott?

            Das reizt schon zum Spott:

O Waldemar, welch eine Flause!

O-Ton Waldemar Hartmann in der Pause des Einweihungsspiels der Münchner Allianz-Arena am 30. Mai 2005 (München 1860 : 1.F.C. Nürnberg): „... von der Allgegenwart des bayrischen Ministerpräsidenten.“

 

 

Trotzdem

So ist es tatsächlich im Leben:

Es wird schonmal Zeiträume geben,

            da geht es uns schlecht,

            da ist uns nichts recht...

Doch das zeigt nur: Wir sind noch am Leben!

 

Stoßseufzer

Wenn ich doch Dichter nur wäre,

nicht so’ne klapprige Mähre,

            könnte ich dichten,

            mit Sprache belichten...,

statt dass ich sprachlos oft wäre!

Späte Selbsterkenntnis

Es war mal ein Lehrer in Rheydt,

der hielt sich für ziemlich gescheit.

            Doch die eigenen Kinder,

            die erlebten das minder,

die wurden ihn ganz einfach leid.

Eintopfexperiment

Als Linsen nahm heut ich dir roten,

natürlich ganz blank, ohne Schoten.

            Die nahm ich noch nie,

            ich weiß auch nicht wie,

aber nach zehn Minuten hatten sie sich schon aufgelöst wie dieser Limerick!

 

Großvaterschmerz, mal an anderer Stelle

Ein Opa als Vaterersatz

Nahm heut auf ’nem Kinderstuhl Platz.

            Der war zwar zu klein

            Und hart obendrein:

Zwei Stunden lang Pein für den Schatz!

Die Oma hat nicht so gelitten,

ihr Stühlchen zwar gleich, unbestritten,

            die Haltung nicht kesser,

            doch ihr Polster war besser.

Drum hat sie halt nicht so gelitten.

Schmerzliche Erkenntnis

Da gab es doch Frauen, die baten,

ich mög’ sie ein wenig beraten

            zur Limerickform.

            Mein Ich schwoll enorm...

Jetzt fühl ich mich richtig verbraten!

Denn schon ihre ersten Gedichte,

die machten den Wahn mir zunichte.

            Das war einfach Spitze!

            Ich sitze und schwitze,

seh’ alles in anderem Lichte.

 

Wetten

Ein Buchmacherlehrling aus Bremen,

der wusste die Kunden zu nehmen.

            Sein Trick, der war schlicht:

            Er redete nicht

von Pferden und ihren Problemen.

So fassten die Leute Vertrauen,

glaubten ihn übers Ohr schon zu hauen.

            Doch nach einiger Zeit,

            —da war es so weit—

ließ er in die Röhre sie schauen.

 

Alterswunder

Da hab ich heut morgen gelesen,

— das ist es ja dann wohl gewesen —:

            Die Hirnmasse schwindet...

            Der Geist, der erblindet? —

Nein, gar nicht! So lauten die Thesen!

Laut Meldung (ddp, 13.06.05) haben Forscher in Canberra herausgefunden,

dass trotz alterbedingter Hirnmassenschrumpfung keine Beeinträchtigung

geistiger Funktionen feststellbar ist.

 

 

Antwort auf den Vorwurf eines anderen Autors,

mein Sonett sei keins

Hm, er meinte, es sei kein Sonett,

doch da wurd’ mein Bewusstsein kokett:

            Auch aus drei und fünf Zeilen

            — wenn man’s so möchte teilen —

kommt heraus unterm Strich ein Oktett!

Der Vorwurf lautete, das Gedicht sei metrisch nicht in Ordnung, weil es mit den beiden Eingangsstrophen zu drei und fünf Zeilen kein richtiges Oktett aufweise.

Das in Frage stehende Gedicht war „Sonett auf den sechzigsten Geburtstag“; dabei hatte ich nur die schriftliche Darbietung nach den Wörtern des Akrostichons angeordnet.

 

Scheißlyrik?

Ist etwa ein Krieg ausgebrochen?

Die Stimmung ist richtig am Kochen.

            Ob’s „Scheißlyrik“ gibt,

            ist dem, der sie liebt,

egal, realistisch gesprochen.

An Alpha

Ach Alpha, du hast’s angezettelt.

Ja, regelrecht darum gebettelt.

            Nun hast du den Scheiß,

            die Kacke ist heiß!

I hope that it soon will be settled!

 

Meine Muse Nina ist zurück

Drei Wochen blieb leer das Papier,

von fünf Blättern wenigstens vier.

            Mein Schätzchen war weg,

            was hatte noch Zweck?

O Wunder, sie ist wieder hier!

Sie drückte den Opa so lieb,

dass dem schier der Atem weg blieb.

            Gewachsen und braun,

            eine Lust, sie zu schaun!

Und schon klappt jetzt wieder der Schrieb!            (16.06.2005)

 

Langes Leben durch kV

Australische Forscher entdecken,

dass Kräfte in Freundschaften stecken,

            die Stimmungen heben,

            den Menschen beleben

und deutlich die Lebenszeit strecken!

London (ddp, 16.06.2005) Gute Freunde helfen, das Leben zu verlängern. Sie sind sogar deutlich wichtiger als enge Familienbindungen, fanden australische Forscher heraus. Freunde könnten in schweren Zeiten einen wichtigen Einfluss auf Stimmungslage, Selbstwertgefühl und Bewältigungsstrategien ausüben... Das Team um Lynne Giles analysierte Daten einer zehnjährigen Beobachtung von knapp 1500 Senioren. Ergebnis: Stärker als enger Familienkontakt verbesserten enge Freundschaften und Vertrauensverhältnisse die Lebenserwartung, auch wenn sie vorwiegend nur mit räumlichem Abstand zu verwirklichen waren.

Daraus ergibt sich für kV: Überall da, wo in diesem Forum Freundschaften entstehen, müssten ähnliche Ergebnisse zu erwarten sein. Das ist doch mal ein positiver Aspekt! 

 

Das Mininini-Syndrom ¹

Bei mir gibt es eine Erscheinung,

das ist ’ne Art Krankheitsverneinung.

            Syndrom nenn ich’s schon

            der Krankheit zum Hohn.

Ist aber gesund! (Meine Meinung)

1 Zusammengezogen < „Mit Nina niemals Nikotin“

 

 

Frauenfußballreklame

Ein schwedischer Greis lässt erschrecken

mit dem, was er jetzt tat aushecken:

            Durch knappere Dresse

            viel mehr Interesse

am weiblichen Fußball zu wecken.

Und auch sein Pendant aus der Schweiz

ist gegen den züchtigen Geiz.

            Auch er ist dafür,

            dass über Gebühr

sich zeigen soll weiblicher Reiz.

Nach einem Bericht von Robert Peters „Alte Männer und Sexappeal“ (Rheinische Post vom 20.6.2005) hat der UEFA-Präsident Lennart Johansson verlauten lassen, „die Fußballerinnen sollten zur Steigerung des öffentlichen Interesses mehr Sex ins Spiel bringen – zum Beispiel durch entsprechend geschnittene Kleidung oder den teilweisen Verzicht auf dieselbe.“ Auch FIFA-Präsident Sepp Blatter hat ähnliche Vorstellungen von einem neuen (Un-)Dresscode für die Fußballerinnen geäußert.

Relativitätstheorie

Es sind doch nur vierzig Millionen,

das muss man ja nun schon betonen,

            Kreditkartendaten

            Geknackt in den Staaten,

und mehr kann man dann auch nicht klonen.

Zur Pressemeldung, dass Hacker in den USA bei Cardsystems Solutions die Daten von rund 40 Millionen Kreditkarten geknackt haben. Insgesamt sind in den USA jedoch ca. 1,1 Milliarden Kreditkarten im Umlauf. Mittlerweile sollen auch in Deutschland Kreditkarten betroffen sein.

 

Angriffskrieg

Ein Major, der errang einen Sieg

nicht im, sondern gegen den Krieg.

            Das Verwaltungsgericht

            enthob ihn der Pflicht

im völkerrechtswidrigen Krieg.

Es ging um den Krieg im Irak,

der schwer auf der Seele ihm lag.

            Wer Angriffskrieg führt,

            kein Gewissen verspürt,

ob der „gut“ ist, steht kaum noch in Frag’.

Zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das einem Major der Bundeswehr das Recht auf Befehlsverweigerung zuerkannte, mit der sich dieser der aktiven Teilnahme am Irakkrieg entzogen hatte. (23.06.2005)

 

Europäische Bienenmänner?

Jetzt möchte Europa versuchen,

ein Stück zu erhaschen vom Kuchen,

            dem Deal mit den Drohnen.

            Es könnte sich lohnen,

die eigene Trade Mark zu buchen.

So denken zumindest die Bosse

der auto-mobilen Geschosse.

            Der Vorsprung der Staaten

            bei Kriegsautomaten

macht das jedoch eher zur Posse.  

Zur Meldung der „Frankfurter Rundschau“ vom 24.06.2005: „Die Drohnen-Krieger sind auf dem Vormarsch“, wonach der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS mit einem neuen unbemannten Kampfflugzeug in das Zukunftsgeschäft mit ferngelenkten Kriegswaffen dränge.

 

Pappagallo ovvero pappagallino?¹

Da ärgerte doch Berlusconi

die Finnen mit seinem Getoni,

            als frech er geprahlt,

            er hab’ – wie gemalt –

Halonen behandelt als Loni.

1 = Papagei (Pappagallo) oder Wellensittich?

Zur Meldung „Berlusconi verärgert Finnen“ (Frankfurter Rundschau, 24.06.2005), die darüber berichtet, italienische und finnische Politiker hätten Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Donnerstag scharf für seine Bemerkung kritisiert, er habe der finnischen Staatspräsidentin Tarja Halonen mit allen seinen „Playboy-Fähigkeiten“ die EU-Lebensmittelbehörde abgeschwatzt.

 

Emissionsminderungszertifikat

Heut ist meine Zeitung einmal,

so sagt sie, klimaneutral!

            Die Produktion

            mit CO2-Emission,

die bleibt zwar, doch das ist egal.

Denn klimabewusst hat das Blatt

erworben ein Zertifikat

            in Gundorf in Sachsen,

            damit dort kann wachsen

emissionsarm der Strom richtig satt.

Die „Frankfurter Rundschau“ hat heute (25.06.2005) ihre Seite 2 ganz ihrer Klimaschutzpolitik gewidmet, indem sie detailliert darstellt, wie sie durch den Kauf eines Emissionsminderungszertifikats über 100 t CO2 vom Betreiber einer Biogasanlage im sächsischen Gondorf ihren eigenen Ausstoß von rund 95 t für die Wochenendausgabe neutralisiert hat.

 

Warum Geburtenraten einst höher gewesen sein könnten

Ein Urahn von mir kam aus Barmen

und diente dort bei den Gendarmen.

            Ob je er gedichtet,

            wird nirgends berichtet.

Doch fern hielt er sich von den Warmen.

Denn lieber da zeugte er Kinder,

wobei er ein wirklich Geschwinder,

            die’s Weib dann gebar,

            und zwar Jahr für Jahr;

vielleicht mangels Präsererfinder?

Der Junibaum

Wie war meine Nina gekränkt,

als Opa den Maibaum versenkt

            ganz tief in der Tonne!

            Doch groß war die Wonne,

als dann er den Junibaum schenkt’!

Ausflugsentscheidung

Der Ausflug vom Chor geht nach Soest.

„Die sind wohl nicht recht mehr bei Trost!“,

            so wird schon gemeckert

            und grämlich gekeckert:

„Beim nächsten Mal, da wird gelost!“

 

Ausflugsentscheidung (Nachtrag)

Nachdem man entschieden mal hatte,

war selbstredend Schluss der Debatte.

            Doch nun ist es raus:

            Der Ausflug fällt aus,

weil niemand mehr Lust darauf hatte.                    30.06.2005 (Eine Woche später)

 

Der Junibaum

Wie war meine Nina gekränkt,

als Opa den Maibaum versenkt

            ganz tief in der Tonne!

            Doch groß war die Wonne,

als dann er den Junibaum schenkt’!

Grillabendproblem

Zum Grillen demnächst für den Chor,

bereit’ ich bestimmt etwas vor.

            Weiß nur noch nicht was.

            Am besten: Ich lass

entscheiden den ganzen Tenor.

 

Kombi-Lohn

Da macht ’ne Partei viel Getöne

um Zuschuss für niedrige Löhne.

            Doch niedriger Lohn

            Ist selber schon Hohn

trotz all unsrer Bosse Gestöhne.

Und wer muss den Zuschuss dann zahlen?

Das Volk, das doch außer den Wahlen

            nichts wirklich entscheidet,

            nur immerzu leidet.

Juhu, wie die Bosse da strahlen!                                    26.06.2005

 

Straßenkehrer der Nation

Da Mahmud Ahmadinedschad,

die Stichwahl gewonnen nun hat,

            gibt er sich als Mann,

            der dort im Iran

als Kehrer die Straßen fegt glatt.

Das persische Volk hat gewählt,

die Stimmen, die sind jetzt gezählt.

            Bald wird die Welt wissen,

            was Menschen vermissen,

wo Alternative gefehlt.

Karim El-Gawhary berichtet in der heutigen „Frankfurter Rundschau" (27.06.2005), Irans neugewählter erzkonservativer Präsident gebe sich als Hüter der Moral und Anwalt der kleinen Leute. Unter anderem habe er erklärt, er sei stolz darauf, „der Straßenkehrer der iranischen Nation zu sein".

 

Wortlose Antwort auf eine bange Frage

Beim Kochen, da konnt’ ich nur hoffen,

denn da war die Frage noch offen:

            Mag Nina die Linsen?

            Oder geht’s in die Binsen? –

Ihr Löffeln verriet: Fein getroffen!                               28.06.2005

Das verlassene Mädchen

Es war heute gleich nach dem Essen,

ihr Kummer war kaum zu ermessen.

            Die Tränchen, die liefen,

            schlimm musste sie schniefen...

Der Papa, der hatt’ sie vergessen!

War einfach verschwunden nach oben,

nichts hatte gemerkt sie beim Toben.

            Und nun war er weg!

            Das war schon ein Schreck.

Doch rasch war das Unglück behoben.

Denn Opa, der kennt viele Sachen,

die Ninakind bringen zum Lachen.

            Als hoch er sie schwang,

            es bald ihm gelang,

die Heiterkeit neu zu entfachen.                      28.06.2005

 

 

Mit Nina im Kasperletheater

Die meisten Erziehungsberater

befürworten Kaspertheater.

            Bloß: Nina blieb stumm.

            Sie ist doch nicht dumm!?

Es sind wohl die Gene vom Vater...

Nur einmal, da sah sie mich an,

als wolle sie sagen: „Der Mann

            hat Falsches gesungen!“

            Denn was da erklungen,

war anders, als sie es längst kann.¹

Der Räuber, der sang von Spinat,

von Hühnern und auch von Salat.

            Das konnt’ doch nicht stimmen,

            war gar nicht zum Schwimmen.

Was der da gedacht sich nur hat!

¹ Der Räuber Hotzenplotz hatte zur Melodie von „Alle meine Entchen“ gesungen:

„Alle meine Hühner schwimmen im Spinat, schwimmen im Spinat,

laufen übers Spiegelei und landen im Salat.“

Als wir nach der Vorstellung das Gebäude verlassen hatten, meinte Nina:

„Jetzt möchte ich den Kasper noch mal sehen.“                                                      30. Juni 2005

 

 

Das Rezept des Pantomimen

Vor Jahrzehnten schon sah ich Marceau.

Schon toll, dass der immer noch do!

            Stets wortlos und stumm

            ist gar nicht so dumm.

Es scheint zu verlängern die Show.

Nachdem ich der Zeitung entnommen habe, dass Marcel Marceau vom 29.-31.07.05 in der Alten Oper Frankfurt auftreten wird.

 

 

Frustrationswürfelei

Anstatt mit der Kleinen zu toben,

wollt’ ich Würfeln mit Nina erproben.

            Doch statt richtig zu knobeln,

            legte stets mit ’ner nobeln

Gebärde sie Sechsen nach oben.

So hat sie natürlich gewonnen,

ganz gleich, was der Opa begonnen.

            „Geht doch besser mit Legen

            als mit doofem Bewegen!“,

so meinte der Schatz ganz versonnen.

Rollenspiele

Mein Schätzchen mit großem Behagen

Kommt mehrmals am Tag mit: „Was sagen!“

            Ob Stofftier, ob Puppe,

            das ist ihr ganz schnuppe.

Sie reicht’s mir, und ich muss mich fragen,

womit ich den Wunsch ihr erfülle.

Denn dass ich in Schweigen mich hülle,

            das wär’ ganz verkehrt.

            So spiel ich – gelehrt –

den Petzi, das Pony, die Bille.

Ganz zwanglos entsteh’n Dialoge,

bei denen ich Altpädagoge

            mich anstrengen muss.

            Doch reinster Genuss

strömt über den Opa als Woge!

Sie hört zwar nur Opa, der tönt,

doch wenn der dann jammert und stöhnt,

            den Sprecher brav mimt

            und ihr Lachen vernimmt,

dann spürt er, wie sie ihn verwöhnt!

 

Historischer Tag

Da trug doch der Außenminister

— zwar nicht grade einen Tornister —

            höchst selber die Tasche

            — Welch seltene Masche! —

zum Platz. Wer sich fragte: „So ist er?“

Der wurd’ eines Bessern belehrt:

Beim Rückweg hat nichts mehr beschwert.

            Denn einer der Damen,

            die da mit ihm kamen,

der hat er die Tasche „verehrt“.                       Nach eine RP-Notiz vom 2.7.2005

Hans Memling: Bildnis einer jungen Frau (Katalogrepro)

 

Illusionsmalerei

Hans Memling, der Maler aus Brügge,

der wurde in Belgien flügge.

            Er kam zwar vom Main,

            da war’s ihm zu klein.

Drum malte er lieber in Brügge.

Er schenkte der Welt viele Damen,

die gerne Modell sitzen kamen.

            Mit feinem Verstand

            der Meister erfand,

dass sie legten die Hand auf den Rahmen.

  

Zur aktuellen Ausstellung „Memling und das Porträt“ in Brügge (Groeningemuseum) bis zum 4. September 2005.

Memling (1433-1494) entwickelte das „Dreiviertelporträt“. Bei manchen Bildern (wie dem abgebildeten) lässt er die Hände des Modells auf einer Brüstung ruhen, die als Gemäldestreifen in den Rahmen übergeht.

 

Nicknames

Wer zu pubertär sich entblättert,

arrogant über andere wettert,

            der achte darauf,

            dass nicht im Verlauf

er zu viel bei denen zerschmettert.

Dem ungenannten Adressaten sei hier gleich schon ein passender Antwortlimerick vorgeschlagen:

Wenn unwillig blubbert ein Barsch,

mich angreift mit Worten recht harsch,

            dann bleibe ich stur

            und denke mir nur:

Er soll mich doch lecken am ...!

Leider ist mir ein passender Reim für die Schlusszeile nicht eingefallen; den müsste er sich selber suchen. Kleiner Tipp: Vielleicht hilft ein Blick in den Spiegel.

Limerickübung (für Anfänger)

In Afrika lebte ein Barschkoch,

der duldete stärkstes Geschnarch noch,

            doch fiel aus dem Rahmen,

            wenn Töne mal kamen

statt aus dem Gesicht aus dem ...                             Aufgabe: Ergänze den fehlenden Schlussreim.

 

 

Problemlösung à la Verheugen

Da hört’ man von Günter Verheugen

ein garstiges Wort, so die Zeugen:

            Mit Feinstaub die Alten

            nur gleich auszuschalten,

anstatt sie am Tropf noch zu säugen!

EU-Industriekommissar Günter Verheugen soll sich laut „Focus“ (4. Juli 2005) abfällig über ältere Menschen geäußert haben. In einer Sitzung habe sich der 61-Jährige gegen strengere Auflagen für die Industrie gewehrt. Auf die Anmerkung von Umweltkommissar Stavros Dimas, allein die Feinstaubbelastung koste viele ältere Menschen das Leben, soll Verheugen erwidert haben: „Ein Problem weniger.“

 

 

Linksruck

So werden die Wähler gelinkt,

das „Wahlmanifest“, ja, das winkt:

            „Nach links geht die Richtung

            sozialer Verpflichtung!“

Ich fürchte, der Braten, der stinkt...

 

Gewissensfrage um 22:30 Uhr

Soll wirklich ich jetzt noch was essen?

Hab glatt heut’ das Essen vergessen!

            Zwar gekocht hab ich richtig,

            doch bei Tisch war mir wichtig,

dass der andern Portion gut bemessen.

So blieben für mich nicht mal Reste.

Ich glaub fast es wäre das Beste,

            ich ging’ gleich zu Bett,

            dann würd’ ich nicht fett,

anstatt dass ich jetzt mich noch mäste.

Doch dann könnt’ ich heut’ nichts mehr schreiben.

Drum lass ich das Schlafen noch bleiben

            und schmier mir ein Brot

            und denk: Sapperlot,

Disziplin kann man auch übertreiben!                           5. Juli 2005

 

Europäisches Geschmäckergemecker

Da gab doch soeben Chirac

den Briten Kritik auf den Sack:

            Ihr Essen sei schlecht!

            Die Antwort (zu Recht?):

Er hab wohl ’nen schlechten Geschmack.

Die Finnen jedoch, ganz gelassen,

obwohl sie mehr Grund, ihn zu hassen

            — denn dieser Verächter

            fand Finnkost noch schlechter —,

sie lassen französisch ihn prassen.

Des rheinischen Hausmannes Kost

hat anscheinend nie ihn erbost.

            Ich bleib daher heiter

            und koch fröhlich weiter

und sag nur dazu: Na, denn prost!

Zu einer Notiz („Igittigitt“) der Rheinischen Post vom 6. Juli 2005

    Foto: AFP

Gedanken am 70. Geburtstag des 14. Dalai Lama

Dies Jahr, das ist auch Panorama

der Siebzig des Herrn Dalai Lama.

            Sein Jahrgang auch meiner,

            das weiß zwar fast keiner,

doch daraus ergibt sich kein Drama.

Wie er pfleg’ auch ich, ganz gelassen,

mein Schicksal getrost zu erfassen,

            zu widrigen Sachen

            zumeist noch zu lachen,

wie’s am besten für Lebensinsassen.                      6. Juli 2005

 

Bart und Politik

Als Bartträger hab ich kapiert,

warum Politik so stagniert.

            Beim Anblick von Beck

            den Grund ich entdeck:

nicht bärtig, jedoch schlecht rasiert!

Symbolisch für schlechtes Entscheiden

und echte Entscheidung Vermeiden:

            Ob glatt oder Bart —

            Wer’s so hält erspart,

wie er glaubt, sich die Wahl zwischen beiden.

Wer denkt, mit Frau Merkel würd’s besser,

rennt gleich in ein offenes Messer:

            Ihr bleibt doch verwehrt,

            ob den Bart sie sich schert.

Ach, wär’ ich nur Sorgenvergesser!

Gedanken beim Betrachten der Sendung „Hart aber fair“ (WDR III, 06.07.2005, 20:15-21:45 Uhr) unter anderen mit Kurt Beck, dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz. Die übrigen beteiligten Politiker (Ursula Engelen-Kefer, Dirk Niebel, Ronald Pofalla) haben mich auch nicht positiver gestimmt, eher schon der Moderator Frank Plasberg und der arbeitslose Bibliothekar und Familienvater Frank Schmitter.

 

 

Nächtliche Wortartverwirrung

Der Komparativ zum Wort „Schaf“

ist „Schäfer“ und der zu „Schlaf“

            könnt’ „Schläfer“ wohl sein.

            Doch bald schlaf ich ein,

obwohl mit Entzug ich mich straf’.

Ich weiß zwar nicht richtig wofür,

bald steht schon der Tag vor der Tür.

            Und hier bei kV,

            da wird mir ganz flau.

Wird Zeit, dass ichs Bettzeug berühr!                    7.Juli 2005

 

 

Gegensatz

Ob sie Tier ist oder bloß Schale,

ob verspeist, ob benutzt nur beim Mahle,

            ist der Muschel ganz gleich,

            denn sie selber ist weich.

Das Harte ist nur ihre Schale.

 

Vergänglichkeit

Als Schnitzel dreht’s Schwein seine Runden¹,

und dabei entscheiden Sekunden,

            ob’s gut wird geraten

            und richtig gebraten.

Egal! — Schon ist’s reinweg verschwunden.

¹ in meiner Pfanne – Anfangs- und Schlusszeile sind durch Schüttelreim verbunden.  (9. Juli 2005)

 

(SCHR)O(E)DERBRUCHFRAGE

Als wahlkampferfahrener Kenner

nennt Kohl er und Merkel nun „Penner“.

        So hört’ ich ihn gestern.

        Ach, Brüder und Schwestern,

er zählt wohl zum nämlichen Nenner.                  (11.07.2005)

Profilneurose

Die Lyra – ja, die – Berethil

besitzt zwar Esprit und auch Stil.

        Nur manchmal, o Drama,

        dann wird sie zum Lama...

Drum kratzt ihr nur nie am Profil!                        (11.07.2005)

Falscher Titel

Ja, „Bücherersatzkonsequenz“

Als Titel ist Mist zur Potenz.

        Wie schön wär’s gewesen,

        hätt’s jemand gelesen!

Gefreut hätt’s vielleicht schon die Pänz...

Irrungen...

Ich irre in Irrtümerschleifen,

illusorischem Irrlichtergreifen.

        Ich irre intern.

        Im Irrtümerkern

ist immerzu Inwendigreifen.

Jagdfieber

(Tautographisches Elfchen auf J)

Jeder

junge Jäger

jagt jahrelang Jungfrauen,

je jünger, je jähere

Jagd.

KVs – so’ne und so’ne

Am Elften im Elften geboren,

ein wichtiges Amt zwar verloren...

            Für Friedrich war’s bitter.

            Doch bald wird er Ritter:

Der AKV hat ihn erkoren.

Das hätt’ mein KV nicht getan,

denn hier kommt’s auf anderes an.

            Hier gibt’s weder Ritter

            noch Merkelgewitter...

Drum hat man mehr Spaß auch daran.

Zu einer Pressenotiz („Rheinische Post“ vom 13.07.2005) über die Wahl von Friedrich Merz (*11.11.1955) zum 56. „Ritter wider den tierischen Ernst“ durch den Aachener Karnevals Verein von 1859.

TOUR Kultur

Der im Titel genannte Bericht,

der bringt schon so manches ans Licht:

            ’ne Kuh, schon recht fett,

            fraß trotzdem Baguette;

nur Käse, den mochte sie nicht.

               

Erkenntnis beim Betrachten der Reportage von der 11. Etappe der Tour de France am 13. Juli 2005 in der ARD.

 

 

Kindergartenprobe

Bestanden hat unsre Mikrobe

im „Garten der Kinder“ die Probe.

            Und gar nicht so dumm:

            Zwei Stunden ganz stumm

gewartet bei allem Getobe.

Frau Arndt¹ fühlte leicht sich umnachtet

bei Ninas: „Ich hab’ nur gewartet.“

            — an Oma gerichtet,

            sobald sie gesichtet —

„Ich bin nicht so stumm, wie ihr dachtet!“                 13.07.2005

¹ Gruppenleiterin im Kindergarten

 

 

Stoffwechsel

Beim Rasenmähn hat die Maschine

gestreikt. Dass das kaum meine Miene

            hat gut bleiben lassen,

            vielleicht ist’s zu fassen.

Mein Gedanke? – Entsorgt in Latrine...                   14.07.2005

 

 

Rechtschreibreform

Bald wäre in Kraft sie getreten,

so heftig auch manche dran drehten.

            Doch Rüttgers und Stoiber

            und Wulff spielen Räuber.

Zu wünschen, dass einsehn sie täten:

Wer lernt, der braucht Regeln, verbindlich,

sonst leidet der Geist ganz empfindlich.

            Und was wir seit Jahren

            von PISA erfahren,

wird schlimmer durch Faxen so kindlich!

Den Neuschrieb schon Jahre benutzt...

Nun reiben sich Kinder verdutzt

            und staunend die Augen.

            Das soll jetzt nicht taugen?

Ihr Recht wird vom Wahlkampf gestutzt.                        18.07.2005

  

Gedanken nach der in allen Medien verbreiteten Meldung, dass Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die Rechtschreibreform nicht in Kraft setzen wollen.

Über die Auswirkungen auf das Lernverhalten von mehr als 15 Millionen betroffenen Kindern – die seit nunmehr 7 Jahren nach der neuen Rechtschreibung unterrichtet werden – haben sich die Politiker wohl kaum Gedanken gemacht. Und darüber auch nicht: Je nach Bundesland unterschiedliche Rechtschreibung?

So etwas geschieht immer, wenn sich Politiker mit Dingen beschäftigen, von denen sie keine Ahnung haben. Und überdies noch Entscheidungen dazu treffen.

Armes Deutschland!

 

 

Übersetzerlos

Wat hann esch jedonn un jebrasselt,

nu hatte mesch alles vermasselt!

            Dä ToX es e Deer

            möt sin Version Veer...

Esch hann an de i’eschte jepuzzlet!!!

Das passiert, wenn man zu voreilig ist: Stundenlang hatte ich an einer Übertragung eines ToX-Textes aus dem Tiroler Dialekt ins rheinische Platt gearbeitet, um jetzt (nach Abschluss der Arbeit) festzustellen, dass ich meine Mühe in eine inzwischen überholte Fassung investiert hatte.

Schildschwein

Ein Wildschwein Camilla zum Wappen?

Doch – wirklich ein köstlicher Happen!

            Und das ist der Clou:

            Die Queen stimmte zu.

So muss die Geschichte doch klappen.

Nur etwas scheint leider vertrackt:

Dem Schwein ist der Kopf abgehackt.

            Ob das was besagt,

            wohl mancher sich fragt...

Ganz gleich, denn die Hauer sind nackt!

Laut DPA (17.07.2005) hat Camilla, die Frau von Prinz Charles, am Sonntag ein eigenes Wappen bekommen: Ein Eber mit Goldkette und ein Löwe halten den Wappenschild. Im Schild selbst zeigt ein abgehackter Wildschweinkopf seine beachtlichen Hauer.

Siegesaussicht?

Jan Ullrich hat kaum eine Chance.

Ja, wär da nicht wieder der Lance...

            Der Armstrong so stark,

            das trifft ihn im Mark.

Adieu gilt dem Tour-Sieger-Glanze.

 

 

 

 

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