Unschuld  (17.06.2006)

 

 Foto: spiegel.de

 

Weder kleine Kinder noch Schauspieler können so unschuldig dreinschauen wie Fußballspieler, die gerade ein Foul begangen haben.

 

Reservat  (07.06.2006)

 

  Köstlich! (Foto: wikipedia)

 

Die alte Apfelsorte (Stern-)Renette wächst, blüht und gedeiht. Zwar kann man ihre Früchte fast nirgends kaufen, weil sie kaum noch angebaut wird. Und auch in alten Bauerngärten pflegen Bäume irgendwann zu sterben…

 

Aber in Kreuzworträtseln ist sie so lebendig wie eh und je. Und ihr unverwechselbarer Geschmack liegt mir ja noch auf der Zunge. Wie schön!

 

Rekordfrage  (20.06.2006)

 

 Maradonas Handtor WM 1986 (Foto: newsfoxx.de)

 

Welche Menschen haben die längste Hand?

 

Antwort:

Die Fußballspieler.

 

Begründung:

Bei ihnen reicht die „Hand“ bis zur Schulter.

 

Redensarten  (11.06.2006)

 

Wenn alles gut geht, haben Deutsche „Spaß“, Engländer/Amerikaner „have a nice time“.

 

Nicht ganz zu verstehen ist, warum der deutsche Ausdruck bei uns immer mehr  (oder: „mehr und mehr“ < „more and more“) durch die Lehnübersetzung verdrängt wird: „eine schöne Zeit haben“.

 

Während englische Ausdrücke oder ihre wörtlichen Übersetzungen meist kürzer sind als ihr deutsches Gegenstück, ist es hier ja umgekehrt! Also keine Zeitersparnis.

 

Vielleicht wieder ein Beweis für die deutsche Weltoffenheit; ach, was sage ich da? „Wieder“? – Natürlich „einmal mehr“ (< „once more“)!

 

Schon „cool“, wenn man sich mit Lehnübersetzungen auskennt. Dass sie so etwas sind, braucht man dazu gar nicht zu wissen…

 

*grins*

 

Neue Kongruenzregeln für Possessivpronomen?  (24.06.2006)

 

 „Jubel“ (Foto: ap)

 

Im Heute-Journal des ZDF (in der Halbzeitpause des Spiels zwischen Argentinien und Mexiko, 24.06.2006) tönt die Sprecherstimme aus dem Off zu den Bildern jubelnder Menschen:

 

„Eine Mannschaft feiert sein Publikum und ein Publikum ihre Mannschaft.“

 

Und für so etwas muss ich auch noch Fernsehgebühren bezahlen! 

 

Namenslogelei  (31.05.2006)

Der Gegensatz zu „Anja“ lautet* nicht „Ausnein“, obwohl es so scheint. Beide haben vielmehr dieselbe Bedeutung. Das liegt an der doppelten Verneinung, die sich selber aufhebt.

„Anja“ und „Annie“ schließen einander allerdings aus.

* Man beachte die Wortwahl!

Alle Trägerinnen der vorkommenden Namen bitte ich ausdrücklich um Verzeihung. ;-)

 

 

Mehr Licht*  (06.06.2006) Schüttelreime!

 

Ob wohl nachts Gedanken, klare, kommen? –

Ich bin nur – wie nachts im Kar – beklommen.

Die Gedanken brauchen richtig Sonnen-

licht, sonst sind sie vor der Sicht zerronnen.

 

* soll Goethe auf dem Sterbebett gesagt haben

 

LAUDA TE  (10.06.2006)

 

  Der zu Lobende (Foto: travelchannel.de)

 

Erstaunlich ist, welche prophetische Gabe mittelalterlichen Mönchen gegeben war. Auf der Grundlage des biblischen Psalms 117 entwickelten sie den seherischen Hymnus:

 

„LAUDA TE,  DOMINUM, OMNES GENTES,

COLLAUDATE EUM, OMNES POPULI.“

 

Auf Deutsch etwa:

 

„Dich, Herrn Lauda, alle Völker und Nationen, lobt ihn.“

 

*staun*

 

Kultur  (18.06.2006)

 

 Abb.: wiegandmusik.de

 

Da behaupte noch einer, die Fußball-WM-2006 habe keine Kultur, wo doch schon mehrfach auf den Zuschauerrängen lauthals Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ gegrölt worden ist – zwar ohne Schillers Text, aber so, dass die Melodie zu erkennen war, die ja seit 1985 die offizielle Hymne der EU ist.

 

Körper-Priorität  (23.05.2006)

 

Bild von edtech.sandi.net

 

Beim Betrachten der „statistischen Angaben zu meinen Texten“ ist mir etwas aufgefallen. Offensichtlich übt Körperliches im Titel einen größeren Reiz aus als alles andere.

 

Der Gedanke kam mir, als mir klar wurde, dass von meinen letzten 25 Beiträgen diejenigen, auf die das genannte Kriterium zutrifft, deutlich am häufigsten angeklickt worden sind.

 

Das sind [text=104781]„OBERARM-LOGIK“[/text]

und [text=105326]„Strumpfhose oder Leggins“[/text]

 

;-(

Ironischer Reimbruch  (04.06.2006)

 

 Robert Gernhardt (1937-2006) (Foto: fv-slb.de)

 

Der manchmal recht ironische Humor des verstorbenen Robert Gernhardt blitzt oft an Kleinigkeiten auf. So in seinem „Lob des Lebens“ (aus „Klappalter“), das ihm seine Nachbarn und Freunde noch einmal in die Todesanzeige setzten:

 

„Dichter und Propheten priesen’s,

Und sie hatten ja so recht:

Wie ihr es auch nehmt, das Leben,

immer, immer ist es gut.

 

So hinan denn! Hoch und höher!

Folgt nur treulich eurem Herz,

Bis am ewigschönen Ziele

Euch erwarten Lust und Freud.“

 

Jeder halbwegs wache Leser wird zumindest unterschwellig die sich geradezu aufdrängenden Reimwörter „schlecht“ (für „gut“) und „Schmerz“ (für „Freud“) spüren. Und damit öffnet sich für den Sinn des Gedichtes eine völlig andere Dimension.

 

Seine Freunde werden den Dichter vermissen.

 

Feiglingsdämmerung  (28.06.2006)

 

 Das Symbol (Foto: hochprozentig.cc)

 

Eine merkwürdige Parallele zieht sich durch die Geschichte der Menschheit. Sie verbindet vor allem Kriege, Rassismus, vielfältige Formen von Diskriminierung und Gewaltexzessen und – manchmal – scheinbar Nebensächliches, wie den Abschuss von JJ1 (vulgo: „Bruno“) in diesen Tagen.

 

Michael Moore hat in seinem Dokumentarfilm „Bowling for Columbine“ auf eindringliche Weise veranschaulicht, warum in den USA jährlich rund 36.000 Menschen durch Handfeuerwaffen umkommen, ohne Selbstmorde und Unfälle immerhin noch rund 16.000. Die werden einfach erschossen. In Kanada, einem Jägerstaat, kommen im selben Zeitraum weniger als 180 so um, und in Deutschland nicht einmal 170.

(Die Zahlen stammen von http://polyticks.com/polyticks/beararms/liars/world.htm)

 

Die Ursache für diesen Unterschied ist dieselbe, weshalb US-Amerikaner ihre Häuser verriegeln und verrammeln (während die Kanadier in der Regel die Haustür offen lassen):

 

Es ist die ANGST.

 

Es ist dieselbe Angst, die George W. Bush und seine Administration nach dem 11. September 2001 zu all den unseligen und unsäglichen Fehlentscheidungen getrieben hat, die seither Tausende von Menschen mit dem Leben bezahlen mussten. Der Irakkrieg ist nur ein Beispiel für die Reihe der angstbedingten Fehler mit den verheerenden Folgen. Es steht zu befürchten, dass weitere folgen werden.

 

Dass jetzt auch Bruno dieser Angst – zur Abwechslung einmal in Bayern – zum Opfer gefallen ist, mag bedeutungslos erscheinen. Skinheads voll Angst vor Fremden sind zweifellos gefährlicher als ängstliche Jäger oder Ministerialbeamte.

 

Was mich selber allerdings mit Furcht erfüllt, ist die Macht, die Angst auf Menschen ausüben kann. Wohlgemerkt: Ich habe keine Angst! „Furcht“ ist kein so diffuser Begriff wie „Angst“, sondern immer auf ein bestimmtes Objekt ausgerichtet. Also in meinem Falle auf die Angst mit ihren Folgen.

 

Fehlerspiel  (13.06.2006)

 

 Reinhold Beckmann (Foto: DPA)

 

O-Ton Reinhold Beckmann bei der Übertragung des WM-Spiels Brasilien : Kroatien in der ARD:

 

„Fußball ist ein Fehlerspiel.“

 

Das wirft die Frage auf: Schreiben etwa auch? – Schaut man sich manche Beiträge bei kV an, könnte man’s glauben…

 

Farbsymbolik  (16.06.2006)

 

 Van Persie (NL) erzielt das 1:0 gegen die Elfenbeinküste (DPA)

 

Weiß ist die Farbe der Unschuld – oft aber auch der Verlierer.

 

 

Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass bei der Fußball-WM 2006 meist die Teams in Weiß verloren haben.

 

Definition  (23.06.2006)

 

Der Staat ist ein gemein Wesen.

 

Beim Blick ins Fernsehprogramm…(21.06.2006)

 

 Elke H. (Foto: ZDF)

 

… geht mir die Frage durch den Kopf:

 

„Ob Elke H. heute wohl endlich den Film liest, den sie seinerzeit so dringend zur Lektüre empfohlen hat?“

 

Heute Abend, um 23:15 Uhr, läuft nämlich Michael Moores „Bowling for Columbine“, sein sehenswerter Film gegen den Waffenfetischismus in den USA auf WDR III.

 

 

Der Zusammenhang wird klarer, wenn man auch die Beiträge [text=79083]„Elke H. auf der Messe[/text] und [text=77758]„Warum ich manchmal skeptisch bin“[/text] liest.

Outing  (05.06.2006)

 Das sind sie! (Foto: gransito.com)

Wen ich meistens sehen will,
sind Bud Spencer und der Hill,
Terence, ja, sein „Gegenstück“.
Reinstes Unterhaltungsglück.

Warum ich so gern sie seh,
ist der Charme wohl, ich gesteh,
den beim Prügeln sie entwickeln
und der weckt ein wohlig Prickeln.

Klar doch, Sieger sind sie immer,
nur, Gewinner leider nimmer.
Merkt den feinen Unterschied,
den man da bei ihnen sieht!

Haben etwa sie gewonnen,
wenn die Beute ist entronnen? –
Trotz der Siege, die schon Zucker,
bleiben sie doch arme Schlucker…

Deshalb habe ich die beiden,
wenn sie mir auch manchen Heiden-
spaß bereitet – ach, wie schön –
nie als Vorbild angesehn.

 

 

Schweiger  (29.05.2005)
 
Der Schauspieler (Foto: yahoo.com)

Til Schweiger schweigt – beim Singen der deutschen Nationalhymne, obwohl er sie für die schönste der Welt hält. Das war seinen Worten in der ARD Talkshow bei „Beckmann“ zu entnehmen. Zwar macht er damit seinem Namen alle Ehre, der eigentliche Grund ist jedoch ein anderer: Er kann den Text nicht. Kein Wunder – bei einem Vollprofi! Fürs Lernen dieses Textes bekäme er ja kein Honorar, wie fürs Lernen und Sprechen seiner Rollen… und natürlich auch für seine Worte bei „Beckmann“...

Ich bremse auch für Enten  (29.05.2006)

 Entenfamilie von topwallpaper.de

Den Titelsatz hatte ein Autofahrer wohl nicht an der Heckscheibe angebracht, als er Am letzten Sonntag (nach einer Meldung der „Rheinischen Post“) für eine Entenfamilie bremste, die friedlich die Straße überquerte. Leider bremste sein Nachfolger (42) nicht einmal für Autos, die bremsen.

Ergebnis: Er konnte nur noch auf die Gegenfahrbahn ausweichen, wo er prompt mit dem Wagen eines Niederländers (33) zusammenstieß, der sich dadurch überschlug und auf dem Dach liegen blieb. Zum Glück wurden der Niederländer und seine Beifahrerin nur leicht verletzt. Alle anderen Beteiligten kamen unverletzt davon – einschließlich der erschrockenen Enten.

Allerdings entstand ein Sachschaden von rund 23.500 €.

Dreifaches Homonym  (24.05.2006)

von der-webdesigner.net

Der Händler wünscht ihn möglichst hoch,
die Damen hindert er beim Tritte,
macht kurz und wacklig ihre Schritte,
je höher er bei ihnen ist.

Gerät er einmal in ein Loch,
dann ist’s in beiden Fällen Mist.
Im Handel heißt das „eingebrochen“.
Von „ab-“, nicht „ein-“, da wird gesprochen,

 

wenn’s bei ’ner Frau geschehen ist.
Sein Abbruch? - Nur 'ne Bagatelle,
sein Einbruch schlimm auf alle Fälle.
Er tritt auch hier im Texte auf

und zügelt dessen ungehemmten Lauf.
Du wirst ganz sicher dieses Ding erkennen,
doch solltest es mir öffentlich nicht nennen,
nur ganz privat. Ich warte drauf.

 

Fehler    (24.05.2006)

"Dieser Satz enthält genau trei Feehler." – (Douglas R. Hofstadter, Metamagical Themas, 1985)

Wieso?

Körper-Priorität  (23.05.2006)

Bild von edtech.sandi.net

Beim Betrachten der „statistischen Angaben zu meinen Texten“ ist mir etwas aufgefallen. Offensichtlich übt Körperliches im Titel einen größeren Reiz aus als alles andere.

Der Gedanke kam mir, als mir klar wurde, dass von meinen letzten 25 Beiträgen diejenigen, auf die das genannte Kriterium zutrifft, deutlich am häufigsten angeklickt worden sind.

Das sind „OBERARM-LOGIK

und „Strumpfhose oder Leggins“ (auf der Seite "Berichte")

;-(

_________________________________________________________________________
Der Text bezieht sich auf meine Veröffentlichungen bei keinVerlag

OBERARM-LOGIK  (18.05.2006)

WER GAR NICHTS HAT, IST OBERARM,
DOCH LEIDER OHNE BIZEPS.
DEM FEHLT WOHL AUCH DER GANZE DARM
UND SICHERLICH DER TRIZEPS.

NUN, SOLCHE ARMUT IST SEHR RAR;
SIE EXISTIERT NUR SELTEN.
UND KOMMT SIE VOR, VERMUT ICH GAR,
DANN NUR IN ANDERN WELTEN.

 

Das Pferd vom Schwanze her aufzäumen  (13.05.2006)

Eine beachtenswerte Illustration zur Aktualität der Redensart im Titel liefert im Augenblick die Bundesagentur für Arbeit mit ihrer Absicht, Sprachkurse für Jugendliche mit Migrationshintergrund an Schulen anzubieten. Konkret ist dabei nämlich an den Abschlussjahrgang gedacht, für den solche Kurse mit BA-Mitteln finanziert werden sollen.

Wenn die Kurse erst greifen, nachdem die ganze Schulzeit wegen Sprachproblemen vertan worden ist, kommen sie sicher zu spät! 

Doppeljubiläum  (03.05.2006)

Heute jähren sich zwei Ereignisse, die für mein Leben eine gewisse Bedeutung haben. Das erste allerdings eine ungleich größere als das zweite. Denn heute vor 95 Jahren wurde meine Mutter geboren. Wäre das nicht geschehen, dann gäbe es mich gar nicht. Ihr verdanke ich aber noch viel mehr als mein Leben. Auch noch jetzt, fast sechs Jahre nach ihrem Tod.

Und, ohne zu existieren, hätte ich ja auch niemals zu keinVerlag kommen können, wo ich jetzt seit genau einem Jahr präsent bin. Dank erfüllt mich auch beim Rückblick auf dieses Jahr, denn das Positive überwiegt eindeutig. Voller Zuversicht will ich mit dem heutigen Tage das nächste Jahr in Angriff nehmen.

Es gibt offenbar auch manchmal "Zeichen des Himmels". Da ist doch zur Feier meines Doppeljubiläums endlich der so lange erhoffte Frühling mit Macht hereingebrochen. Ganz unbescheiden sehe ich das einfach so! Und freu mich darüber.

 

Gedanken zu "Sieg" und "Siegen"  (29.04.2006)

„Siegen“ (in Limericks)

 Der „Teamgeist“, der bald mit Füßen getreten wird (Foto: adidas)

Im Grunde ist einzig bei Kriegen
gemeinhin die Rede vom „Siegen.“ 
                Wo’s mangelt am Streit 
                und friedlich die Zeit,
da wird auch vom Siegen geschwiegen.

Zu Kriegen gehört auch der Kampf,
zum Sport auch – doch manchmal als Krampf. 
                Der bleib’ uns erspart, 
                ob hart oder zart!
Bei Überdruck hilft es, den Dampf

beizeiten nach außen zu lassen.
Und hoffentlich werden die Massen, 
                die bald zur WM 
             – Der Himmel sie hemm’! –
erwartet, gelassen erfassen,

dass Siegen nicht alles bedeutet.
In diesem „Krieg“ nichts wird erbeutet 
                als Ruhm und Pokale 
                und Spotlight-Gestrahle.
Und nicht mal vom Turm wird geläutet.

Ob Meister „WIR DEUTSCHEN“ da werden,

das ist doch belanglos auf Erden. 
                Wir feiern ein Fest. 
                Im Blick auf den Rest,
erhoffen wir keine Beschwerden.

Zur Wortgeschichte

Es ist schon merkwürdig. Die deutsche Sprache entwickelte das Wort „Siegen“ erst mit Beginn der Neuzeit. Im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen ist es weitgehend unbekannt. Und dabei waren doch die Germanen große Krieger.

Das Wort ist positiv besetzt. Vielleicht durchschauten die Germanen noch, dass der Zusammenhang mit Krieg eigentlich nichts wirklich Positives zulässt. Aber in unserer Ellbogengesellschaft scheint das anders zu sein. Eine moderne englische Übersetzung von Ellbogengesellschaft lautet übrigens „dog-bites-dog society“, also eine Gesellschaft von Hunden, die sich gegenseitig beißen oder Krieg aller gegen alle. Ob deshalb das Siegen heute als so wertvoll angesehen wird?

Immer Sieger?

Muss ich eigentlich immer und überall der Erste sein? Natürlich ist bei jedem Wettbewerb dieser Wunsch vorhanden und verständlich. Hat eine junge Frau mehrere Verehrer, möchte jeder von ihnen sie selbstverständlich „erobern.“  Und wer an einem Wettrennen teilnimmt, ist selten mit der bloßen Teilnahme zufrieden.

Eine solche Wettbewerbssituation mag zwar häufig vorliegen, aber sie bestimmt gewiss nicht alle unsere Lebensaugenblicke. Darum brauchen wir gar nicht immer der Erste zu sein.

Sieg und Bibel

Als ich „Sieg“ und „Siegen“ in der Bibel gesucht habe, ist mir etwas Seltsames aufgefallen. Die Wörter kommen nur ganz selten darin vor und öfter im Alten als im Neuen Testament. Immer aber im Zusammenhang mit Kampf. „Sieger“ fehlt übrigens ganz.

In den Evangelien steht „Sieg“ nur einmal, und zwar als Zitat des Propheten Jesaja, also eigentlich wieder Altes Testament.  Sonst benutzen nur die Apostel Paulus und Johannes das Wort (abgesehen von der Offenbarung):

1. Korinther 15, 54 f.:

Der Tod ist verschlungen vom Sieg.
Tod, wo ist dein Sieg?“ (wieder ein Zitat von Jesaja und Hosea)

und Vers 57:

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“

1. Johannes 5, 1 – 4:

„Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren, und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist.
Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten.

Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.

Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“

Dieser Satz spricht für sich, sehr klar und eindeutig. Es ist ein Wort, das uns in allen Turbulenzen unseres Lebens und auch der kommenden Wochen zu sehr viel Ruhe und Gelassenheit verhelfen kann. Die wünsche ich allen Leserinnen und Lesern.

Aktualität

Nebenbei bemerkt, endet der 1. Brief des Johannes mit einem Satz, der gerade zur Fußball WM 2006 sehr aktuell ist:

„Kinder, hütet euch vor den Abgöttern!“

An diese Mahnung sollten wir uns im Grunde jeden Tag wieder erinnern. Das könnte uns manchen Kummer ersparen. Nicht nur im Blick auf die Fußballweltmeisterschaft.   

Aus für Organisten – und Pfarrer? (28.04.2006)

 
Karaoke Sound Recorder (Foto: 2-mp3.com)

Wie der Evangelische Pressedienst (epd) mitteilt, ersetzt in Großbritannien das einer Karaoke-Maschine ähnliche Gerät „Hymnal Plus“ in immer mehr Kirchen den Organisten. Die Anlage habe fast 3.000 Lieder und Psalmen gespeichert, wie im „Guardian“ zu lesen ist. Zudem lasse sich eine Vielzahl von Musikstilen abrufen, vom klassischen Orgelsound bis zu jazzigen Rhythmen. Gesangbücher seien auch überflüssig, denn die Gottesdienstbesucher würden mit Leinwandeinblendungen durch die Lieder geführt. Sogar Gebete und Predigten seien abspielbar.

Also ist auch bald kein Pfarrer mehr nötig? Das Gerät kann ja der Küster bedienen.

Da fragt sich der normale Gottesdienstbesucher allerdings, weshalb er unter diesen Umständen denn dann noch selber in die Kirche gehen soll. Schließlich dürfte es nur eine Kleinigkeit sein, das Gerät auch Gemeindegesang und –gebetsgemurmel imitieren zu lassen.

Dass auch bei uns inzwischen viele Kirchengebäude nicht mehr nötig sind und anderen Zwecken zugeführt oder abgerissen werden, ist ja hinlänglich bekannt. Das Sparpotenzial für die Kirchen (Institutionen) scheint in der Tat noch längst nicht ausgeschöpft. Und viele Probleme würden sich beiläufig lösen lassen, z. B. das Zölibat. Karaoke-Maschinen sind sicher grundsätzlich unverheiratet.

Aber schon im Blick auf meine Kirchenchöre macht mich diese Entwicklung richtig traurig. L

 

Fußball WM 2006  (28.04.2006)

 Der offizielle Ball, geschützt (adidas)

Wie schön! Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) gestern entsprechend entschieden hat, darf ich meinen Beitrag bedenkenlos so nennen:

Fußball WM 2006“.

Fast!

Der BGH hat zwar den Schutz der „Marke“ für mehr als 860 Waren und Dienstleistungen komplett abgelehnt, nachdem u. a. Ferrero dagegen geklagt hatte.

Allerdings scheinen auch im BGH „echte Juristen“ (geschützt?) zu sitzen. Denn für „WM 2006“ haben sie eine erneute Prüfung durch das Bundespatentgericht angeordnet. Und „WM 2006“ ist ja in „Fußball WM 2006“ enthalten.

Über die Rechtschreibung hat der BGH überhaupt nicht entschieden. Ich selber bin kein Jurist. Aber „Fußball-WM 2006“, wie es eigentlich geschrieben werden müsste, unterscheidet sich ein wenig von der offiziellen Form, um die es geht.

Vielleicht können wir weitere interessante Entscheidungen erwarten…

Vor Gericht wohl eher als auf dem Rasen.

 

Eingriff in die Transzendenz? (25.04.2006)

Das Lockmittel der norisbank

„Leben Sie jetzt, Herr Schmitz! Und erfüllen Sie sich Ihre Wünsche mit easyCredit!“

So lautet der Schlusssatz in dem Brief an meinen Vater, der heute bei mir ankam. Dummerweise ist mein Vater seit mehr als elf Jahren tot. Wie ihn die Norisbank wieder zum Leben erwecken will, ist mir schleierhaft. Zudem hat er nie in meinem Hause gewohnt, auch nicht hier im Ort. Und die Raiffeisenbank Grevenbroich mit ihrer Jüchener Geschäftsstelle macht offenbar mit bei dem makaberen Spiel.

Schon seltsam, wozu der Kampf um Kunden bisweilen führen kann.

Hoffentlich bekomme ich keine Probleme. Schließlich habe ich den Brief geöffnet, obwohl er nicht an mich gerichtet war. Zur Entschuldigung kann ich nur anführen, dass ich der Erbe des Adressaten bin, aber nicht der einzige. Eigentlich hätte ich vorher meinen Bruder informieren und um Zustimmung bitten müssen.  

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